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Mönchengladbach: Interview mit Georg Schreiber vom FV Mönchengladbach

Georg Schreiber vom neuen FV Mönchengladbach : „Es ist eine Situation, die es so noch nicht gab“

Viele Fragen sind beim neugegründeten FV Mönchengladbach 2020 noch offen. Als Spielstätte kann sich Georg Schreiber die Ernst-Reuter-Anlage aber nur schwer vorstellen. Am Freitag entscheidet der Verband über die Spielklasse.

Nach dem Aus der Frauen-Mannschaften beim 1. FC Mönchengladbach gab es am Dienstag eine Neugründung: Die Frauen-Abteilung meldete sich beim 1. FC ab und rief den FV Mönchengladbach 2020 ins Leben. Noch fehlt aber eine Spielstätte. Auch die Ligazugehörigkeit ist noch ungewiss. Georg Schreiber, Sportlicher Leiter und Trainer im neuen Klub, spricht über die nächsten Schritte.

Herr Schreiber, wie fühlt sich die Neugründung mit ein paar Tagen Abstand an?

Schreiber Es war die richtige Entscheidung, von den Mädchen ist eine Last gefallen. Wir gehen diesen Weg jetzt, auch wenn er beschwerlich und holprig wird. Wir wollten diese Teams am Leben erhalten.

Was war ausschlaggebend? Es gab auch die Option, sich einem anderen Verein anzuschließen.

Schreiber Die Option gab es, aber wir wollten die Seele des 1. FC mitnehmen – nur nicht unter diesem Namen. Und das geht nur, wenn man neu mit einem eigenen Verein anfängt. Es ist aber kein Klub nur für Frauen. Die Farben blau und weiß kamen von den Mädchen. Man wollte nicht mehr blau und gelb (die Farben des 1. FC Mönchengladbach, Anm. d. Red.) tragen, weil man dafür zu enttäuscht war.

Wie ist die finanzielle Situation?

Schreiber Wir fangen im Minus an, weil wir gesagt haben, die Mädchen sollen die Beiträge nicht noch einmal zahlen – sie haben bereits einen Jahresbeitrag beim 1. FC gezahlt. Wir haben aber eine große Zustimmung erfahren, auch von Sponsoren.

Noch ist unklar, in welchen Spielklassen Ihre Teams starten – die erste Mannschaft spielte zuletzt in der Niederrheinliga. Am Freitag entscheidet der Verband.

Schreiber Nach der Entwicklung der letzten Tage hat uns der Verband signalisiert, alles zu versuchen. Von den Satzungen her ist es eine Situation, die es so noch nicht gab. Ich hoffe, dass man in unserem Sinne entscheidet und sagt, die haben sich das erarbeitet und können nichts für die Situation.

Es fehlt auch noch eine Spielstätte.

Schreiber Wir müssen gucken, welche Möglichkeiten die Stadt hat. Wir werden eine Lösung finden. Es kann auch sein, dass wir auf zwei Anlagen verteilt werden.

Wäre auch die Ernst-Reuter-Anlage des 1. FC eine Option?

Schreiber Das entscheidet letztendlich die Stadt. Ich kann es mir aber aktuell nur schwer vorstellen.

Könnte die bevorstehende Wahl zum Vorsitzenden des 1. FC eine Rolle beim Aus der Mannschaften gespielt haben?

Schreiber Das ist nicht unsere Baustelle. Wir als Trainer sind hingegangen und haben gesagt, wir wollen trainieren. Den Trainingsplatz haben wir dann nicht bekommen. Begründung: Ihr werdet nicht mehr für die Meisterschaft gemeldet, da wir Platzkapazitäten für unsere Herren brauchen, die in die Oberliga aufgestiegen sind. Ob da Vereinspolitik hintersteckt, das mag ich nicht zu beurteilen.