Mönchengladbach: So lief die Handball-Saison für die Gladbacher Teams

Handball : Lürrip hatte den meisten Grund zum Feiern

Der TV Korschenbroich erreicht seine Saisonziele, Borussia verpasst sie. Die TVK-Reserve steigt klar ab, der TV Geistenbeck wird Vizemeister. Lürrip holt zwei Titel.

HANDBALL Die Saison in der Region ist fast beendet, Entscheidungen sind gefallen. Zeit für ein Fazit.

Nordrheinliga

Trainer Dirk Wolf erfüllte die Saisonziele beim TVK. Foto: Georg Amend

Nach dem Drittliga-Abstieg musste sich der TV Korschenbroich gleich doppelt neu orientieren: Mit einem runderneuerten Team in einer neuen Liga. Sieben Zugänge wurden vor der Saison geholt, dazu in Dirk Wolf ein neuer Trainer. Das Ziel, unter die ersten Fünf der Liga zu kommen, hatte der Klub formuliert, Wolf wollte das mit schnellem, attraktivem Handball erreichen und so auch die Fans in der Waldsporthalle begeistern. Wer das Saisonfinale mit dem überzeugenden 34:26-Heimsieg gegen den Tabellenführer Rheinwacht Dinslaken erlebt hat, muss sagen: Die Ziele erreicht. Der TVK lief als Fünfter ein und öffnete nebenbei noch im Meisterschaftsrennen dem punktgleichen Verfolger SG Ratingen mit dem Erfolg über den Spitzenreiter die Tür zum Titel – die SG ging aber nicht hindurch. Auch auf einer zweiten Ebene feierten die Korschenbroicher lange Erfolge: Sie gewannen den Pokal auf Verbandsebene, zogen damit in den Deutschen Amateurpokal ein und unterlagen erst im Viertelfinale dem Liga-Konkurrenten BTB Aachen, der am Ende zum Finalturnier nach Hamburg fahren durfte. In David Biskamp stellte der TVK zudem den besten Siebenmeterschützen und drittbesten Werfer der Nordrheinliga (155 Tore). Insgesamt: Chapeau!

Oberliga

Überhaupt nicht zufrieden mit der Saison kann Borussia Mönchengladbach sein. Der Vorjahresdritte wollte diesmal um den Aufstieg mitspielen und gab Platz eins bis drei als Saisonziel aus. Nach einem völlig verkorksten Saisonstart fanden sich die Borussen aber nach der 24:25-Niederlage gegen Aufsteiger TV Lobberich plötzlich als Tabellenvorletzter wieder. Immerhin schaffte es Trainer Tobias Elis, seine Mannschaft wieder zu stabilisieren, auch wenn in der gesamten Saison kaum Konstanz aufkam. Am Ende liefen die Gladbacher als Tabellensechster mit 13 Siegen, einem Remis und zwölf Niederlagen ein. Die 654 geworfenen Tore sind der drittschlechteste Wert der Liga, 661 Gegentreffer bedeuten zumindest die drittbeste Defensive.

Verbandsliga

Der TV Geistenbeck feierte die Landesliga-Vizemeisterschaft. Foto: Georg Amend

Auch die Reserve des TVK musste sich erneuern, der Umbruch klappte trotz eines neuen Trainers nicht. Auch Tom Strack konnte den Absturz nicht verhindern, gerade einmal drei Zähler holte sein Team in der gesamten Saison und stieg als Schlusslicht sang- und klanglos ab. In der vorangegangenen Spielzeit hatte der TVK II davon profitiert, dass es nur einen Absteiger gab, diesmal war er einfach nicht gut genug. In Lukas Menze und Dominik Hoppe verliert er zudem nun seine besten Akteure und wird damit in der Landesliga wohl nicht um den Wiederaufstieg spielen.

Als Vorjahres-Zweiter war der TV Geistenbeck zu einem der Aufstiegsfavoriten erkoren worden, wurde diesem Ruf aber zunächst gar nicht gerecht. Erst einer fast perfekten Rückrunde war es zu verdanken, dass sich das Team von Trainer Thomas Laßeur am letzten Spieltag erneut die Vizemeisterschaft sicherte. „Es war eine komplett ernüchternde Hinrunde mit 13 Verlustpunkten“, sagte Laßeur und ergänzte: „Es gab verschiedene Gründe dafür, aber wir waren wohl auch dem Druck nicht gewachsen, dass wir zum Favoritenkreis gehörten. Dafür war die Rückrunde überragend, wir haben gegen jede Mannschaft den direkten Vergleich gewonnen. Das ist ein Trostpflaster. Die Mannschaft hat Charakter gezeigt und sich nie hängenlassen. Wie es nächstes Jahr wird, müssen wir sehen, durch den vermehrten Abstieg in der Oberliga wird es schwierig.“

Landesliga

Dass die Geistenbecker in der kommenden Saison weiterhin ein Derby haben, dafür hat die Turnerschaft Lürrip gesorgt. Die sicherte sich souverän den Titel und den Aufstieg in die Verbandsliga. Nur gegen den Vizemeister ATV Biesel verloren die Lürriper beide Partien, alle anderen Spiele gewannen sie. Die Bieseler wiederum dürfen sich ein wenig ärgern, auch sie verloren nur zwei Spiele, dafür waren die fünf Unentschieden aber zu viel, um im Titelrennen ganz oben anzugreifen. Der HSV Rheydt als Vierter spielte ebenfalls eine gute Saison, die Zweitvertretung des TV Geistenbeck lief als Achter ein. Mit nur fünf gewonnenen Punkten stieg der TV Beckrath als Schlusslicht in die Bezirksliga ab.

Bezirksliga

Was die Erste kann, können wir auch, dachte sich die Reserve der TS Lürrip – sie stieg aber nicht nur auf, sondern machte das auch noch mehr als souverän und hat bislang eine blütenweiße Weste ohne Verlustpunkt. Am kommenden Sonntag soll die makellose Bilanz im letzten Spiel beim ATV Biesel II auf 40:0 Zähler ausgebaut werden. Schon alle Partien absolviert hat Vizemeister TV 1848 der die Saison mit 31:9 Punkten abschließt. Dahinter sortieren sich die weiteren Gladbacher Vertreter ein, die alle die Klasse gehalten haben.

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