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Niederrheinpokal: Wie sich Mennrath auf das Pokalspiel gegen mSV Duisburg vorbereitet

Am Donnerstag ist Drittligist MSV Duisburg zu Gast : Wie sich Mennrath auf das große Pokalspiel vorbereitet

Dixi-Klos, Flutlichtreparatur – und wo soll der Mannschaftsbus der Gäste stehen? Vor dem Pokalkracher am kommenden Donnerstag gegen Drittligist MSV Duisburg steht bei Victoria Mennrath viel Arbeit an. Zumindest kann der Verein auf Erfahrungen aus einem anderen großen Spiel zurückgreifen.

Zuletzt sei eigentlich die Zeit gewesen, um einmal durchzuatmen, sagt Wolfgang Platen. War ja auch einiges los in den vergangenen Wochen. Erst der Aufstieg in die Landesliga, dann die um ein Jahr verschobene Feier zum 100-jährigen Bestehen samt Spiel gegen die Weisweiler-Elf. Und die neue Saison musste bis zuletzt ebenfalls vorbereitet werden. Das mit dem vorgesehenen Durchatmen klappte allerdings nicht. Denn da gab es ja noch das Spiel im Niederrheinpokal, das kommende Woche ansteht. Es hätte irgendein Oberligist als Gegner sein können, dann wäre es keine ganz große Sache geworden. Ex-Profi Willi Landgraf zog als Gegner aus der Lostrommel allerdings den Drittligisten MSV Duisburg, eine der vermeintlich populärsten Mannschaften im Wettbewerb. „Im Moment folgt Ereignis auf Ereignis“, sagt Platen, der erste Vorsitzende. „Aber wir wollen nicht jammern“, fügt er lachend an, „für das Dorf ist es eine riesen Sache. Innerhalb von vier Jahren Essen und Duisburg als Gegner zu haben, das wird sich so schnell nicht wiederholen.“

  • MSV-Fans auf der Tribüne.
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  • Alla Bakir.
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  • Alaa Bakir.
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Denn für Mennrath ist es wiederkehrendes Losglück: Vor vier Jahren hatte der Verein mit Rot-Weiss Essen schon einmal einen ganz großen Namen zu Gast in Mennrath. Und für Platen war schnell klar: Auch die Partie gegen Duisburg auf der eigenen Anlage, „in der Kull“, auszurichten. „Wir waren ehrgeizig genug, wieder bei uns spielen zu wollen. Das ist ein Abwägen von Vor- und Nachteilen. Wir hätten im Grenzlandstadion spielen können, da wären mehr Zuschauer möglich gewesen. Aber das bedeutet logistisch mehr Aufwand und ist nicht so erfolgversprechend. Atmosphärisch ist es ohnehin in der Kull besser.“

Für die Organisation halfen zudem die Erfahrungen aus dem Spiel gegen Essen. Entsprechend schnell stand das Konzept, auf vieles konnte der Verein zurückgreifen – vor allem beim Thema Sicherheit. Erster Ansprechpartner für die Ausrichtung des Spiels auf eigener Anlage war daher die Polizei. Für das Spiel benötigt Mennrath beispielsweise zwei Eingänge, so empfiehlt es auch der Niederrheinische Fußballverband (FVN), einen für die Heim-, einen für die Gästefans. „Wir wollen da präventiv arbeiten. Ich gehe aber davon aus, dass alles friedlich verläuft. Der MSV-Block befindet sich nun auf der hinteren Platzseite“, sagt Platen.

Insgesamt sind 700 Tickets für das Spiel ausgegeben worden. Die 450 Karten aufseiten der Mennrather sind längst weg, Platen bekomme aber immer noch Anfragen. 250 gingen nach Duisburg, die im Voraus gerne auch mehr gehabt hätten, wie Platen berichtet. Allerdings sind noch Rückläufer aus dem Duisburger Kontingent denkbar. „In Duisburg sieht man uns als kleines Licht, das sieht man an den Facebook-Kommentaren der Fans. Die sind zudem ganz andere Kulissen gewohnt als bei uns, wie zuletzt mit 28.000 Zuschauern gegen Essen. Das macht aber auch den Reiz des Pokals aus: David gegen Goliath“, sagt Platen zur Ausgangslage gegen den langjährigen Bundesligisten, der zuletzt 2008 zum Oberhaus gehörte. Generell sei der Austausch mit dem MSV bislang „sehr nett“ gewesen, sagt Platen. Es seien bereits Details wie die Trikotfarbe geklärt worden: Mennrath spielt in Schwarz, Duisburg in Blau und Weiß. MSV-Trainer Torsten Ziegner schrieb gar einen Gastbeitrag im Stadionheft, dass die Victoria extra für das Spiel drucken ließ.

Für das Thema Sicherheit musste Platen zudem eine sogenannte Ordnerstruktur erstellen: Insgesamt sind 40 Ordner an dem Tag im Einsatz, um im Heim- und Gästeblock, am Klubheim sowie am Spielfeldrand überall Präsenz zu zeigen. Fünf weitere Leute sollen mit Funkgeräten ausgestattet die Lage insgesamt im Blick behalten. Die Johanniter sind ebenfalls vor Ort, ebenso die Freiwillige Feuerwehr aus Günhoven. Dazu kommen Helfer für die Theken auf der Anlage, den Grill, die Ausgabe der Biermarken, selbst ein Stadionsprecher ist an diesem Tag anwesend. „Die Bereitschaft zu helfen im Verein war groß. Es wird mächtig was los sein“, sagt Platen. Rund 70 Leute werden an diesem Abend im Einsatz sein, schätzt Platen, sonst, im Ligabetrieb, seien es zwölf bis 15.

Nun stehen letzte organisatorische Dinge bis zum Spiel an: Es müssen noch ausreichend Leibchen bestellt, Hinweisschilder gedruckt sowie die Dixi-Klos geliefert werden – die Toilette im Vereinsheim reicht für den erwarteten Ansturm am Donnerstag beileibe nicht aus. Vor zwei Wochen fiel noch eine ungeplante Baustelle auf: Beim Flutlicht neben dem Vereinsheim war eine Lampe kaputt. Die rechte Eckfahne wird nicht mehr ganz ausgeleuchtet. Und da das Spiel mit Anstoß um halb acht bis in die Dunkelheit andauert, muss diese Lampe noch dringend instand gesetzt werden. „Wir haben mit dem Sportamt eine Lösung gefunden. Am Montag wird es repariert“, sagt Platen. Zuschauern empfiehlt er zudem, mit dem Fahrrad zum Spiel zu kommen. Der ohnehin nicht sonderlich große Parkplatz an der Anlage wird beim Pokalspiel durch den MSV-Mannschaftsbus besetzt.

Den Spielverlauf am kommenden Donnerstag dürfte sich Platen derweil ähnlich zur Partie 2018 gegen Rot-Weiss Essen wünschen. Damals hielt Mennrath bis zur Halbzeit ein torloses Remis, verlor letztendlich nur mit 0:1. „Daran erinnere ich mich gerne zurück. Kurz vor Schluss hatten wir sogar die große Chance zum Ausgleich.“ Und mit dem Aufstieg der Mennrather in die Landesliga trennen beide Teams nun sportlich nur noch drei Ligen. Das macht eine Sensation zumindest nicht unwahrscheinlicher.