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Fußball: Neuer Platz wäre die Basis für eine gemeinsame Zukunft

Fußball : Neuer Platz wäre die Basis für eine gemeinsame Zukunft

Der SV Wickrathberg und Blau-Weiß Wickrathhahn wollen gemeinsame Sache machen. Dazu braucht es aber einen neuen Platz in Beckrath.

Einen Überlebenskampf hat der SV Wickrathberg gewonnen. Dabei schien alles verloren, als Rot-Weiß Venn im Relegationsspiel um den Verbleib in der Kreisliga B 1:0 führte. Doch Sebastian Venedey glich aus und Marcel Szendeleit schoss in der Verlängerung das 2:1-Siegtor. Wickrathberg bleibt B-Ligist. Die sportliche Schieflage wurde also in letzter Instanz geradegerückt. Doch jenseits des Fußballs geht es dem Verein schlecht.

Seit Herbst vergangenen Jahres ist das Team trainerlos, Kapitän Daniel Röhrig betreut seine Kollegen. "Trainerfuchs" nennen sie ihn. Vieles ist Flickwerk im Klub. Die Jugendabteilung besteht nur aus einer Bambini-Mannschaft und der Aschenplatz an der Niersstraße ist in einem miesen Zustand. Weswegen viele Spieler abgewandert sind — das Fußballspielen auf dem mit Steinen übersäten Geläuf war ihnen zu gefährlich.

"In den letzten drei Jahren war es bei uns immer fünf vor zwölf", fasst Benjamin Willems, einer der Spieler des Teams, den Status quo zusammen. 150 Mitglieder sind übrig, vor zwei Jahren waren es noch 250. Willems und Röhrig wollen ihren Klub retten. Die Idee: "Ein neuer Verein im Süden Gladbachs", sagt Willems.

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Der passende Partner für eine solche Kooperation residiert kaum drei Kilometer entfernt auf dem Gelände Auf der Bült: Der FC Blau-Weiß Wickrathhahn. 450 Mitglieder hat der Mehrsparten-Verein und ist insgesamt gesund. Vorsitzender Jörg Wolters hat trotzdem längst Gespräche mit den Vorstandskollegen aus Wickrathberg geführt — erstmals vor eineinhalb Jahren. "Wir sind seitdem eigentlich ständig im Gespräch", sagte Wolters nun bei einem von beiden Klubs initiierten Treffen mit Arno Oellers (CDU), dem Chef der Bezirksvertretung West. Im Wickrather Rathaus wurde eifrig debattiert, nachdem Benjamin Willems den Abend mit einem emotionalen Vortrag eingeleitet hatte. "Wickrathberg braucht jetzt Hilfe, Wickrathhahn spätestens in fünf bis zehn Jahren", sagte er.

Beide Vereine haben schon öfter zusammengearbeitet — mit Erfolg. Eine Fusion, aus zwei kleinen, kränkelnden Klubs einen größeren, gesunden machen, macht Sinn. "Wir hätten dann insgesamt rund 600 Mitglieder und wären ein Mehrspartenverein. Wickrathberg bietet bislang nur Fußball an, wir haben auch eine Turn- und Gymnastikabteilung, eine Tanzgarde und Kinderangebote. Wenn wir zusammenarbeiten, werden wir definitiv besser dastehen", sagte Jörg Wolters. Ein vorbildliches Projekt sei das, befand Ratsherr Peter Feron (CDU) bei dem Treffen. Ulrich Mones (SPD) nickte.

Die Rettung könnte der Platz in Beckrath sein. Würde dieser mit einem Kunstrasen bestückt, könnten beide Klubs dort eine neue Heimat finden. Eine Idee, die sich auch im Sportstättenentwicklungsplan der Verwaltung findet. 50 000 Euro würde jeder Verein einbringen, zudem gibt es eine Rücklage von 200 000 aus einem anderen Projekt, die eingebracht werden könnte — aber erst 2016. "Das könnte für uns zu spät sein", befürchtet Willems.

"Der Rat muss den Sportstättenentwicklungsplan verabschieden. Dann können wir handeln", sagte Oellers. Der neue Platz wäre die Basis für eine gemeinsame Zukunft beider Vereine. "Es ist überlebenswichtig", sagte Willems. Diesen Überlebenskampf zu gewinnen, wäre für den SV Wickrathberg noch wichtiger als der Sieg gegen Rot-Weiß Venn in der Relegation.

(RP)