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Nach Sieg gegen SW Köln: Gladbacher HTC kann in die Hockey-Bundesliga aufsteigen

Nach Sieg gegen SW Köln : Gladbacher HTC vor Aufstieg in die Bundesliga

Nach einem 9:4-Sieg gegen SW Köln übernimmt der Gladbacher HTC die Tabellenführung in der 2. Hockey-Bundesliga. Nun brauchen sie nur noch einen Erfolg gegen Kahlenberg, um ins Oberhaus zurückzukehren.

Der Gladbacher HTC hat in der 2. Hockey-Bundesliga am späten Samstagabend auf eindrucksvolle Art und Weise sein Heimspiel gegen SW Köln mit 9:4 (4:2) gewonnen und steht unmittelbar vor der Rückkehr in die 1. Bundesliga. Gelingt nächste Woche beim Kahlenberger HTC ein weiterer Sieg, dann ist der langersehnte Aufstieg perfekt.

GHTC-Trainer Marcus Küppers kam aus dem Händeschütteln gar nicht mehr heraus, fand aber schnell wieder zurück zu alter Gelassenheit: „Die Jungs dürfen den Sieg ruhig feiern. Ab Montag geht es aber in die gewissenhafte Vorbereitung auf das KHTC-Spiel.“ In Mülheim treffen die Gladbacher am kommenden Sonntag (12 Uhr) auf einen Gegner, für den die Saison keine Ziele mehr bereithält. Der Erstliga-Absteiger ist Tabellenvierter und kann ins Aufstiegsrennen nicht mehr eingreifen. Küppers will das aber nicht überbewerten: „Ich gehe davon aus, dass Kahlenberg mit voller Motivation antreten wird. Die Rolle spielt man doch gerne.“

Vor ausverkaufter Halle an den Holter Sportstätten bescherten sich die Gladbacher Hockey-Männer am Samstag, vor den Augen von Wolfgang Hillmann, Präsident des Deutschen Hockeybundes, einen Start nach Maß. Spielführer Niklas Braun traf per Ecke (3. Minute) zur frühen Führung für die Gladbacher, die Elias Trueson (8.) schnell ausbaute. Der Gast aus der Domstadt wirkte beeindruckt und kam nicht richtig in Fahrt. Dem 1:2-Anschlusstreffer durch Kölns Spielführer Lucas Bachmann folgten zwei ganz besondere Momente. Erst nagelte der Portugiese David Franco (16.) den Ball in den rechten Torwinkel, ehe es ihm Torjäger Paul Tenckhoff (17.) auf identische Weise nachmachte. Die Halle bebte und spätestens jetzt war der GHTC auf der Siegerstraße. Coach Küppers war angetan: „Unser Plan ist heute von Anfang an Eins zu Eins aufgegangen. Die Jungs haben ausnahmslos ihren Job gemacht. Gut gefallen hat mir unser gelegentliches Pressing, was wir zuletzt nur halbherzig gespielt haben, heute aber gut geklappt hat.“

Auch nach dem Seitenwechsel waren die Gastgeber weiterhin fokussiert und konzentriert. Immer wieder fand die bärenstarke Defensive Lücken im Kölner Pressing und erhöhte durch Ben Böke (42. Minute, „Das war mein erstes Stechertor im Leben“) und Niklas Braun (47.) auf 6:2. Die Kölner, bislang Tabellenführer und ohne Niederlage durch die Saison gekommen, wollten sich damit nicht abfinden und brachten einen sechsten Feldspieler zugunsten ihres Torhüters. Das brachte aber nichts ein. Ganz im Gegenteil. Die Gladbacher spielten ihren Stiefel hochkonzentriert zu Ende und trafen noch drei Mal ins verwaiste und leere Kölner Tor. Paul Tenkhoff mit Saisontor Nummer 25 (50.), der überragende David Franco (55.) und der nimmermüde Elias Trueson (59.) sorgten für weitere Momente der Freude für den GHTC. Besonders der letzte Treffer war dabei umjubelt. Der 20-jährige Dauerläufer Trueson kassierte in der ersten Halbzeit bei einer Strafecke einen Cut an der Augenbraue, stand aber fünf Minuten später wieder auf dem Platz. „Es freut mich, dass Eli heute doppelt getroffen. Er arbeitet unheimlich viel für die Mannschaft, hatte aber zuletzt im Torabschluss nicht immer Glück“, so Küppers.

Nicht nur die Akteure kamen am Samstagabend mächtig ins Schwitzen. Heidi Spenrath hatte mit ihren Helfern an der Abendkasse alle Hände voll zu tun und kam mit dem Zählen gar nicht mehr hinterher. Letzten Endes war es so voll, sodass einige Zuschauer aus Platzgründen  hinter den Toren stehen mussten. Eine gewagte Aktion, was alle diejenigen wissen, die schon einmal einen Hartgummiball abbekommen haben.

Doch die hockeybegeisterten Gladbacher Fans blieben allesamt unverletzt und verlebten ein tolles Sport-Event, was nicht nur an der Qualität auf dem Platz lag. Auch das Rahmenprogramm mit einigen Aktionen war mal wieder erstligareif. Der GHTC hatte sich drumherum so viel einfallen lassen, dass das Spiel erst zwölf Minuten später angepfiffen werden konnte. Das Schiedsrichtergespann drückte ein Auge zu und ließ den GHTC augenzwickernd gewähren.