Fußball-Landesliga: 1:2 – bei Jüchen gibt es Redebedarf

Die Spieler des Landesligisten VfL Jüchen haben sich für Samstag zur Aussprache verabredet.

Von Andre Piel

Der VfL Jüchen-Garzweiler hat an diesem Wochenende spielfrei. Die kurze Pause wird dem Landesligisten gut tun, denn er muss die Enttäuschung, die die 1:2-Niederlage im Nachholspiel gegen den VfB Solingen hinterlassen hat, verarbeiten. Die Mannschaft trifft sich dazu Samstagabend, um ganz ungezwungen und unter sich die Dinge anzusprechen, die in dieser Saison irgendwie nicht richtig laufen wollen.

In der vergangenen Spielzeit hatte der VfL als Tabellenneunter den Klassenverbleib souverän geschafft. Der Kader blieb weitegehend zusammen, so dass nicht nur Vorsitzender Christoph Sommer von einer entspannten Saison ausgegangen ist. „Die Mannschaft ist sicherlich stärker als es der momentane Tabellenstand widerspiegelt. Wir haben vielleicht auf der Position des Mittelstürmers keinen adäquaten Ersatz gefunden“, sagte er.

In Fatlum Ahmeti (BC Viktoria Glesch-Paffendorf) verließ der mit dreizehn Treffern beste Torschütze der Jüchener den Verein. Wobei Neuzugang Sven Raddatz auch schon zehn Tore erzielt hat. Aber insgesamt ist die Offensive der Schwachpunkt in dieser Saison. „Die Mannschaft wirkt verunsichert, lässt sich zu schnell von Kleinigkeiten aus der Bahn werfen“, sagt Sommer.

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So war es auch am Mittwoch gegen Solingen, wo sich das Team viel vorgenommen hatte. Jüchen wollte unbedingt gewinnen, um den Anschluss an das Mittelfeld herzustellen. Weil Solingen eine weite Anreise hatte, versprachen sich die Jüchener davon einen Vorteil. „Daraus wurde aber nichts, weil wir schon nach drei Minuten hinten lagen.“

Das Spiel hatte gerade erst begonnen, schon musste Torwart Dominik Lingweiler den Ball das erste Mal aus dem Netz holen. Obwohl Jüchen in der Defensive über kompakte, große Spieler verfügt, setzten sich die eher schmächtigen Solinger bei einer Standardsituation durch und trafen zur frühen Führung. Kein Wunder, dass Sommer dies bemängelt: „Wir haben absolute Lufthoheit und verlieren die Kopfballduelle.“

Der frühe Rückstand machte alles zunichte, bis zur zwanzigsten Minute lief gar nichts zusammen. Erst dann gab es zwei Torchancen. In die Drangphase fiel dann das 0:2 (34.); ein Spiegelbild des ersten Tores. „Die Mannschaft war dann wie gelähmt“, sagt Sommer. „Erst als wir zu Zehnt weiterspielen mussten, wurde es besser.“ In der 73. Minute wurde Mohamed Chaibi von Schiedsrichter Dennis Baur mit der Roten Karte vom Platz gestellt. Chaibi (33) hatte nach einer Beleidigung durch einen Gegenspieler verbal „nachgetreten“. Mit den Einwechselungen von Danny Hepner und Metin Türkay kam mehr Schwung ins VfL-Spiel. Den 1:2-Anschlusstreffer (87.) erzielte Hepner nach Vorlage von Türkay.

Jüchen spielt am kommenden Wochenende beim 1. FC Mönchengladbach. Vielleicht kommt die Außenseiterrolle dem VfL entgegen. „Wir werden in den nächsten Tagen viele Gespräche mit der Mannschaft und einzelnen Spielern führen“, sagt Sommer. „Wir glauben an das Team und den Trainer.“ Jedenfalls will Jüchen das Feld nicht kampflos räumen. „Nach dem Spiel beim FC folgen dann nur noch Endspiele“, sagt Sommer.

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