Hockey : Nach der EM ist vor Olympia

Hockey Kaum war der Titel gewonnen und der Pokal in die Höhe gereckt, da kam auch schon wieder Olympia zur Sprache. Und auch wenn die deutschen Hockey-Herren in den Tagen von Mönchengladbach stets betont hatten, dass die Europameisterschaft keinesfalls nur ein Zwischenschritt auf dem Weg nach London sein sollte, sondern der Titel ihr vorrangiges Ziel war, so wussten sie doch gleich nach ihrem Triumph, dass sie das Projekt "Olympische Spiele 2012" schnell wieder einholen würde.

"Wir sind eben sehr fokussiert", sagte Kapitän Maximilian Müller im Bewusstsein, dass er mit seinen Teamkameraden eine bemerkenswert konstante Topleistung im Gladbacher Hockey-Park gebracht hatte. "In dieser Form habe ich das bisher noch nicht erlebt. Und ich bin jetzt auch schon ein paar Jahre dabei", sagte Mittelfeldspieler Tobias Hauke zu den fünf überzeugenden Siegen bei der EM.

Große Rückschlüsse für die Olympischen Spiele im nächsten Jahr wollte Bundestrainer Markus Weise aus der EM-Vorstellung aber nicht ziehen. "Es wird darauf ankommen, wie viel jeder einzelne Spieler wieder an harter Arbeit investieren will, um in London um Gold zu kämpfen. Das gilt nicht nur für die 18 Leute hier, da kommen noch ein paar Spieler dazu."

Diesem Kreis an Kandidaten sollten mit Christoph Menke und Mats Grambusch auch zwei Gladbacher angehören. Menke (26) hat bereits über 100 Länderspiele vorzuweisen, fand aber für seine Heim-EM keine Berücksichtigung, nachdem ihn im Winter ein Mittelfußbruch zurückgeworfen hatte. Und Grambusch (18) war kurz vor dem Turnier erstmals von Weise berufen worden, der Durchbruch des U21-Kapitäns im A-Kader scheint nur eine Frage der Zeit zu sein.

Auch bei den Damen, die im Gladbacher Hockeypark Silber gewannen, kann sich bis zu den Olympischen Spielen noch einiges tun. Das Team von Bundestrainer Michael Behrmann hatte anders als die Herren auch ein kleines Tief während der EM zu überstehen, verdiente sich aber die Finalteilnahme durch überzeugende Siege über Belgien und Spanien.

Das 0:3 gegen die Niederlande machte aber auch deutlich, dass die Mannschaft für den ganz großen Wurf noch nicht reif war. "Wir müssen noch häufiger zusammen trainieren, um bestimmte Abläufe zu automatisieren. Und dann wird man sehen, welche Spielerinnen das ganz harte Programm am besten verkraften", sagte Behrmann.

Mit Lisa Hahn (21), die im Februar mit Deutschland noch Hallen-Weltmeisterin geworden war, und der U21-Spielerin Pia Grambusch (20) hat er ebenfalls Talente aus Mönchengladbach in seinem Kreis, die den Sprung nach London schaffen können. Es ist immerhin noch fast ein ganzes Jahr bis Olympia.

(RP)
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