Mönchengladbach: Wolfpack-Trainer Phil Scales im Interview

Wolfpack-Trainer Scales im Interview : „Die Stadt unterstützt uns nur sehr wenig“

Phli Scales, Trainer des Gladbacher Wolfpacks, spricht über die bisherige Saison, was sein Team so stark macht, seine Zukunft und die fehlende Unterstützung der Stadt.

Nachdem das Damenteam des Wolfpacks bereits als Meister feststeht und demnächst in der 2. Bundesliga antritt, ist auch bei den Männern der Aufstieg in greifbarer Nähe. Der verantwortliche Cheftrainer (Headcoach) Phil Scales stand unserer Redaktion Rede und Antwort über den bisher positiven Saisonverlauf.

Der AFCVNRW (American Football & Cheerleading-Verband NRW) führt Ihre Mannschaft wegen der schlechteren Differenz nur auf Rang zwei der Verbandsliga-Tabelle hinter den punktgleichen Cologne Crocodiles Prospects. Wäre jetzt Schluss, würde der direkte Vergleich, den Sie im Hinspiel gewonnen haben, zu Ihren Gunsten ausfallen. Wie zufrieden sind Sie mit dem Saisonverlauf?

Scales Das Fazit kann nur positiv ausfallen. Zwar waren etliche Spiele unter unseren Erwartungen, trotzdem verließen wir das Feld als Sieger. Spielerisch ist noch viel Luft nach oben.

Gleich das erste Saisonspiel gegen die Mülheim Shamrocks ging mit 6:15 verloren. Wie sehr schmerzt die einzige Saisonniederlage?

Scales Überhaupt nicht. Wir sind ohne Vorbereitungsspiele in die Saison gestartet, den Fehler kreide ich mir selber an. Aber unser Gegner sind immer noch die Crocodiles. Gegen die Kölner haben wir bis zum 13:12-Auswärtserfolg bisher nie gewinnen können. Wir haben noch zwei Endspiele in Witterschlick und gegen Köln vor uns, bevor es in Mülheim dann um die Ehre geht.

Auch Mülheim kann sowohl Köln als auch Ihnen noch die Laune verderben, wenn sie die zwei Begegnungen gegen die beiden führenden Teams für sich entscheiden, und so der lachende Dritte werden.

Scales Das ist wohl wahr, aber jedes Spiel ist eine Herausforderung.

Inwieweit wird sich das Gesicht der Mannschaft verändern, ob in dieser oder in der 4. Liga?

Scales Das Team wird immer ergänzt. Spieler wechseln nach Saisonende oder hören auf. Und aus der U19 stoßen neue Spieler zu uns. Und die 4. Liga ist deutlich reizvoller für externe Neuzugänge, die aber auch zu uns passen müssen.

Drei der vier Auswärtsspiele hat Ihr Team zu Null bestreiten können, jedoch nur ein Heimspiel. Tut sich das Wolfpack auswärts leichter?

Scales Da gibt es keine Präferenz. Auswärts können wir es ruhiger angehen lassen, da wir nicht durch die Spielvorbereitungen gestört werden. Aber unser Heimpublikum gibt den Extraschub, das ist fantastisch.

Welche sind die Gründe für den Aufschwung?

Scales Wir haben Video-Aufnahmen von jedem Gegner. Wir wissen genau, wie die Gegner aufgestellt sind und wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten. Wie zum Beispiel zuletzt gegen Kevelaer, die mit neuen Spielern aus Holland aufliefen. Unsere Defensive hat immer den Spielmacher durchschaut und die Gegenmittel dazu sofort ergriffen. Überhaupt scheinen alle unsere Gegner gegen uns besonders motiviert zu sein.

Gibt es auch nächste Saison den Trainer Phil Scales beim Rudel?

Scales Ich bleibe Headcoach, solange ich Rückendeckung verspüre. Mein besonderer Dank geht an den Vorstand, der alles Erdenkliche unternimmt, um uns optimale Bedingungen zu verschaffen. Leider erfahren wir nur sehr wenig Unterstützung von der Stadt. So müssen wir wegen fehlenden Flutlichts derzeit öfters auf unterschiedlichen Plätzen und dann auch auf Asche trainieren. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit in unserer Sportart.

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