Mönchengladbach: Dem Westdeutschen Meister Florian Westers gefällt die "Location"

Skateboard : Mit dem „Nollie Tre Flip“ zum Titel

Beim Turmfest fuhren die Skateboarder die Stadtmeisterschaften und die „Westdeutschen“ aus.

Fabian Sillekens hat eine Maxime, wenn er mit seinem Skateboard in den Parcours geht. „Ich mache erst die Basics, um ein Gefühl zu bekommen, dann kann man immer noch schwerere Tricks einbauen“, sagte der 24-Jährige, der für die Mönchengladbacher Rollbrett Union fährt. „Mir ist eine saubere Ausführung wichtig, schließlich fährt das Auge auch mit.“ Dass er in seiner Final-Kür um die Gladbacher Stadtmeisterschaft auf dem Parcours auf dem Rheydter Markt einen „Nollie Tre Flip“, einen seiner Lieblingstricks, hinkriegte, gefiel ihm. Insgesamt überzeugte der Krefelder die Jury mehr als alle Konkurrenten und ist nun zum ersten Mal Gladbacher Champion. Den Titel bei den Frauen holte seine Vereinskollegin Jocelyn Rebmann.

Nicht nur die städtischen Titel wurden seit Freitag im Rahmen des Turmfestes ausgefahren, sondern auch die Westdeutschen. Bei den Männern siegte Florian Westers aus Emsdetteten, in der Masters-Klasse Patrick Winter aus Oldenburg und bei den Frauen Jennifer Schneeweiß aus Göttingen. Westers wird Gladbach schon deswegen in guter Erinnerung bleiben, weil er hier seinen ersten westdeutschen Titel einfuhr. „Es ist hier echt eine coole Location. Sicherlich ist es ein Risiko, unter freiem Himmel zu fahren, wenn es geregnet hätte, hätten wir ein Problem gehabt. So war aber alles bestens“, sagte er.

Der beste Profi-Fahrer der Rollbrettunion war der Warendorfer Jost Ahrens, der für den Gladbacher Klub startet. Er wurde Vierter. Auf Platz acht und neun folgten Jeffrey Esgura und Dominic Wenzel, beide aus Gladbach. Im Master-Wettbewerb wurde Christian Michalowski Fünfter. Doch auch ohne Titel bei den „Westdeutschen“ hatten die Gastgeber ihre Freude am bislang größten Freiluft-Skateboard-Event in der Stadt. „Es war klasse, wie viele Top-Fahrer hier zu sehen waren. Unter anderem der frischgebackene Europameister Alex Mizurov. Und ich glaube, wir haben viele neue Interessenten für unseren Sport gewonnen. Auch ältere Leute haben sich erklären lassen, was hier passiert“, sagte Joshua Corsten von der Rollbrett Union.

Die Welt der Skater ist eine für sich, es gibt sogar quasi eine eigene Sprache. Wer Moderator Lars Billekens beim Kommentieren des finalen Laufs der „Westdeutschen“ zuhörte, bekam einiges davon mit. Die Tricks, die die Skater auf den Rheydter Parcours brachten, der zuvor auch bei der Europameisterschaft in Duisburg gefahren worden war, haben Namen, die zuweilen so lang sind wie die der Figuren in einem Dostojewski-Roman. Corsten gefiel ganz besonders ein „360er Flip auf der Pyramide“, den sein Klub-Kollege Jost Ahrens vorführte. Aber auch der „Back-BS-Doubleflip“ von Christoph Radtke im abschließenden Trick-Wettbewerb, den Alex Ring gewann.

„Wir hatten ein super hohes Niveau“, fasste David Suhari, von der Rollbrettunion den sportlichen Wert der Veranstaltung zusammen. Ronja Rheydt hatte ihre persönliche Heldin: Die erst siebenjährige Emma, die „unter allen Großen ihr Ding im Parcours gemacht und alles geschafft hat“.

Moderator Billekens hatte für gelungene Aktionen stets das Adjektv „nice“ übrig. Man kann das Wörtchen mit „nett“ oder „gut“ oder „schön“ übersetzen. Letzteres darf auch als Werturteil für das Skateboard-Event auf dem Rheydter Markt herhalten. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Suhari, als die Rampen des Parcours schon demontiert wurden. Rheydt war drei Tage sozusagen ein Rollbrett – nun hofft die Rollbrett Union, dass nachhaltig etwas davon bleibt. „Ich denke, da werden einige in unsere Workshops, die dienstags sind, kommen“, vermutete Corsten.

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