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Mönchengladbach: Philipp Kohlschreiber verlässt den GHTC

Nummer eins des Tennis-Bundesligisten : Philipp Kohlschreiber verlässt den Gladbacher HTC

Der deutsche Spitzenspieler war vier Jahre lang die Nummer eins des Tennis-Bundesligisten, wechselt nun aber nach München zum TC Großhesselohe. Druck, ein neues Aushängeschild zu finden, hat Teamchef Henrik Schmidt aber nicht.

 Nach insgesamt vier Bundesliga-Spielzeiten und einem Deutschen Meistertitel trennen sich die Wege des Gladbacher HTC und seines Topspielers Philipp Kohlschreiber. Der 35-Jährige, aktuell die Nummer 80 der Tennis-Weltrangliste, teilte GHTC-Teamchef Henrik Schmidt vor wenigen Tagen mit, dass er zum Ligakonkurrenten TC Großhesselohe in München wechseln werde. „Für uns ist das sehr schade, denn wir hätten Philipp gerne noch länger in unserem Team gehabt. Wir können seinen Entschluss jedoch auch nachvollziehen“, sagte Schmidt.

Demnächst wird Kohlschreiber deutlich kürzere Anreisen zu Bundesliga-Heimspielen haben, denn der deutsche Spitzenspieler wird bald seinen Wohnsitz von Kitzbühel nach München verlegen. Zudem ist Großhesselohes Teammanager Christopher Kas ein guter Freund und ehemaliger Doppelpartner Kohlschreibers. „Auch für Trainer Patrice Hopfe und mich ist Philipp zum Freund geworden. Er konnte sich eben nun zwischen zwei guten Möglichkeiten entscheiden“, sagte Schmidt.

Gladbachs Teamchef lobte die bisherige Nummer eins des Klubs als „großen Erfolgsgaranten und Sympathieträger der vergangenen Jahre. Wir sind ihm sehr dankbar dafür, dass er als Leitfigur mit dafür gesorgt hat, dass wir uns so positiv entwickeln konnten“. Gleich in seiner ersten Saison in Gladbach wurde Kohlschreiber mit dem GHTC Deutscher Meister. Darüber hinaus war er ein Zugpferd für die Heimspiele an den Holter Sportstätten: Wenn er für Gladbach aufschlug, kamen noch ein paar Tennis-Fans mehr zum GHTC. Er wurde zum Gesicht des Teams, wie es zuvor Dustin Brown war.

„Ich glaube schon, dass wir in den vergangenen Jahren solche Spielerpersönlichkeiten gebraucht haben, um uns zu etablieren und unsere Heimspieltage attraktiv zu vermarkten“, sagte Schmidt. Druck, ein neues Aushängeschild finden zu müssen, hat er deswegen aber nicht. „Unabhängig von unserer Nummer eins erfahren wir eine extrem positive und immer noch steigende Resonanz. Zudem hat sich in den vergangenen Jahren in unserem Kader wenig verändert. Viele Spieler sind schon seit Jahren dabei und Identifikationsfiguren“, sagte Schmidt, der zudem den Niederländer Robin Haase in der vergangenen Saison bereits als neuen Publikumsliebling ausgemacht hat.

Ungeachtet dessen wird es aber Veränderungen im Kader für die Saison 2020 geben – und die fallen sogar umfangreicher aus als in den Vorjahren. „Wir planen, vier neue Spieler zu holen. Philipp verlässt uns, zudem wird Guillermo Garcia Lopez keinen neuen Vertrag erhalten. Und bei zwei weiteren Spielern wird wohl der jeweils angedachte Turnierplan nicht mit der Bundesliga vereinbar sein“, sagte Schmidt. Mit acht Interessenten sei der Klub im Gespräch, die ersten Verpflichtungen könnten in Kürze schon feststehen. „Auf jeden Fall werden wir wieder eine starke Mannschaft stellen“, sagte Schmidt.