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Leichtathletik: Wieso Schwalmtaler Axel Zachau 53 Marathons in einem Jahr lief

Im Schnitt ein Lauf pro Woche : Wieso Axel Zachau 53 Marathons in einem Jahr lief

Axel Zachau hat ein sportlich bemerkenswertes Jahr 2021 hinter sich: Der Schwalmtaler absolvierte 53 Läufe, die mindestens über die Marathondistanz von 42,195 Kilometer gingen. Der Höhepunkt war ein Hundert-Meilen-Lauf über 26 Stunden.

Einen Marathon im Jahr zu laufen, das ist bereits eine beeindruckende Leistung. Einige Leute absolvieren dann auch noch einen zweiten, dritten, vierten oder fünften Lauf über die Distanz von 42,195 Kilometer – was sie zu echten Ausnahmesportlern macht. Axel Zachau ist 2021 quasi jede Woche einen Marathon gelaufen: 53 waren es am Jahresende. Eine Gesamtdistanz von 2404 Kilometer, ungefähr die Strecke von Viersen bis nach Moskau. Mit dem Training summiert sich die Leistung laut Zachau sogar auf 6363 Kilometer.

Mit dem Sport begann der 47-Jährige erst vor neun Jahren, aus gesundheitlichen Gründen: Zachau wog 105 Kilogramm und hatte Probleme mit dem Blinddarm. Er stellte seine Ernährung um – und fand im Laufsport seinen optimalen Ausgleich, den er heute nicht mehr missen möchte. „Man verbraucht viele Kalorien, ist nicht abhängig von anderen und kann es überall machen“, sagt er. Er fing klein an, steigerte sich in seinen Läufen und trat später dem Verein Athletik Waldniel bei, in dessen Vorstand er heute sitzt. „Dann lief ich meinen ersten 20-Kilometer-Lauf, dann den ersten 30-Kilometer-Lauf – und der Schritt zum ersten Marathon 2014 in Berlin war dann nicht mehr weit“, sagt er. Damals hat ihn das Training für eine Bestzeit unter 3:30 Stunden angetrieben, was er in Frankfurt 2018 schaffte. Bestzeiten seien für ihn, seitdem er „Vielläufer“ sei, aber nicht mehr erreichbar, sagt er. Nun sei der Anreiz: „Wie weit komme ich – was ist mein Körper in der Lage zu schaffen? Und es gehört einfach mit zu meinem Tagesprogramm, mindestens jeden Tag zwölf Kilometer zu laufen. Ich bin nun seit Mitte 2020 jeden Tag unterwegs.“

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2017 lief er bereits 20 Marathons in einem Jahr, 2019 sogar 31. Dass es im Vorjahr aber dann so viele werden würden, das hatte Zachau nicht geplant. Sein Ziel war primär, den 100. Marathon seines Lebens zu beenden – um in den „100 Marathon Club“ aufgenommen zu werden, einem Verein für Sportler, die 100 Läufe über die Marathondistanz oder mehr absolviert haben. Mit 97 Teilnahmen war er ins Jahr gestartet, sein Jubiläum gab er beim Wupperwiesen-Marathon in Opladen, einen Tag später lief er dann noch einen Marathon in Köln.

Das große Jahresziel war abgehakt, anschließend konzentrierte sich Zachau in erster Linie auf die Vorbereitung zu seinem ersten Hundert-Meilen-Lauf im August. Die Anzahl der absolvierten Marathons spielte zu jener Zeit für ihn noch keine Rolle. „In den beiden Monaten nach meinem Jubiläumslauf war ich noch harmlos unterwegs, mein Ziel war es einfach, möglichst viele Kilometer zu laufen“, sagt Zachau. Erst im Herbst erkannte er: Da sind schon ganz schon viele Läufe zusammengekommen. „Im Oktober habe ich dann angefangen, über die Zahlen nachzudenken. Da war dann schon die Zahl 52 das Ziel“, sagt Zachau in Anspielung auf den Jahresumfang von 52 Wochen. Denn letzten Marathon des Jahres, seinen 53., lief er am 30. Dezember in Köln.

Der Höhepunkt für ihn war der Berliner Mauerweglauf, der über 100 Meilen – rund 161 Kilometer – entlang des ehemaligen Grenzstreifens rund um West-Berlin führt. „Vorher hatte ich diese Distanz noch nie geschafft. Vor allem mit der Geschichte im Hintergrund war das ein ganz besonderer Lauf“, sagt Zachau. Er brauchte über 26 Stunden für die Strecke. 2022 möchte er wieder an dem Lauf teilnehmen. „Dieses Mal führt der Lauf in die andere Richtung. Wenn man beide Richtungen absolviert hat, bekommt man eine besondere Medaille. Das ist in diesem Jahr das Hauptziel“, sagt er weiter. An die Zahl der Marathon-Starts des Vorjahres möchte er aber nicht herankommen. „Dieses Jahr halte ich die Erwartungen eher flach. Ich will die Gelenke schonen“, sagt Axel Zachau. Einen Lauf über 63 Kilometer in Köln hat er in diesem Jahr allerdings schon erfolgreich absolviert.

Das freut auch seine kleine „Fangemeinde“ auf der Arbeit, denn Zachau ist Altenpfleger. „Wenn ich das Wochenende frei habe, werde ich montags immer von den Bewohnern gefragt, ob und wo ich laufen war. Sie freuen sich, wenn sie die Medaillen oder Trikots sehen“, sagt er.