Fußball : Mal Frust, mal Lust

Vor dem Start der Fußball-Bezirksliga zählten Neuwerk und Jüchen zu den Titelkandidaten. Doch bisher haben diese Vereine die hohen Erwartungen nicht erfüllt. Beiden Mannschaften fehlt die Konstanz. Sonntag treffen die Teams aufeinander.

Mal Frust, mal Lust. Das Ergebnis dieser Berg- und Talfahrt der Bezirksligisten Neuwerk und Jüchen lässt die beiden Trainer frühzeitig altern, führt in allen Bereichen der Vereine zu Enttäuschungen. Beiden Mannschaften wurde vor dem Saisonstart zugetraut, oben, sogar ganz oben mitzumischen. Doch von diesen Plätzen sind beide Teams vor dem direkten Aufeinandertreffen Sonntag ganz weit entfernt. Jüchens Trainer Georg Krahwinkel wie auch sein Neuwerker Kollege Jörg Neun sind sich einig: "Sportlich ist unsere Situation absolut enttäuschend."

Die beiden stehen mit ihrer Meinung nicht alleine da. Sie bekommen uneingeschränkte Unterstützung aus der Mannschaft. Jüchens Abwehrspieler Thomas Thierling: "Was wir bisher geboten haben, ist suboptimal." Christian Bocks von den Sportfreunden gibt zu: "Das haben wir uns sicher anders vorgestellt. Wir hatten ja schon gedacht, in der Spur zu sein."

Die Neuwerker gerieten ganz schnell in den Keller der Liga, teilweise standen sie sogar auf einem Abstiegsplatz. Doch nach dem sechsten Spieltag schienen sie sich erholt zu haben. Platz sechs hätte eigentlich Lust auf mehr machen müssen. Doch zwei Klatschen (0:5 bei Kapellen-Erft, 1:6 gegen Rheindahlen) ließen sie wieder abstürzen. "Wir haben Potenzial, treiben im Training einen hohen Aufwand. Dann muss da auch mehr sonntags auf dem Platz passieren", stellt Jörg Neun fest. Vor allem die Art und Weise, wie diese Spiele verloren wurde, ärgert ihn. "Verstehen kann man das nicht, es sei denn es hängt mit der Neuwerker Mentalität zusammen", sagt Neun. Christian Bocks stellt fest: "Wir leisten uns hinten individuelle Fehler, vorne lassen wir die Chancen aus."

Nicht viel besser ergeht es Georg Krahwinkel, der aber schon die eine oder andere Ursache zu erkennen glaubt. "Wir haben einen großen Kader. Jeder kann in der Erstbesetzung spielen. Das stellt uns vor Probleme, die wir in der Vergangenheit nicht kannten", sagt er. Also wird nach einer sehr guten Vorbereitung rotiert, zumal wenn es Verletzungen, Platzverweise oder Formschwächen gab. "Das war alles richtig, aber dadurch haben wir wohl unsere Bestbesetzung noch nicht gefunden, eine Formation, die mehrere Spiele unverändert bleibt", vermutet auch Thierling.

Gespräche haben beide Trainer mit ihren Spielern in den vergangenen Wochen schon häufiger geführt. Theoretisch scheint jedem die Lage klar zu sein. Doch wenn es darauf ankommt, ergeben sich nur sporadisch Erfolgserlebnisse. "Wir müssen uns stabilisieren, kleine Schritte machen und auch schon mal mit einem Punkt zufrieden sein", sagt Thomas Thierling. Ein Punkt in Neuwerk wäre für Jüchen, das gegen die Sportfreunde bisher eine negative Bilanz hat, in diesem Sinne ein Erfolg.

In diesem Jahr will Christian Bocks die Konstanz erreichen, die die Neuwerker bisher vermissen ließen. "Wir hatten zwischendurch gedacht, wir wären schon so weit. Das war wohl nicht so, aber da müssen wir hin kommen, zumal wir uns sicher andere Ziele gesetzt haben. Wir sollten schon am kommenden Wochenende die Kurve kriegen", sagt er. Die Neuwerker werden vielleicht schon mit einem Remis nach den zwei bösen Klatschen zufrieden sein.

(RP)