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Leichtathletik: Sonja Oberem spricht über die Probleme der Sportveranstalter in der Corona-Krise

Sonja Oberem spricht über ausgefallene Sport-Großveranstaltungen: : „Die Auswirkungen kann man sich denken“

Die ehemalige Spitzensportlerin aus Mönchengladbacherin spricht im Interview über ausgefallene Veranstaltungen und die Probleme der Leichtathleten in der Corona-Krise. Fit hält sie sich nach wie vor.

Die Mönchengladbacherin Sonja Obeream war eine Top-Triathletin und später eine Weltklasse-Marathonläuferin. Danach war sie als Funktionärin für einige Jahr Präsidentin des NRW-Triathlon-Verbandes und im Executive Board der European Triathlon Union tätig. Heute ist sie unter anderem Ge­schäftsführerin des Rhein-Marathon Düsseldorf, der wegen des Corona-Virus und dem Veranstaltungsstopp in Deutschland abgesagt werden muss­te. Im Interview spricht sie darüber und die Situation der Leichtathletik in der Corona-Krise.

Frau Oberem, wie durchleben Sie als ehemalige Top-Athletin und Veran­stal­terin die Corona-Zeit?

Oberem Für Veranstalter ist es gerade sehr schwer, da das komplette Geschäft eingebrochen ist. Es ist auch nicht absehbar, wann es wieder weitergehen kann. Es ist eine schwierige Situation, aber wir versuchen das Beste daraus zu machen. Wir haben einen kostenlosen virtuellen Ma­rathon ins Leben gerufen, um den Läufern zumindest einen kleinen Trost für das ausgefallene Rennen zu bieten. Das Angebot wird sehr gut angenommen.

Sie kennen beide Seiten des Spitzensports. Dadurch haben Sie noch beste Kontakte zum Triathlon und zum Laufsport. Corona hat auch die Olympischen Spiele in Tokio in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht, die vorerst auf 2021 verschoben wurden. Was geht in den Sportlern aus Ihrer Sicht nun vor und wie verkrafte man als Top-Sportler solch eine lange Wettkampfpause?

Oberem Ich habe so eine Erfahrung Gott sei Dank nicht machen müssen. Aber für die Sportler ist es natürlich unheimlich schwer, sich zu motivieren, wenn es keine Wettkämpfe gibt. Denn ohne Wettkämpfe macht ein ambitioniertes Training keinen Sinn und alle, die sich für Olympia qualifiziert haben oder es noch wollten, müssen dafür im Training an Ihre Grenzen gehen. Jetzt, wo alles abgesagt ist, macht es aber eigent­lich mehr Sinn ein bisschen auf die Bremse zu treten, damit die Reserven bis zum nächsten Wettkampfhöhepunkt reichen.

Es gibt inzwischen viele Corona-Lockerungen, auch für den Amateur- und Freizeitsport. Gibt es unter der Federführung von Sonja Oberem in diesem Jahr noch Sportveranstaltungen?

Oberem Das weiß ich nicht. Bis Ende August sind größere Events untersagt. Im Moment kann ich mir schwer vorstellen, dass danach direkt wieder alles so läuft wie vor „Corona“.

Aufgrund der Absagen gehen Ihnen natürlich auch Einnahmen verloren. Wie gravierend sind diese?

Oberem Alle Einnahmen fallen aus. Wir erstatten die Teil­nehmer­gebühren zurück oder schreiben sie auf das nächste Jahr um. Damit geht auf jeden Fall eine Veranstaltung komplett verloren, bei gleich­zeitig weiterlaufenden Kosten. Die Auswirkungen kann man sich denken.

Wie halten Sie sich nach so vielen Jahren Spitzensport heute selbst noch fit?

Oberem Sport ist meine Leidenschaft und begleitet mich schon fast mein ganzes Leben, deshalb geht es auch nicht ohne. Ich laufe und fahre Rad, so oft es geht.