Dauerbrenner vom ASV Süchteln Mit diesen Zielen fährt Reiner Görtz zur Leichathletik-EM

Leichtathletik · Reiner Görtz vom ASV Süchteln reist mit 7636 Sportlern und viel Optimismus zur Europameisterschaft nach Perscara. An welchen Disziplinen der 82-jährige Dauerbrenner teilnimmt, wo seine Stärken liegen und welche Ziele er sich für die EM vorgenommen hat.

Kugelstoßen gehört zu den Stärken von Reiner Görtz.

Kugelstoßen gehört zu den Stärken von Reiner Görtz.

Foto: Tom Ostermann

Reiner Görtz vom ASV Süchteln nimmt vom 20. September bis 1. Oktober bei den Senioren-Europameisterschaften im italienischen Perscara teil. Der 82-Jährige gehört zu den 7636 Leichathleten aus vielen europäischen Ländern ab der Altersklasse der 35-Jährigen.

Der ASV-Athlet bestreitet erneut auf internationaler Ebene einen weiteren Zehnkampf. Weiterhin stehen drei Einzeldisziplinen im Speerwurf, Stabhochsprung und Diskuswerfen auf dem Programm. Am letzten Tag der Meisterschaften beteiligt er sich noch an einem Werferfünfkampf mit Hammerwerfen, Kugelstoßen, Diskus-, Speer-und Gewichtwerfen. Im Zehnkampf trifft er erneut auf ehemalige Welt-und Europameister im Seniorenbereich, die ihre Stärken am ersten Tag haben. „Hier muss ich versuchen, zu Beginn nicht mehr als 400 Punkte Rückstand zu haben“, sagt der Süchtelner. „Kugelstoßen, Speerwerfen, Stabhochsprung und Diskuswerfen sind meine Stärken, die ich ausspielen werde“, meint er.

Er hat im Hochsprung mit übersprungenen 97 Zentimetern Fortschritte gemacht, da wäre die Ein-Meter-Marke für ihn ein Ziel. „Der 80-Meter-Hürdenlauf am zweiten Tag kann für mich in der Endabrechnung entscheidend sein. Es ist nicht einfach, mit über 80 Jahren acht Hürden zu überlaufen, ohne eine Hürde zu reißen.“ Den 1500-Meter-Lauf als letzten Wettbewerb der leichtathletischen Königsdisziplin versucht er bis zum Ende zu bestreiten: „Das wird mir sehr schwerfallen, punktemäßig ist da für mich nicht viel zu holen“, erzählt er.

Dauerbrenner Görtz trotzt nach einem guten Training voller Optimismus. „Wenn alles nach Plan läuft und ich verletzungsfrei bleibe, wäre ein vierter Platz bei der EM möglich.“ In der Einzeldisziplin Speerwerfen will er unter die besten Fünf kommen. „Ebenso ist am Schlusstag im Werferfünfkampf vieles möglich“, sagt der 82-Jährige. Im Stabhochsprung gibt es für ihn ein Kuriosum: Schaffte er die Qualifikationshöhe von zwei Metern für die Deutschen Seniorenmeisterschaften im Stabhochsprung nicht (und steht in der Deutschen Bestenliste an zweiter Stelle mit 1,82 Metern), gehört er bei der EM dennoch zu acht Springern dieses Wettkampfes.

„Entscheidend ist, dass mir vom Veranstalter ein passender Stab zur Verfügung gestellt wird, um hier unter die besten Fünf zu kommen. Bisher war es für mich immer ein gutes Omen, mit einem fremden Stab zu springen. Die übersprungene Höhe von zwei Metern im portugiesischen Braga mit der Silbermedaille wird schwer zu wiederholen sein, obwohl ich in dieser Saison mit Sprüngen ganz nah dran war“, erzählt Görtz. „Wichtig ist doch, dass ich alle 18 Disziplinen verletzungsfrei überstehe.“

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