Mönchengladbach: Yvonne Cremer ist die erste Frau an der Spitze

Fußball : Cremers Wahl ist logisch und historisch

Yvonne Cremer ist seit Mittwochabend die erste Frau an der Spitze eines Fußballkreises im Verband Niederrhein. „Das ist ein wichtiges Zeichen, muss aber Normalität werden“, sagt DFB-Vizepräsident Peter Frymuth. Cremer will die Kommunikation zwischen Kreis und Vereinen, aber auch unter den Vereinen verbessern und transparenter machen.

Am Mittwochabend kurz nach 20 Uhr hat der Fußballkreis Mönchengladbach/Viersen Geschichte geschrieben. Denn da wählte der Kreistag in der Gaststätte „Alt Eicken“ Yvonne Cremer einstimmig zu seiner Vorsitzenden. Damit steht erstmals im Fußball-Verband Niederrhein (FVN) eine Frau an der Spitze eines Kreises.

Natürlich ist Yvonne Cremer im Kreis keine Unbekannte. In der Nachfolge von Reinhold Rickers als Geschäftsführerin hat sie sich in sechs Jahren hervorragend bewährt und sich so viel Respekt erarbeitet, dass ihre Wahl nur eine Formsache war. Sie folgt auf Franz-Josef Vos, der nach 15 Jahren in diesem Amt ausscheidet und den Kreis in gutem Zustand übergibt. „Die Aufgabe hat mir stets Freude bereitet, und ich bereue keinen einzigen Tag in diesen 15 Jahren, obwohl ich manches Mal private Belange hintangestellt habe. Und ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass sich ehrenamtliches Engagement lohnt“, sagte Vos.

In diesem historischen Moment war auch der FVN-Vorsitzende Peter Frymuth mit dabei, der lobende Worte für den scheidenden Vorsitzenden im Gepäck hatte. „Franz-Josef Vos hat nie über Menschen, sondern immer mit den Menschen gesprochen. Dafür möchte ich ihm heute danken.“ Natürlich hat auch der FVN-Chef bemerkt, dass der Kreis einen wichtigen Schritt vollzogen hat. „Dass jetzt hier in Mönchengladbach eine Frau an der Spitze steht, ist ein wichtiges Zeichen, aber das muss Normalität werden. Wichtig ist aber auch, dass wir Frauen ermutigen, in den Vereinen Aufgaben zu übernehmen.“ Da Frymuth auch Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB)  ist, verkniff er sich auch einen Kommentar zur aktuellen Lage an der Spitze des deutschen Fußballs nicht: „Es ist erbaulich, dass es noch merklichen Applaus gegeben hat, als ich auch als Vizepräsident des DFB vorgestellt wurde.“ Ziel mit dem FVN sei es, das Vertrauen der Vereine zurückzugewinnen und noch näher an diese heranzurücken.

In eine ähnliche Richtung geht auch das, was sich die neue Vorsitzende auf die Fahne geschrieben hat. „Die Vereine haben alle ähnliche Aufgaben, die sie aber ganz unterschiedlich erreichen wollen. Eine wichtige Aufgabe für mich wird es sein, die Kommunikation des Kreises mit den Vereinen, aber auch der Vereine untereinander zu verbessern und transparenter zu machen.“

Neuer Geschäftsführer des Kreises ist Tim Stettner, der seine Funktion im Kreisfußballausschuss parallel weiterführen wird, was die Satzung durchaus nicht verbietet. Als Kassenwart wurde Wolfgang Lieven bestätigt. An der Spitze des Kreisfußballausschusses bleibt Thomas Klingen, als Beisitzer wurden neben Stettner auch Kerstin Eckartz, Torsten Nellen und Matthias Bongartz bestätigt.

Eine Kampfabstimmung wurde dann notwendig, weil sich nach der Bestätigung von Rainer Hilgers als Vorsitzendem des Kreissportgerichtes sechs Kandidaten auf fünf zu vergebende Posten als Beisitzer bewarben. Am Ende der schriftlich durchgeführten Abstimmung, die eine Weile in Anspruch nahm, stand dann fest, dass Dr. Vincenzo del Popolo, Rainer Delbos, Uwe Röhrhoff, Ümit Göksu und Ömer Celik künftig gemeinsam mit Hilgers für die Rechtsprechung zuständig sein werden.

Bestätigt wurde auch die Wahl von Schiedsrichter-Obmann René Donné und seinem Team vom Kreisschiedsrichtertag.

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