NRW Junior Open werden auch dank Barbara Rittner hochgestuft

Tennis : Weltverband adelt Gladbacher Jugendturnier

Die NRW Junior Open der Tennis-Gesellschaft Rot-Weiß werden von Grade 4 auf 3 hochgestuft. Dafür hat sich auch Bundestrainerin Barbara Rittner eingesetzt. Für den Veranstalter ist das allerdings mit höheren Kosten verbunden. Nach einer kleinen Bedenkzeit sind sich die Rot-Weißen aber einig, dass sie es stemmen können.

Es war ein überraschender Anruf für Janka Piliar, Turnierdirektorin der NRW Junior Open bei der Tennis-Gesellschaft Rot-Weiß Mönchengladbach. Am anderen Ende der Leitung war Mirco Westphal, Chefkoordinator Leistungssport Events beim Deutschen Tennis-Bund (DTB) mit der Nachricht: Barbara Rittner, Head of Women‘s Tennis beim DTB, habe gesagt, die Wertung dieses Turnier müsse hochgestuft werden, von Grade 4 auf Grade 3 des Welt-Tennisverbandes ITF.

Barbara Rittner war im vergangenen Jahr mehrmals zur Beobachtung der deutschen Mädels bei den NRW Junior Open am Gladbacher Bunten Garten und begeistert von diesem Turnier mit Akteuren aus 34 Nationen: „Eine tolle Anlage, eine tolle Organisation ohne Probleme, viele Zuschauer – alle waren sehr zufrieden“, schilderte Westphal Rittners Urteil.

Sein Anruf bei Janka Piliar kam nun Ende Februar. Inzwischen steht das NRW Junior Open 2019 im ITF-Turnierkalender als Grade-3-Turnier. Termin: 15. bis 20. Juli. Zwei Tage zuvor, am 13. Juli, beginnt bereits die Qualifikation zu den 48er-Hauptfeldern der Einzel-Konkurrenzen für Junioren und Juniorinnen.

Es hat allerdings ein paar Tage gedauert, bis Janka Piliar ihr „Okay“ für die Hochstufung geben konnte. Denn Grade 3 statt Grade 4 bringt zwar mehr ITF-Weltranglisten-Punkte und ist damit attraktiver für die Spieler. Die Kosten für die TG Rot-Weiß sind aber auch deutlich höher. Denn in dieser Kategorie muss der Veranstalter unter anderem die Übernachtungskosten und Verpflegung der 96 Teilnehmer plus der Team-Chefs tragen, das sind mehr als 100 Personen. Auch der erhöhte Zuschuss des DTB gleicht dies nicht aus. Das musste die TG erst einmal bedenken.

„Barbara Rittner hatte zwar schon im vergangenen Jahr von einer Höher-Einstufung gesprochen, doch ich hatte nicht daran geglaubt und nicht mehr daran gedacht, bis dann Mirco Westphal anrief. Da musste ich erst einmal klären, ob und wie wir die Mehrkosten aufbringen können“, sagt Janka Piliar, die auch Zweite Vorsitzende der TG Rot-Weiß ist.

Inzwischen ist (fast) alles geklärt. Offen ist noch, in welchem Hotel die Spieler untergebracht werden. Denn es geht es nicht nur um die Kosten für die Übernachtungen, sondern auch darum, wie weit das Haus von der Tennisanlage am Bunten Garten entfernt ist. Bis zu 15 Minuten Fußweg ist den Teilnehmern laut ITF-Bestimmung zuzumuten. Sind es mehr, müssen Shuttle-Busse zur Verfügung stehen – kein unwichtiger Kostenfaktor.

Nun ist nicht nur die TG Rot-Weiß gespannt, welches Teilnehmerfeld vom 13. bis 20. Juli beim 11. NRW Junior Open antreten wird. Die Zeiten der 60er bis Mitte der 80er Jahre, als spätere Weltklasse-Spieler und Grand-Slam-Sieger wie Steffi Graf, Boris Becker, Björn Borg und Ivan Lendl das Turnier am Bunten Garten, einige gleich mehrmals, gewannen oder Michael Stich, Mats Wilander und Pat Cash gegen die starken Konkurrenten frühzeitig ausschieden, sind vorüber. Sie waren es schon, als das legendäre „German Junior Open“ 1996, als Grade-1-Turnier, zum letzten Mal in Gladbach ausgetragen wurde, ehe es nach Essen wechselte und dann nach Berlin. Seit elf Jahren gibt es nun das NRW Junior Open am Bunten Garten. Und die Top-Jugend von heute spielt auf einem Niveau, das sich mit dem der Grafs, Beckers und Co. von damals locker messen kann.

„Für unsere Mädchen und Jungen bietet das NRW Junior Open eine gute Möglichkeit, weitere internationale Erfahrung zu sammeln“, sagt Westphal. Er hat schon versprochen, diesmal ebenfalls dabei zu sein. Im vergangenen Jahr standen in beiden Endspielen nur deutsche Talente.

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