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Leichathletik: Reiner Görtz startet bei der Senioren-Weltmeisterschaft​

Im finnischen Tampere : Reiner Görtz startet bei der Senioren-Weltmeisterschaft

Der 81-jährige Reiner Görtz misst sich im finnischen Tampere mit den besten Leichtathleten seiner Altersklasse. Insbesondere dem bereits gestarteten Zehnkampf rechnet der Athlet des ASV Süchteln eine große Bedeutung zu. Für Reiner Görtz steht aber nicht nur der Sport bei der Weltmeisterschaft im Fokus.

Zum letzten Male überprüfte Reiner Görtz seine Form beim 107. Süchtelner Bergfest im Sportpark Süchtelner Höhe am vergangenen Wochenende: Diskuswurf, Speerwurf und Kugelstoßen standen für den Routinier des ASV Süchteln auf dem Programm. Es war die Generalprobe für die Senioren-Weltmeisterschaft, die aktuell im finnischen Tampere stattfindet. „Die Weiten, die ich in Süchteln erreicht habe, würden mir im Zehnkampf bei der WM rund 2000 Punkte bringen“, sagte der 81-Jährige.

 Reiner Görtz absolvierte beim Süchterlner Bergfest die letzte Generalprobe vor der Weltmeisterschaft.
Reiner Görtz absolvierte beim Süchterlner Bergfest die letzte Generalprobe vor der Weltmeisterschaft. Foto: Tom Ostermann

Kurz nach dem Wettkampf flog Reiner Görtz mit seiner Ehefrau los nach Finnland zur Senioren-Weltmeisterschaft. Für das internationale Turnier, das dort bis zum 10. Juli ausgetragen wird, hat sich der Süchtelner viel vorgenommen. Bei dem leichtathletischen Großereignis gehört er zu den 4361 Athleten ab 35 Jahren aus vielen Nationen. Hier stellt das Ausrichterland Finnland erwartungsgemäß die stärkste Nation mit 1135 Athleten, gefolgt von den USA. Aus Deutschland gehen 321 Wettkämpfer an den Start. Görtz ist am Mittwoch in die Wettkämpfe eingestiegen. Dem Zehnkampf misst er eine besondere Bedeutung bei: „Da freue ich mich schon riesig drauf. Zwölf über 80-Jährige gehen in der Königsdisziplin der Leichtathletik an den Start“, sagt der 81-Jährige. „Das sind alles international erfolgreiche Athleten aus Australien, Chile, Südafrika, Litauen, Finnland und Deutschland.“

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Görtz, der schon auf allen Kontinenten an den internationalen Meisterschaften teilgenommen hat, freut sich auf ein Wiedersehen mit den anderen Athleten. „Das ist ein Treffen unter Freunden. Ich kenne meine Kontrahenten von vielen internationalen Wettkämpfen“, erzählt der ASV-Akteur. Und zum Zehnkampf meint er: „Mein Ziel ist es, über 4000 Punkte zu erreichen, um unter die besten Acht der Welt zu kommen.“ Er kann dabei seine Schwächen – zum Beispiel über die 400 und 1500 Meter – realistisch einschätzen. „Die Punktzahl muss ich in meinen Paradedisziplinen ausgleichen. Dazu gehören Speerwurf, Kugelstoßen, Diskuswurf und Stabhochsprung.“

 Reiner Görtz, hier bei den Afrika-Meisterschaften in Tunis.
Reiner Görtz, hier bei den Afrika-Meisterschaften in Tunis. Foto: Görtz

Seine stärksten Konkurrenten sind der Australier John-Henry Cooper, der Litauer Janis Mankovskis und natürlich sein Landsmann Willi Klaus aus Potsdam. „Und vier Finnen sind dabei, die sicherlich ihren Heimvorteil nutzen wollen“, erzählt er. Beim internationalen Stendal-Cup vor rund sechs Wochen erreichte Görtz trotz schlechter Wetterbedingungen 3758 Punkte, stellte damit einen neuen Landesverbandsrekord des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein auf. Die Punktzahl ist hoch einzuschätzen. „Hiermit liege ich zurzeit an dritter Stelle in der Weltrangliste, die mit Sicherheit durcch die Wettkämpfe bei der Weltmeisterschaft auf den Kopf gestellt wird“, sagt er.

Görtz hat sich für die WM ein großes Programm vorgenommen: Nach dem Zehnkamp startet er noch in seinen Paradedisziplinen Speerwurf, Stabhochsprung und Kugelstoßen sowie beim Werfer-Fünfkampf, der am letzten WM-Tag stattfindet. „Auch in diesen Disziplinen erhoffe ich mir eine Teilnahme am Endkampf“, erzählt er mit großem Optimismus. Insbesondere sieht er dem Wettbewerb im Stabhochsprung freudig entgegen, übersprang er doch bei den Hallen-Europameisterschaften im portugiesischen Braga die Marke von zwei Metern und holte damit die Silbermedaille. Er schätzt, dass er nun bei einer guten Tagesform einen Platz in den Top sechs erreichen kann. Hier sei der Finne Jouni Tenno der große Favorit. Sein Sportfreund Siegbert Gnoth kann dem Finnen aber Paroli bieten. „Dahinter ist alles offen“, meint Görtz.

Um dieses intensive Programm in Finnlad zu bewältigen, hatte sich Görtz zuletzt zehn Tage an der Costa Brava vorbereitet: 50 Kilometer Radfahren mit vielen Steigungen, Hanteltraining und jeden zweiten Tag 300 Meter Schwimmen im Meer. Dreimal die Woche lief er 1500 Meter. „Ich wollte die Gewissheit haben, dass ich diese Distanz im Zehnkampf auch durchstehen kann.“ Dazu kam das Training im Speerwurf, Diskuswurf und Kugelstoßen. „Dieses Pensum ist erforderlich, damit ich mit der internationalen Konkurrenz mithalten kann.“ Ob sich das Training ausgezahlt hat, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.