Landesliga Mönchengladbach: Jörg Pufahl hat Kemal Kuc beerbt

Fußball : Trainer Pufahl betritt in Odenkirchen Fußball-Neuland

Kurzfristig musste der 55-Jährige für den zurückgetretenen Kemal Kuc übernehmen. In der Landesliga war er noch nicht tätig. Mindestens 20 weitere Punkte sind nun sein Ziel für die Rückrunde.

Unerwartet früh musste Jörg Pufahl (55) das Traineramt bei der SpVg. Odenkirchen übernehmen. Eigentlich hatte er sich mit Matthias Preckel, dem 1. Vorsitzenden, auf einen Vertragsbeginn im Sommer geeinigt. Weil dann vor zwei Wochen der bisherigen Trainer Kemal Kuc die Brocken hinwarf, musste Preckel reagieren und fragte bei Pufahl an. „Jörg hat sich dann spontan bereiterklärt, bereits sechs Monate früher bei uns einzusteigen“, sagt Preckel. „Dafür sind wir sehr dankbar.“

Pufahl war bis Ende November des vergangenen Jahres Trainer beim A-Ligisten SV Niersquelle Kuckum und wollte eigentlich die Zeit bis zur nächsten Saison nutzen, um einen Kader zusammenzustellen. „Für mich wäre es besser gewesen, wenn Kemal die Saison in Odenkirchen beendet hätte“, sagt Pufahl. „Ich hätte gerne die Zeit genutzt, um mich vorzubereiten und Spieler zu sichten.“ Jetzt steckt er direkt mitten drin im Tagesgeschäft und kann sich nur wenig mit neuen Spielern beschäftigen. Den einzigen Vorteil sieht er in der Entfernung zu seinem Wohnort Rheydt: „Ich habe bisher immer weit weg von meinem Wohnort gespielt und als Trainer gearbeitet. Jetzt brauche ich zwei Minuten von meiner Haustür bis zum Platz“, sagt der Coach.

Pufahl übernimmt eine charakterlich gefestigte Mannschaft, die vor allem im taktischen Bereich ihre Stärken hat. Er weiß um die Problematik der Trainingsbeteiligung und der damit verbundenen Schwierigkeit im konditionellen Bereich. „Wir spielen im Amateurbereich, da haben berufliche oder schulische Verpflichtungen Vorrang“, sagt Pufahl. „Damit kann ich gut umgehen. Wobei ich die Beweggründe von Kuc, die zur Aufgabe des Traineramtes führten, verstehen kann.“ Dass sein Vorgänger trotz der personellen Probleme und mit einem Torverhältnis von 22:46 auf Tabellenplatz acht steht, findet er bemerkenswert. „Mit 26 Punkten steht Odenkirchen sehr gut da“, findet Pufahl.

Für den sicheren Klassenverbleib will er mit seinem neuen Team mindestens noch 20 Punkte holen. Bleibt der kleine Kader von Verletzungen und Sperren verschont, sollte dies kein Problem darstellen. Bedauerlich findet Pufahl den kurzfristigen Wechsel von Semih Cakar (25). Der Stammspieler, der in 16 Spielen zwei Tore erzielt hat, wechselt zum Landesliga-Konkurrenten 1. FC Mönchengladbach. „Den Wechsel kann ich nicht nachvollziehen“, sagt Pufahl. „Ich bin gespannt, wie oft Semih beim FC zum Einsatz kommt.“

Ob Odenkirchen noch Spieler verpflichten wird, ist offen. Wahrscheinlicher ist, dass Pufahl einigen Akteuren der Reservemannschaft, die in der Kreisliga A spielt,  eine Chance geben wird. Die Trainingsbeteiligung hat sich etwas verbessert. Viel Anlass zum großen Umbau sieht Pufahl nicht. „Wir wollen das beibehalten, was gut lief.“ Bis zum ersten Spiel in der schon seit Dezember laufenden Rückrunde wird Odenkirchen noch ein Vorbereitungsspiel bestreiten. Am Sonntag (15 Uhr) geht es zum Bezirksligisten DJK/VfL Giesenkirchen. Dann folgt der Meisterschaftsauftakt bei Teutonia St. Tönis (Sonntag, 3. Februar, 15 Uhr).

Pufahl kennt die Landesliga nur als Zuschauer. Als Trainer hat er sich bisher auf Bezirks- und Kreisebene einen Namen gemacht. „Ich habe ein gutes Netzwerk, das mich mit Informationen versorgt“, sagt er. „Ich werde mich sicherlich auch noch mit den Kollegen der anderen Gladbacher Teams austauschen.“ Pufahl hat als Spieler lange für den Rheydter SV in der Oberliga, die damals die 3. Liga war, gespielt. Nach Stationen über den SC Jülich (Oberliga), SC Schiefbahn und Lobbericher SC (jetzt Union Nettetal) hat er seine Spieler-Laufbahn auf Kreisebene ausklingen lassen. Trainer war er unter anderem bei der DJK/VfL Giesenkirchen, die er in die Bezirksliga führte. Zuvor war er fast drei Jahre lang Trainer des TuS Grevenbroich.

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