Motorsport: Zwei Vizemeisterschaften für RN Vision STS

Motorsport : Zwei Vizemeisterschaften für Gladbacher Rennteam

Das Unternehmen RN Vision STS nimmt seit drei Jahren an Rennserien teil und hätte nun beinahe seinen ersten Titel geholt.

So recht wussten die Verantwortlichen des Mönchengladbacher Rennteams RN Vision STS zunächst nicht, wie sie die Saison bewerten sollten. Auf der einen Seite war da die Enttäuschung über die zweiten Plätze in den beiden Rennserien GT4 European Series sowie der neuen ADAC GT4 Germany. Schließlich hatte es schon im vergangenen Jahr in der europäischen Serie nur zu einer Vizemeisterschaft gereicht. Auf der anderen Seite musste Team-Betreibsleiter Daniel Baum aber auch konstatieren: „Das war bislang unsere erfolgreichste Saison.“ Immerhin hat der erst 16-jährige Nachwuchspilot Marius Zug die ADAC-Juniorenwertung für die Gladbacher geholt. Besonders bitter war indes der zweite Platz in ADAC Fahrerwertung zustandegekommen. Vor dem letzten Rennen am Sachsenring lag RN Vision STS im Klassement vorne, aber bereits in der vierten Runde hatte der Wagen einen technischen Defekt.

Das unglückliche Rennende in der neu geschaffenen Serie, die im Rahmenprogramm des ADAC GT Masters veranstaltet wird, konnte aber über die positive Entwicklung des jungen Rennteams aus Mönchengladbach hinwegtäuschen. Vielmehr hat sich das Team, gegründet im Jahr 2017, schnell in der Szene etabliert.

„Wir haben zunächst mit Porsche begonnen, 2018 aber einen Markenwechsel zu BMW vollzogen und können seitdem dank der Struktur unseres Rennstalls die Fahrer bei den Rennen dann auch technisch betreuen. Das war sicherlich ein Mehrwert für unsere Mannschaft“, sagt Daniel Baum. Denn zum RN Vision STS, das einen Race-Navigator entwickelt hat und diesen unter anderem über den Rennstall bewirbt, gehört auch eine KFZ-Werkstatt, die zudem auf Sportwagen spezialisiert ist. So sind mittlerweile acht bis zehn Mitarbeiter für RN Vision STS bei einem Rennen dabei.

Im kommenden Jahr plant das Team eine weitere Vergrößerung: Künftig möchte es in beiden Rennserien mit zwei Wagen starten, während es 2019 nur ein Wagen war, mit dem die beiden Fahrer Gabriele Piana (Italien) und Marius Zug auf den Strecken unterwegs waren.

Das Wachstum hat für die Gladbacher aber auch Grenzen. „Für uns ist es unrealistisch, ein Team für die DTM zu werden. Wir sehen uns vielmehr als Nachwuchsschmiede für Fahrer. Denn die Serien, in denen wir starten, sind schon eine gute Bühne für die Talente“, sagt Baum. Er hoffe, dass Zug, Förderpilot der ADAC Stiftung Sport, RN Vision STS noch einige Zeit erhalten bleibt, ehe er zu einem großen Team wechselt. Für den jungen Mann war die vergangene Saison ohne jeden Zweifel ein Erfolg.

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