Mönchengladbach: Bei der Spvgg Odenkirchen ist es turbulent

Bezirksliga-Fußball : Es ist turbulent in Odenkirchen

Niklas Nilges vertritt Trainer Manfred Claßen. Nach sechs Spielen ist die Spielvereinigung Odenkirchen Vorletzter.

Es war am vergangenen Wochenende irgendwie ein Glück, dass nur 50 Zuschauer der historischen Niederlage Odenkirchens gegen Grefrath beiwohnten. Das 0:8 ist ein Tiefpunkt in der noch jungen Spielzeit. Da stellt sich die Frage, wohin der Weg beim Landesliga-Absteiger führt. Die beiden höchsten Heimniederlagen bisher waren jeweils ein 1:6 gegen den Rather SV im April 2018 und gegen den 1.FC Viersen in der Saison 2004/05. Selbst auf fremden Plätzen ließ sich Odenkirchen nie derart auseinandernehmen. Seit der Saison 2003/04 endeten nur sechs Spiele mit sechs beziehungsweise sieben Toren Differenz zugunsten des Gegners. Somit geht das 0:8-Debakel in die Annalen des Vereins ein.

Das Ergebnis passt indes zum Gesamteindruck der bisherigen Saison: Es ist turbulent in Odenkirchen. Die Spielvereinigung ist Vorletzter, hat nach sechs Spielen einen Punkt und eine Torbilanz von minus 19. Geschäftsführer Lucio di Battista dementierte indes die Meldung, Odenkirchen habe einen neuen Trainer. Di Battista erklärte, dass Manfred Claßen immer noch Coach sei und nicht wie vorher verlautet Oliver Schoepp. Schoepp ist Jugendtrainer bei Borussia und darf daher keine weitere Trainertätigkeit ausüben.

Schoepp habe sich nur bereit erklärt, das Training mitzugestalten und dem Interimstrainer Niklas Nilges, der eigentlich Odenkirchens Dritte Mannschaft in der Kreisliga B trainiert und den erkrankten Claßen vertritt, hilfreich zur Seite zu stehen. Zudem könne Schoepp wegen seiner Verletzung auch nicht aktiv ins Spielgeschehen eingreifen und der Bezirksliga-Mannschaft für einige Spiele aushelfen. Claßen soll nach Aussage von di Batista erst einmal gesund werden, „dann setzen wir uns wieder zusammen“.

Zudem teilte der Geschäftsführer  mit, dass die Erste Mannschaft trotz des wenig erbaulichen Starts in die Saison weiterhin sein vollstes Vertrauen besitzt. „Wir haben die Spieler unserer damaligen Zweiten gefragt, ob sie als Erste Mannschaft in der Bezirksliga spielen wollen oder weiterhin in der Kreisliga A als erste Reserve. Die Mannschaft hat die Herausforderung in der Bezirksliga angenommen“, sagte er.

„Das Spiel gegen Grefrath war aber nicht nur ein Schritt, sondern zwei Schritte zurück, nachdem in den beiden Spielen zuvor gegen Kleinenbroich und Uedesheim ein deutlicher Aufwärtstrend zu sehen war. Aber wenn du dir in der ersten Viertelstunde bei drei Schüssen auf das Tor gleich drei Treffer einfängst, schwindet der Glaube an die eigene Stärke mit jedem Gegentor mehr und mehr“, versuchte di Batista das Debakel des Wochenendes zu erklären.

Weiterhin sagte di Batista, dass kleine Unstimmigkeiten innerhalb des Odenkirchener Vorstandes zu unterschiedlichen Aussagen führten. „Da ist bei der nächsten Sitzung der Fußball-Abteilung am 26. September sicherlich Redebedarf. Wir wollen alle das Optimale erreichen, aber das geht nur, wenn alle am gleichen Strang ziehen“, sagte di Batista.

Aber vielleicht hatte der Vorsitzende Matthias Preckel gar nicht mal so Unrecht, als er sagte: „Lieber einmal 0:8 als achtmal 0:1 verlieren“. Besinnt sich das Team auf die alten Stärken aus der Kreisliga A, könnte der Aufschwung schneller da sein als viele vermuten.

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