1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach
  4. Sport

Mönchengladbach: Markus Wollenweber über die Hallenstadtmeisterschaft

Schiedsrichter Markus Wollenweber : „Hallenstadtmeisterschaft unverzichtbar für den Fußballkreis“

Die Hallenstadtmeisterschaft musste wegen Corona ausfallen. Schiedsrichter Markus Wollenweber erzählt, wie sehr ihm ein Höhepunkt des Jahres nun fehlt.

Auch bei Schiedsrichtern aus dem Kreis Mönchengladbach-Viersen genießt die Hallenstadtmeisterschaft einen hohen Stellenwert. Dies erkennt man alleine schon an den hohen jährlichen Besucherzahlen der sogenannten „Hallenschulung“ am zweiten Montag im Dezember. Dort werden sowohl die alten Regeln nochmals in Gänze wiederholt als auch neue Regeln erläutert und besprochen.

Auch für mich ist die Hallenschulung ein unverzichtbarer Termin des Jahres. Dort bespricht man mit den Schiedsrichterkollegen des Kreises bereits die verschiedenen Gruppenkonstellationen und tauscht sich über die vergangenen Spiele aus. Wenn ich dann meine Ansetzung per Mail erhalte, schaue ich mir umgehend die Klassenzugehörigkeiten und die aktuelle Form der Teams an. Zudem überfliege ich zumeist die Kader der jeweiligen Mannschaften, um den ein oder anderen alten Fußballkameraden aus Jugendzeiten zu entdecken.

Am Tag der mir zugeteilten Gruppe freue ich mich bereits morgens auf die Halle. Schon am Spieler- und Offiziellen-Eingang erkenne ich das ein oder andere bekannte Gesicht und tausche mich über die gespielte Hinrunde aus. Danach geht es in die Halle. Besonders spannend finde ich immer, wenn man als Schiedsrichter die noch leere, sehr ruhige Halle betritt, mit dem Wissen, dass in etwas mehr als einer Stunde volle Tribünen mit einer zumeist super Stimmung auf einen warten.

Nachdem ich mich mit meinem Kollegen umgezogen habe und nochmals die Regeln durchgegangen bin, schauen wir uns gemeinsam das Warmmachen der Mannschaften an. Auch hier sehe ich viele Bekannte, sowohl auf dem Hallenparkett, als auch auf der Tribüne. Alleine das macht die Hallenstadtmeisterschaft unverzichtbar für den Fußballkreis. Nur dort sehe ich so viele Akteure und Funktionäre des Kreises. Das erste Spiel, das ich pfeife, ist immer wichtig, um gut ins Turnier zu starten. Dies beginnt schon beim Anpfiff.

Wichtig sind im gesamten Turnierverlauf eine selbstbewusste Körpersprache und eine passende Zweikampfbeurteilung, da gerade bei kniffligen Entscheidungen gefühlt die ganze Halle auf mich schaut. Auffällig sind immer Spielsituationen an der Zuschauerbande. Zum einen sehe ich, wie die halbe Tribüne aufsteht, um das Geschehen noch verfolgen zu können, und zum anderen knallt es immer enorm an der Holzverkleidung, so dass jedes Foulspiel eine viel größere Aufmerksamkeit erzeugt als die in der Hallenmitte.

Besonders anspruchsvoll und auch für uns Schiedsrichter sehr spannend wird es bei den letzten Spielen der Gruppe. Hier merkt man bereits beim kurzen Einlaufen der Teams, dass sowohl Zuschauer als auch Spieler noch wesentlich motivierter sind als in den Spielen zuvor. Ich freue mich immer wieder, wenn am Ende des Spieltags alle Mannschaften mit den Schiedsrichtern zufrieden waren und man sich im Anschluss sachlich, aber eben auch kritisch über einzelne Spielsituationen unterhalten kann. Auch wir Schiedsrichter freuen uns dann auf ein kühles Kaltgetränk und einige abschließende Gespräche, um den Spieltag Revue passieren zu lassen.

Die Halle ist und bleibt für mich als Schiedsrichter ein Jahreshighlight, das es hoffentlich im kommenden Jahr auch wieder zu erleben gibt.

Protokoll: Sascha Köppen