Mönchengladbacher Fred Ingenrieth stellt einen Weltrekord auf

Leichtathletik : So gut fühlt sich ein Weltrekord an

Der Gladbacher Fred Ingenrieth (85) stellte bei den Senioren-Europameisterschaften in Venedig eine Bestzeit auf. Als Erinnerung gab es für jedes Mitglied des deutschen 400-Meter-Quartetts einen Staffelstab.

Es ist ein besonderes Gefühl, einen Weltrekord zu laufen. Das erlebte der 85-jährige Fred Ingenrieth (LAV Uerdingen/Dormagen) bei den Senioren-Europameisterschaften im italienischen Venedig. „Den läuft man nicht alle Tage“, sagt er überglücklich. Nach diesem besonderen Erlebnis war er noch einen Tag länger geblieben. „Wir haben dann noch Venedig unsicher gemacht“, erzählt der Wickrahter.

Das Deutsche 400-Meter-Quartett der über 85-Jährigen lief mit Ingenrieth als Schlussläufer 7:23,31 Minuten. Das Team war alleine gegen die Uhr unterwegs und verbesserte den bisher von den Chinesen gehaltenen Weltrekord um mehr als 27 Sekunden (7:50,66). „Ich bin schnell gelaufen“, sagt er. Damit verbunden war beim Deutschen Nationalteam der Titel des Europameisters.

„Dieser Weltrekord war einer der Höhepunkte der Europameisterschaft. Wir wurden vom Deutschen Leichtathletik-Verband besonders gefeiert, weil das am Schlusstag der EM ein besonderes Ereignis war“, sagt der 85-Jährige, einer Jüngsten dieser Altersklasse im Sprint bei der Senioren-EM. „Wir erhielten jeder als Erinnerung an diesen Weltrekord einen Staffelstab“, erzählt er. Ingenrieth holte dazu auch Gold in der 4x100-Meter-Staffel in 1:22,27 Minuten. „Es war schwierig, dafür die Leute zusammen zu bekommen.“

Über 400 Meter lief er Bronze heraus in 1:41,10 Minuten. „Das war meine Angststrecke. Ich bin sie aus der kalten Hose gelaufen. Die Zeit war für mich ganz gut, weil ich darauf nicht speziell trainiert hatte.“ Der 100-Meter-Lauf lief nicht so glücklich, wie er sich das vorgestellt hatte. Da galt er als haushoher Favorit auf den Titel. „Ich habe aber den Start verschlafen. Ich kann sonst viel schneller.“ Schließlich kam Ingen­rieth als Fünftplatzierter nach 19,89 Sekunden ins Ziel. Hinter seinem 89-jährigen Freund und Trainingspartner Herbert E. Müller, der neuer Europameister über 200 Meter in 38,43 (er holte auch die Titel über 400 und 800 Meter) wurde, schaffte Ingenrieth die Vizemeisterschaft in 39,15.

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