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Schach: Markus Reinke mit sieben Siegen zum dritten Schach-Titel

Schach : Markus Reinke mit sieben Siegen zum dritten Schach-Titel

Der neue Champion verlor keine einzige Partie im Kampf um die Stadtmeisterschaft. Der Sport boomt aktuell in Mönchengladbach.

Sein Trikot zerreißt er nicht im Siegels-Taumel, und er schreit auch nicht vor Glück. Markus Reinke streckt einfach lächelnd die Hand mit drei ausgestreckten Fingern in die Höhe — es ist sein dritter Titelgewinn im alljährlichen Kampf um die Stadtmeisterschaft im Schach.

Im Spiellokal des Rheydter Schachvereins, der Kantine der Firma Schorch auf der Breite Straße, kommt nur kurz Unruhe auf, als am Spitzenbrett Meer Kupermann Reinke die Hand als Zeichen der Aufgabe reicht. Etliche der vierzehn Partien der Finalrunde sind ja noch im Gange. Wieder einmal hat der frischgebackene Familienvater sein taktisches Können, seine Lust an Verwicklungen auf dem Schachbrett in einen Sieg ummünzen können. Siebenmal in Folge war seine aggressive Spielweise erfolgreich in diesem Jahr. So einen Durchmarsch hat es lange nicht gegeben bei dem Turnier, zu dem Mitglieder der drei Gladbacher Vereine sich miteinander messen. Seit Jahren dominieren die Spieler des Rheydter Schachvereins das sportliche Geschehen, wenngleich sich diesmal mit Ulrich Kox und Jan Ophüls zwei Denksportler von Turm Rheydt hinter dem Spitzenquartett positionieren können. Mit Markus Reinke setzt sich auch der Rating-Beste durch, vor dem letztjährigen Titelträger Thomas Krause, Senioren-Stadtmeister Herbert Rings und dem Gladbacher Schach-Neuling Serge Heidenreich.

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Der Schachsport in Mönchengladbach schwimmt derzeit auf einer Euphorie-Welle. Mit dem smarten, noch fast jugendlichen Magnus Carlsen feiert die Denksport-Gemeinde einen Weltmeister, der das Zeug zum Medienstar hat. In Mönchengladbach wirkt Ilja Zaragatski als erster Gladbacher Großmeister als Idol zum Anfassen besonders für den Nachwuchs.

Sportlich liegen zwar Welten zwischen dem Gladbacher Stadtmeister, der für Rheydt am Spitzenbrett der Verbandsliga punktet, und dem Bundesligaspieler Zaragatski. Aber die Zeichen stehen auf Entwicklung.

Entgegen dem landläufigen Trend wächst in Mönchengladbach der Rheydter Schachverein, gerade im Jugendbereich, zurzeit sind 93 Mitglieder gemeldet. Bei den Senioren bleibt die Aktiven-Zahl stabil in Zeiten, da gerade kleinere Vereine ums Überleben kämpfen. Das kann, wer will, auch am Turnier um die Stadtmeisterschaft ablesen. Unter den 31 Teilnehmern kommen zwei vom Mönchengladbacher Schachverein, sechs von Turm Rheydt, einer ist vereinslos.

Aufschlussreich sind auch die Biografien der Erstplatzierten. Reinke, 42, ist jüngst Vater geworden, findet trotz hoher beruflicher Anspannung Zeit für sein Hobby. Herbert Rings, 73, der ein gutes Turnier spielte, trotzt sein Engagement für den Denksport den Beschwernissen des Alters ab. Vizemeister Thomas Krause, 47, hat ebenso wie der Viertplatzierte Serge Heidenreich, 42, Familie und steht mittendrin im Berufsleben. Wie schon bei dem Schachfest vor einigen Wochen um Ilja Zaragatski kommen immer mal wieder Neugierige zu den Spieltagen der Stadtmeisterschaft und verfolgen die mitunter fünf Stunden währenden Duelle. Das gab es in den vergangen Jahren kaum.

(ark)