Mönchengladbach: Der Gladbacher HTC verliert im Rennen um die Saisoziele an Boden

Hockey : Der GHTC nutzt seine Chancen nicht

Gegen Blau-Weiß Köln gab es in der Zweiten Hockey-Bundesliga für den Gladbacher HTC ein 1:2. Damit ist der dritte Platz nicht mehr möglich. Aber Rang vier peilt Trainer Marcus Küppers noch an.

Jan-Marco Montag hat schon spektakulärere Siege in Mönchengladbach erlebt. 2006 bei der Weltmeisterschaft im Hockeypark zum Beispiel, unter anderem gab es da das legendäre  Endspiel gegen Australien, das die Deutschen nach einem 1:3-Rückstand noch 4:3 gewannen. Montag war an jenem 17. September 2006 als aktiver Teilnehmer beim vielleicht bislang schönsten Tag des deutschen Hockeysports dabei: Weltmeister im eigenen Land, das ist kaum zu toppen.

Dass da ein Sieg im Alltag der Zweiten Bundesliga nicht so richtig mithalten kann, ist nachvollziehbar. Und doch war das 2:1 von Blau-Weiß Köln beim Gladbacher HTC, seinem Ex-Verein, ein außergewöhnlicher für Montag. Er ist inzwischen Spielertrainer der Kölner und mit dem Sieg an den Holter Sportstätten hat sich sein Team die Chance bewahrt, vielleicht noch aufzusteigen.

Auch dieses Mal holte Montags Mannschaft einen Rückstand auf. Julian Lindner hatte Gladbach nach einem schönen Sololauf nach 13 Minuten in Führung gebracht. Doch Juri Hägele (37.) und Sebastian Behr, der in der 51. Minute per Siebenmeter traf, drehten das Spiel zu Gunsten der Gäste. Montag war nur Außenstehender, weil er als Spieler gesperrt war. Coachen durfte er.

Gladbach verspielte damit die letzte Chance auf Platz drei, da die Blau-Weißen, derzeit auf diesem Rang ansässig, nun acht Punkte Vorsprung haben. GHTC-Trainer Marcus Küppers war grundsätzlich zufrieden mit der Darbietung seines Teams, haderte aber mit der Chancenverwertung. Die Defensive hatte in der Vorbereitung auf das Spiel vor allem auf dem Lehrplan gestanden – das Erlernte wurde gut umgesetzt. „Köln hatte nur wenige Chancen. Wir haben diese Mal einfach vorn zu viel liegen lassen, weil wir im gegnerischen Kreis oft unglücklich agiert haben“, fasste Küppers zusammen und stellte fest: „Das ist untypisch für uns.“

Tatsächlich ist die Gladbacher Offensive die drittbeste der Nord-Gruppe der Zweiten Liga mit nun 54 Treffern. Nur Tabellenführer Großflottbeck und der Zweite Schwarz-Weiß Neuss stehen besser da. Dieses Mal jedoch klappte es nicht vor dem gegnerischen Tor. Weswegen es nur 1:0 stand nach zwei Vierteln. Dann machte Köln vor, was Effektivität ist und machte aus wenigen Chancen zwei Tore.

Weil Schwarz-Weiß Köln siegte (2:0 in Heimfeld), haben die Gladbacher auch im Rennen um Platz  vier vor den letzten beiden Partien der Saison an Boden verloren. Schwarz-Weiß hat 30 Punkte, die Gladbacher 27. Für den GHTC geht es am Samstag, 15. Juni, daheim gegen den neuen Letzten und Absteiger Kahlenberger HC, dann kommt es zum Showdown bei Schwarz-Weiß Köln am Sonntag, 23. Juni. Geht es nach Küppers, soll es ein echtes Endspiel werden. „Wir wollen uns noch Platz vier holen“, sagt er.