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Niederrheinpokal: Jüchen trifft auf Wuppertaler SV und Peter Neururer

Duell im Niederrheinpokal mit dem Wuppertaler SV : Jüchens großes Spiel gegen den Neururer-Klub

Am Mittwochabend trifft der VfL Jüchen im Niederrheinpokal auf den Titelverteidiger Wuppertaler SV. Wie der Bezirksligist die Partie im Stadion am Zoo als großer Außenseiter angeht und was WSV-Trainer Björn Mehnert zum Gegner sagt.

Gleich zweimal schaffte es der Wuppertaler SV in den vergangenen Monaten in die bundesweiten Schlagzeilen. Das lag zum einen am Namen Peter Neururer. Seit Mai sitzt der Ex-Trainer von unter anderem Schalke, Köln, Duisburg, Hannover und Bochum im Vereinsvorstand. Und zum anderen am DFB-Pokal, an dem man als Sieger des Niederrheinpokals erstmals seit der Saison 2007/08 wieder teilnahm und in der 1. Runde gegen Bochum erst nach Verlängerung verlor.

 Das Stadion am Zoo in Wuppertal steht seit 1983 unter Denkmalschutz. Von 1972 bis 1975 gab es hier auch Bundesligaspiele des Wuppertaler SV zu sehen.
Das Stadion am Zoo in Wuppertal steht seit 1983 unter Denkmalschutz. Von 1972 bis 1975 gab es hier auch Bundesligaspiele des Wuppertaler SV zu sehen. Foto: Andreas Fischer

Es gab aber auch mal eine Zeit, da war der Wuppertaler SV im deutschen Fußball regelmäßig ein Thema. Da kamen Mannschaften wie der Hamburger SV, Borussia Mönchengladbach oder auch Bayern München jahrelang zu Pflichtspielen ins Stadion am Zoo, teilweise vor über 30.000 Zuschauern. Damals, zwischen 1972 und 1975, spielte der Wuppertaler SV in der Bundesliga. Sogar im Uefa-Cup war der Verein eine Saison vertreten – auch wenn der polnische Erstrundengegner Ruch Chorzow rückblickend nun nicht die ganz große Losnummer war. Inzwischen sind die Uhren über 40 Jahre weitergedreht worden – und der Wuppertaler SV einige Liga-Etagen tiefer anzutreffen. Heute sind die Reserve von Borussia Mönchengladbach oder der SV Lippstadt zu Gast: Die Regionalliga ist seit vielen Jahren die neue Heimat.

 WSV-Vorstand Peter Neururer
WSV-Vorstand Peter Neururer Foto: Revierfoto / dpa
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Eine gewisse Strahlkraft haben der Verein und seine Geschichte aber behalten. Daher sprechen sie in Jüchen auch vom „Spiel des Jahres“, wenn der VfL am Mittwoch in der 1. Runde des Niederrheinpokals in Wuppertal auf den ehemaligen Bundesligisten trifft. Das Heimrecht hatten beide Teams im Vorfeld getauscht. Aufgrund der Corona-Situation und „im Hinblick auf die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen“, wie der Bezirksligist mitteilte.

Von einer möglichen Sensation möchte Jüchens Trainer Marcel Winkens, seit 2019 im Amt, aber nicht sprechen, zumal Wuppertal der aktuelle Titelverteidiger ist. „Wir wollen uns einfach so teuer wie möglich verkaufen“, sagt Winkens. Räume eng machen, defensive stabil stehen, aber auch mal ein paar Nadelstiche setzen, so der Auftrag an seine Mannschaft.

 Der VfL Jüchen möchte in Wuppertal  ein unbequemer Gegner sein.
Der VfL Jüchen möchte in Wuppertal  ein unbequemer Gegner sein. Foto: Fupa/Christian Haas

Die Vorfreude sei zuletzt aber etwas durch den Ligaalltag gebremst worden, gesteht der Trainer. Mit Aufstiegsambitionen in die Saison gestartet, gab es nur einen Punkt aus den vergangenen beiden Spielen. Am Wochenende verlor man mit 0:1 in Uedesheim. Man hatte sich mehr versprochen. Der Pokalauftritt sei daher „ein positives Zusatzspiel“, wie Winkens sagt. Im Hinterkopf geistert aber bereits die kommende Liga-Aufgabe am Wochenende gegen Bayer Dormagen herum. „Ein wichtiges Spiel, um den Anschluss nach oben nicht zu verlieren“, sagt er.

Anreisen wird die Mannschaft am Mittwoch gemeinsam mit Bus. „Das hat der Verein gut organisiert, wir kommen ja alle direkt von der Arbeit und dann muss nicht jeder selbst hinfahren. Das macht es entspannter“, sagt Winkens. Fast alle Spieler stehen ihm dann zur Verfügung, angeschlagene Akteure und Urlauber sollen rechtzeitig zurück sein. Ein Spieler kommt sogar direkt aus dem Flieger zum Stadion. Treffender lässt sich an dieser Stelle der Unterschied zum drei Spielklassen höher spielenden Wuppertaler SV kaum aufzeigen, einem Regionalligisten mit Profistrukturen.

 Marcel Winkens, Trainer VfL Jüchen-Garzweiler.
Marcel Winkens, Trainer VfL Jüchen-Garzweiler. Foto: Fupa

WSV-Trainer Björn Mehnert weiß daher um den turmhohen Favoritenstatus seiner Truppe: „Wir wollen ein guter Gastgeber sein, aber kein zu guter. Wir wollen weiterkommen.“ Auch die Gegneranalyse fiel vergleichsweise rudimentär zum Ligaalltag aus: keine Videosequenzen, keine Einzelanalysen. Auf die eine oder andere Verbindung im Fußball habe man aber schon zurückgegriffen, um etwas zum Trainer oder einzelnen Spielern zu erfahren. Denn unterschätzen tue man den Gegner nicht, betont Mehnert. „Jüchen ist ordentlich in die Saison gestartet und hat vor allem in der Offensive Potenzial. Die Jungs werden Bock haben, Fußball zu spielen, darauf müssen wir uns einstellen“, sagt Mehnert, dessen Mannschaft mit Platz vier nach neun Spieltagen gut in die Regionalliga gestartet ist. „Wir werden Jüchen aber nicht größer machen, als sie sind“, sagt er weiter.

Entsprechend werden auch einige Nachwuchsspieler und Reservisten am Mittwoch ihren Einsatz bekommen. Darin sieht Jüchens Trainer Winkens zumindest eine kleine Chance: „Wuppertal muss mit vielen neuen Spielern erst einmal in die Partie reinkommen. Das wollen wir so schwer wie möglich machen.“ Als A-Bundesliga-Trainer des 1. FC Mönchengladbach war Winkens in der Vergangenheit bereits zweimal zu Gast beim Wuppertaler SV. Allerdings jeweils auf einem der Nebenplätze. „Es ist schön, nun mit einer Seniorenmannschaft auch im Stadion anzutreten“, sagt er. Einen seiner Gastauftritte in Wuppertal konnte Winkens damals sogar mit 2:0 gewinnen. Dieses Mal sind die Voraussetzungen jedoch andere. Für Wuppertal ist es eine Pflichtaufgabe auf dem Weg zurück in den DFB-Pokal. Ein unbequemer Gegner möchte Jüchen trotzdem sein.