Turnen: Mit Schwung auf dem Weg zum Rhönrad-Cup

Turnen : Mit Schwung auf dem Weg zum Rhönrad-Cup

Qualifikationsturnier für den Deutschlandcup: Beim TV-Liedberg kämpften 201 Turner um den Liedberg-Pokal im Rhönradturnen.

Schnell noch die Füße festgezurrt, mit den Händen festen Halt verschafft und den Körper angespannt — dann kann es losgehen. Doch was dann kommt, erfordert ein hohes Maß an Konzentration, Koordination und Mut: "Jeder Handgriff muss sitzen", sagt Übungsleiter Hans-Willi Karls vom TV Liedberg. Mit Schwung setzt sich das große Rad in Bewegung, minimale Gewichtsverlagerungen sorgen für den Antrieb. Das Rhönradfahren sieht nicht nur elegant aus, sondern ist auch ganz schön anspruchsvoll. Eines von drei Qualifikationsturnieren für den Deutschlandcup im Rhönradfahren fand jetzt beim TV Liedberg in der Waldsporthalle am Sportplatz in Korschenbroich statt. Die Verleihung des 31. Liedberg-Pokals im Rhönradturnen rief sogar Teilnehmer aus Belgien auf den Plan.

Aufgeteilt in einen Zweikampf als Pflichtübung und eine frei gestaltbare Kür können die 25 Mannschaften, die beim Turnier gegeneinander antraten, unter Beweis stellen, wie gut sie die großen weißen Stahlräder beherrschen. "In diesem Jahr zählen wir genau 201 Teilnehmer", zeigt sich Hans-Willi Karls vom TV Liedberg mit der Resonanz der Sportveranstaltung zufrieden.

Sein Verein organisiert das Turnier seit 1983 jedes Jahr, nur einmal musste es wegen eines Wasserschadens ausfallen. Die Rhönradturner seien beim Liedberg-Pokal nach unterschiedlichen Jahrgangsstufen sortiert. Alles beginnt bei den Teilnehmern, die gerade einmal acht oder neun Jahre alt sind und endet bei jungen Erwachsenen. "Die Bewertung erfolgt von Kampfrichtern in einer Punkteskala. Dabei kommt es vor allem auf den Schwierigkeitsgrad der aufgeführten Kür sowie auf das exakte Turnen der Pflichtübungen im Zweikampf an", sagt Karls.

Seit acht Jahren rollt auch Sarah van Riesenbeck vom TV Liedberg mit Begeisterung durch die Sporthallen des Landes: Mit 18 Jahren steht sie kurz davor, in die Gruppe der erwachsenen Rhönradturner aufgenommen zu werden — doch beim Qualifikationsturnier für den Deutschlandcup führt sie ihre Kür und die Pflichtübungen vor den Kampfrichtern noch als Schülerin auf. "Es ist gut gelaufen", zieht die Pescherin nach dem Pflicht-Zweikampf eine positive Bilanz.

Sie belegte mit 7,45 von 15 möglichen Punkten Platz 23 in der Altersklasse "Zweikampf Jugendturnerinnen". Die Platzierung teilt sich die 18-Jährige mit ihrer Vereinskameradin Maren Kühn (Jahrgang 1998), die ebenfalls 7,45 Punkte holte. Siegerin ihrer Altersklasse wurde Agnes Bothe (1996) vom TSV Bayer 04 Leverkusen, die fünf Punkte für den Pflichtteil und 7,3 Punkte für ihre Kür kassierte.

Mit Begeisterung fürs Rhönradturnen schaut auch der Vize-Bürgermeister der Stadt Korschenbroich, Dietmar Ibach, zu und feuert als einer von über 450 Zuschauern eifrig mit an: "Meine Tochter hat früher selbst geturnt und ist einige Jahre auch Rhönrad gefahren. In meinen Augen ist das eine der edelsten Sportarten überhaupt", sagt Ibach.

Das Rhönradturnen werde von vielen Menschen unterschätzt, schließlich seien die Übungen zum Großteil ausgesprochen anspruchsvoll — gerade, wenn die Turner nicht durch Schnallen gesichert sind und sich frei innerhalb des Rads oder sogar darauf bewegen. Die weitaus höchste Punktzahl erreichte Annika Bonin (Jahrgang 1994) vom TV Bredeney mit 14,5 im Zweikampf der Frauen.

(RP)