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Fußball: Neuwerker Jugendspieler: Ein Jahr Sperre mit Bewährung

Fußball : Neuwerker Jugendspieler: Ein Jahr Sperre mit Bewährung

Spruchkammer: Der A-Jugendliche darf sechs Monate nicht kicken, dann darf er sich 18 Monate nichts zuschulden kommen lassen.

Die Kreisjugendspruchkammer hat den A-Jugend-Spieler der Sportfreunde Neuwerk, der am 10. März seinen Gegenspieler des ASV Süchteln mit einem Faustschlag zu Boden gestreckt hatte, zu einer Sperre von einem Jahr verurteilt. Die Hälfte dieser Sperre wird aber zur Bewährung ausgesetzt. Ab dem 9. September dürfte dieser also wieder spielen, sich dann aber 18 weitere Monate nichts zuschulden kommen lassen. Beim Spiel der A-Jugend-Leistungsklasse hatte der Beschuldigte scheinbar aus heiterem Himmel seinem Gegenspieler mit der Faust ins Gesicht geschlagen, wobei dieser einen Schneidezahn verlor und zunächst bewusstlos liegenblieb.

"In den ersten Berichten, in denen stand, der Süchtelner sei erst im Krankenhaus wieder wachgeworden, hörte sich das ja ganz dramatisch an", sagte Neuwerks Jugendleiter Ralf Kreuels, der aber ebenso klar machte, dass ein solches Verhalten nicht zu dulden ist. "Dieser Jahrgang ist noch nie auffällig geworden, vor drei Jahren hat es die letzte Rote Karte gegeben", fügte er hinzu. Dennoch werde es für den Spieler im Verein wohl keine Zukunft geben.

Dass sechs der zwölf Monate zur Bewährung ausgesetzt wurden, hat zum einen mit der Tatsache zu tun, dass der Spieler ehrlich betroffen von seinem Aussetzer wirkte und diesen vollumfänglich einräumte, ohne ihn zu beschönigen. Dafür zollte ihm auch der Kammervorsitzende Bernhard Lua Respekt, wenn auch, wie er später in der Urteilsbegründung anfügte, ein so heftiger Faustschlag kaum nachzuvollziehen sei.

Doch auch die Süchtelner trugen dazu sicherlich ihren Teil bei. So plädierte Vereinsvertreter Karsten Rode dafür, dem Neuwerker Spieler eine zweite Chance zu geben. Und auch der geschädigte Spieler, der hofft, dass der verlorene Zahn wieder anwächst, konnte den Vorfall zwar nicht entschuldigen, hatte aber den Eindruck, dass sein Gegenspieler etwas verstanden hat. Parallel läuft auch ein strafrechtliches Verfahren.

Süchtelns Trainer Klaus Hammann ließ die Neuwerker sogar wissen, dass der Spieler nicht für die Süchtelner den Verein verlassen muss. "Das war eine Kurzschlussreaktion, die ich nicht gutheiße. Aber das hatte sich für mich durch nichts angedeutet", sagte Hammann.

Bernhard Lua legte den Sportfreunden zumindest nahe, den Spieler bis September im Verein zu halten. Denn nur wenn dieser einem Verein angehört, läuft die Sperre auch ab. Dann dürfte der Spieler bei einem Wechsel zumindest gleich wieder eingesetzt werden. Ein Urteil, das ein deutlicher Warnschuss ist, aber dem Spieler auch Möglichkeiten lässt. Und die Neuwerker durften mit Recht noch einmal betonen, dass sie kein Problem-Verein sind.

(kpn)