Motorsportler aus Wegberg Heinemanns „verrückte Woche“ beim 24-Stunden-Rennen in Spa

Motorsport · Erst am Dienstagnachmittag erfährt der Wegberger Motorsportler Tim Heinemann, dass er am 24-Stunden-Rennen in Spa teilnehmen kann. Am Ende der Woche steht für ihn der Teamsieg und der Rundenrekord. Wie der DTM-Fahrer das Rennen erlebte.

 Rundenrekord und Klassensieg für den Wegberger Tim Heinemann beim 24-Stunden-Rennen in Spa.   Foto: Gruppe C

Rundenrekord und Klassensieg für den Wegberger Tim Heinemann beim 24-Stunden-Rennen in Spa. Foto: Gruppe C

Foto: Gruppe C Photography

Eigentlich hätte DTM-Pilot Tim Heinemann zwischen den Rennwochenenden in Zandvoort und auf dem Norisring ein freies Wochenende vor der Brust gehabt. Daraus wurde ganz spontan aber doch nichts: Erst am Dienstagnachmittag der vergangenen Woche hatte Heinemann die Zusage bekommen, am 24-Stunden-Rennen in Spa teilnehmen zu dürfen. 70 Boliden gingen beim weltgrößten Rennen in der GT3-Kategorie an den Start. Zusammen mit seinen Teamkollegen Jannes Fittje, Matteo Cairoli und Antares Au steuerte Heinemann einen Porsche 911 GT3 R für das Team Huber Motorsport.

Am Mittwoch stand für die Fahrer noch ein Autokorso durch die Innenstadt im belgischen Spa an, am Donnerstag wurde es im Qualifying dann schon ernst. Unter dem Strich stand für das Quartett die maximale Ausbeute, denn der Italiener Cairoli steuerte den Porsche am Freitag bei der Superpole-Sitzung am schnellsten über die Strecke und sicherte so die Pole-Position für Huber Motorsport – für das Team war es die erste Pole-Position seit 1968. „Was für eine verrückte Woche. Am Dienstag um 16 Uhr hat sich erst entschieden, dass ich in dem Rennen an den Start gehen werde, und nun steht mein Fahrzeug auf der Pole-Position“, sagte Heinemann am Freitag, der seinem Team entsprechend gute Chancen ausrechnete: „Im Rennen ist es allerdings vor allem wichtig, dass wir uns aus allen Problemen heraushalten und ein fehlerfreies Rennen zeigen, dann sollte ein Topergebnis im Bronze Cup für uns drin sein.“

Von ganz vorne ging es am Samstag um 16.30 Uhr also ins Rennen für das Quartett von Huber Motorsport. Wie viel in den 24 Stunden passieren kann, zeigte auch der Rennverlauf von Heinemann und seinen Kollegen. In der ersten Stunde führte das Team von Huber Motorsport das Feld im Bronze Cup – mit 25 Fahrzeugen die größte Klasse – an. In der Nacht ließ das Team des 25-Jährigen aber ordentlich Federn, hatte zwischenzeitlich sogar mehr als eine ganze Runde Rückstand. Erst in den Morgenstunden drehte sich das Rennen wieder zugunsten von Heinemann und Co.

DTM-Fahrer aus Wegberg: Das ist Tim Heinemann
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Das ist Motorsportler Tim Heinemann

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Gerade der gebürtiger Wegberger selbst zeigte eine starke Leistung und setzte am Sonntagmittag einen neuen Rekord: Mit 2:17.087 Minuten unterbot Heinemann den bisherigen Rundenrekord für das bekannte Langstreckenrennen in Spa. „Der Rundenrekord ist natürlich das Tüpfelchen auf dem i und sich gegen die internationale GT3-Elite zu beweisen, ist ein gutes Gefühl“, sagte Heinemann. Zum Ende hin lag es an Cairoli den Sieg nach Hause zu fahren – das gelang dem 27-jährigen Italiener.

Mit dem Rennsieg wächst die Titelsammlung des neuen DTM-Piloten Heinemann weiter, in der unter anderem die GTC Race-Meisterschaft und gleich zweimal der Titel in der DTM Trophy zu finden ist. Für das Team gab es noch einen weiteren Sieg zu feiern: Durch den Erfolg in Spa sichert sich das Team von Huber Motorsport den Titel im Independent Cup der Intercontinental GT Challenge, die so etwas wie die inoffizielle GT3-WM ist. Schon am kommenden Wochenende geht es für Heinemann in der DTM mit dem Rennen am Norisring weiter.

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