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American Football: Mavericks gewinnen enges Derby

American Football : Mavericks gewinnen enges Derby

Durch ein 24:19 im Nachbarschaftsduell mit den Düsseldorf Panthern haben sich die Mavericks eine gute Position für die Play-offs erarbeitet. Die erste Halbzeit war klar, die zweite wurde noch einmal eng: Drei Sekunden vor Schluss hatten die Panther noch die Siegchance.

Der Jubel auf der Gästetribüne kam zu früh. Als Estrus Crayton den Ball wenige Sekunden vor Schluss fing, feierten die Düsseldorf Panther schon den Sieg bei den Mavericks. Doch Crayton fing den Ball außerhalb des Spielfeldes. Die Schiedsrichter erkannten dies und gaben den Touchdown nicht. Es war das Ende eines in der ersten Halbzeit einseitigen und am Ende dramatischen Derbys in der German Football League GFL, das die Mavericks 24:19 gewannen.

Hätte Crayton den langen Pass des Klasse-Quarterbacks Robert Demers in der Endzone gefangen, dann hätte Düsseldorf gewonnen. Dabei ging es in dem Nachbarschaftsduell vor knapp 3000 Zuschauern im Hockeypark um mehr als den Derbysieg. Die Mavericks sind nun mit zwei Punkten Vorsprung vor Düsseldorf Zweiter und haben beste Aussichten auf einen attraktiven Platz für die Play-offs um die Deutsche Meisterschaft.

Doch Headcoach Walter Rohlfing war sauer: "Die erste Halbzeit war gut. Aber wir haben nicht gelernt, damit umzugehen." Dabei beherrschten die Mavericks den Nachbarn in der ersten Halbzeit nach Belieben. Die Defensive der Gastgeber machte einen Klassenunterschied deutlich zu den Panthern. Deren Top-Quarterback Robert Demers, der beste Deutsche auf seiner Position, geriet immer wieder zügig unter Druck und fand kaum Anspielstationen. Bei einem Punt kurz vor der Düsseldorfer Grundlinie brach Gladbachs Adam Goloboski durch, blockte den Punt und bekam den Ball auch noch kurz vor der Grundlinie zu fassen – ein Defense Touchdown. "Unser Game Plan hat uns gut vorbereitet. Ich wusste, dass die Chance zum Block da war", sagte Goloboski.

Weil die Gladbacher Defensive um die starken Goloboski und Murat Senem weiter energisch arbeitete (allein Lenny Greene fing zwei Interceptions), kam die Offensive erneut in eine günstige Feldposition: Nach zehn Minuten im ersten Viertel fand Quarterback Colin Clancy den in die Endzone vorgestoßenen Empfänger Patrick Klein – der zweite Touchdown. Im zweiten Viertel gelang Sascha Jungblut noch per Fieldgoal das 17:0. Die Düsseldorfer Offensive fiel nur durch Strafen auf: Nationalspieler Dominic Hanselmann zum Beispiel sorgte für 15 Yards Strafe, weil er vor Frust seinen Helm wegkickte. Und später musste er ganz vom Feld, als er den Gegner verhöhnte.

Gegen Ende der ersten Hälfte versuchte es Robert Demers mal alleine – es waren die ersten nennenswerten Raumgewinne der Gäste. Im dritten Viertel allerdings wurden die Panther immer stärker. Estrus Crayton verkürzte per Touchdown auf 6:17. Beim Fangen war er allerdings wie am Ende deutlich hinter der Seitenlinie. Die Gladbacher kassierten immer mehr Strafen (allein 18 in der zweiten Hälfte) und erlaubten sich Ballverluste, die vor allem Demers zu starken Läufen nutzte. "Er hat die entscheidenden Meter gemacht", sagte Rohlfing. Die Mavericks brachten den Gegner immer wieder in gute Feldpositionen. "Wir machen uns selbst das Leben schwer mit so vielen Fehlern", ärgerte sich der deutsche Nationalspieler Lenny Greene. Nur: Die Gladbacher Defensive bügelte die Fehler der Offensive fast immer wieder aus. Auch das zeichnet ein Klasseteam aus, das um die Deutsche Meisterschaft mitspielt. Für Sportdirektor Maroan Wahab ist nun klar: "Wir wollen den zweiten Platz halten."

Punkte: 7:0 (Touchdown Goloboski, Zusatzpunkt Jungblut), 14:0 (Touchdown Klein, Zusatzpunkt Jungblut), 17:0 (Fieldgoal Jungblut), 17:6 (Touchdown Crayton), 23:6 (Touchdown Klein, Zusatzpunkt Lange), 24:12 (Touchdown Coles, Zusatzpunkt Jaeger), 24:19 (Touchdown Demers)

(RP)