Fußball: Menschlich passt es nicht mehr

Fußball: Menschlich passt es nicht mehr

Sie wollen sich nicht wiederwählen lassen als Kreisvorsitzender, weil eine Mehrheit der Schiedsrichter vorige Woche in einer Kampfabstimmung den bisherigen Kreisschiedsrichterausschuss abgewählt und vier neue Leute mit Thomas Sleegers an der Spitze gewählt hat. Warum diese krasse Reaktion?

Vos Wir haben als Kreisvorstand im Vorfeld Gespräche mit beiden Lagern geführt. Dabei hat sich gezeigt, dass im Schiedsrichter-Lager manches nicht in Ordnung ist. Ich verstehe Thomas Sleegers menschlich nicht mehr. Und das ist nicht nur meine Meinung, sondern auch die der Kollegen im Kreisvorstand, die fast alle am 23. April deshalb ebenfalls nicht kandidieren werden.

Warum kommen Sie nicht klar?

Vos Wenn jemand im Ehrenamt mit rechtlichen Schritten droht, Dienstvorgesetzte informieren will und zum Beispiel mit einstweiligen Verfügungen die Herausgabe von Unterlagen zu verhindern versucht, die dem Vorstand des Vereins Pro Schiedsrichter zustehen, statt auf gemeinsame Lösungen zu setzen, dann sehen wir keine Basis für eine Zusammenarbeit mehr.

Worum geht es konkret?

Vos Insbesondere um finanzielle Dinge beim Schiedsrichter-Hallenmasters 2009 hier in Gladbach.

Hat da jemand in die eigene Tasche gewirtschaftet?

Vos Das will ich nicht unterstellen und hoffe, dass es nicht der Fall ist. Der Vorstand des Vereins Pro Schiedsrichter hat jetzt per Gerichtsvollzieher die Unterlagen bekommen und wird sie prüfen.

Hat man Thomas Sleegers zuviel Handlungsspielraum gelassen?

Vos Er hat immer sehr engagiert gearbeitet und das Masters auch fantastisch organisiert. Aber der Kreisschiedsrichterausschuss hat die Sache wohl ein bisschen zu sehr aus der Hand gegeben. Ich habe persönlich vor vielen Jahren gut mit Thomas Sleegers zusammengearbeitet. Aber in den letzten Monaten ist zuviel passiert. Wenn man im Ehrenamt arbeitet, muss man auch menschlich gut klarkommen. Und das ist nicht mehr der Fall. Von dieser Entwicklung bin ich persönlich enttäuscht.

Gerät der Kreis und damit der Fußball in Gefahr, wenn der komplette Kreisvorstand abtritt?

Vos Davon gehe ich nicht aus, und das will ich nicht hoffen. Außerdem ist es ja soweit noch lange nicht. Der Kreisvorstand wird versuchen, weiter im Sinne der Vereine zu arbeiten, damit sie nicht unter der Situation leiden. Sie müssen den Schiedsrichterobmann auf dem Kreistag ja wählen und letztlich entscheiden, was sie wollen, ob sie bereit sind, viele für einen opfern.

O. E. Schütz sprach mit Franz-Josef Vos.

(RP)