1. FC Mönchengladbach im freien Fall Darum ist der nächste Abstieg so gut wie sicher

Analyse | Fußball-Landesliga · Drei Cheftrainer, vier Saisonpunkte und abgeschlagenes Schlusslicht der Landesliga: Der 1. FC Mönchengladbach steht vor dem nächsten Absturz. Wo die Probleme der Mannschaft liegen und was zugleich für die Zukunft auch etwas Hoffnung stiftet.

In 14 Spielen kassierte der 1. FC Mönchengladbach (gelbe Trikots) zwölf Niederlagen. Gegen den ASV Süchteln gab es ein 0:11.

In 14 Spielen kassierte der 1. FC Mönchengladbach (gelbe Trikots) zwölf Niederlagen. Gegen den ASV Süchteln gab es ein 0:11.

Foto: Heiko van der Velden

Der 1. FC Mönchengladbach liegt mit nur vier Punkten abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz der Liga. Ein paar Nachwuchsspieler empfahlen sich für die erste Mannschaft, ansonsten gab es sportlich kaum Lichtblicke. Im Dezember trat mit Tim Schmitz bereits der dritte Cheftrainer in dieser Saison sein Amt beim 1. FC an. Der Klassenerhalt in der Landesliga ist kaum noch möglich.

So lief die Hinrunde

In 14 Spielen kassierten die Westender ganze zwölf Niederlagen – in den ersten vier Ligaspielen blieb die Mannschaft dabei sogar ohne eigenen Treffer. Im Anschluss trennte sich der Verein bereits vom im Sommer geholten Trainer André Dammer. Co-Trainer Klaus Hammann übernahm und war bei der 3:4-Niederlage gegen den 1. FC Viersen nahe am ersten Punktgewinn, insbesondere, da der 1. FC eine 2:0-Führung aus der Hand gab. Drei Wochen später glückte der erste Saisonerfolg mit einem bemerkenswerten 6:2-Sieg gegen Victoria Mennrath. Einen Wendepunkt markierte dieser Dreier nicht: Es folgten drei Pleiten am Stück, ehe es beim 2:2-Remis gegen die VSF Amern einen weiteren Punkt gab. Vor dem Amern-Spiel musste Hammann sein Traineramt bereits wieder abgeben – erst einen Monat zuvor war er vom Interims- zum Cheftrainer befördert worden. Co-Trainer Almir Husejnovic übernahm vorübergehend, es gab drei weitere Niederlagen, inklusive einer 0:11-Klatsche gegen den ASV Süchteln. Zum Jahreswechsel übernahm dann Tim Schmitz – zuvor für die U17 zuständig – als Coach. Bei elf Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz dürfte der Klassenerhalt aber kaum noch zu realisieren sein. Es geht eher um den Neuaufbau für die Bezirksliga.

  Nach André Dammer (l.) musste auch Klaus Hammann (r.) schnell wieder seine Koffer packen.

Nach André Dammer (l.) musste auch Klaus Hammann (r.) schnell wieder seine Koffer packen.

Foto: Heiko van der Velden

Das war gut

Angesichts der mageren Punkteausbeute eigentlich nichts. Allerdings kann der Verein hoffnungsvoll auf die Entwicklung einiger gut ausgebildeter Nachwuchsspieler schauen. „Positiv ist, dass wir unsere Jugendspieler immer mehr einbinden. Das ist eine Arbeit, die Nachhaltigkeit bewirken soll. Wir kehren damit zu unseren eigentlichen Wurzeln zurück“, sagt der neue Trainer Tim Schmitz. „Ich bin seit meinem Amtsantritt sehr zufrieden. Wir haben eine gute Trainingsbeteiligung. Alle Spieler ziehen mit und wir werden immer mehr zu einer Mannschaft“, so Schmitz. Es sind die kleinen Schritte, die dem 1. FC inzwischen Mut machen: Bei der Hallenstadtmeisterschaft gewann die junge Mannschaft in der Vorrunde alle drei Gruppenspiele. Trotzdem steht der Verein vor einem beispiellosen Absturz von der Ober- und die Bezirksliga innerhalb von zwei Jahren.

 Tim Schmitz hat das Team in der Winterpause übernommen.

Tim Schmitz hat das Team in der Winterpause übernommen.

Foto: Fupa

Das war nicht so gut

Der Mannschaft fehlte es an Erfahrung und Konstanz. Nur wenige Spieler sind landesligaerprobt, dazu zählt insbesondere Kapitän Marcel Lüft (27 Jahre) und Adel Hanifa (28), der einst für den 1. FC Viersen und Giesenkirchen in der Landesliga auflief. Dahinter kommen als erfahrene Akteure bereits Florian Torrens (24) und Hannes Lingel (21). Der Kader ist im Prinzip nicht landesligatauglich – womit die größte Schwachstelle offengelegt ist. Häufig hielt die junge Mannschaft in der ersten Halbzeit zwar noch gut mit, brach nach dem Seitenwechsel leistungsmäßig aber ein – beispielsweise gegen Kapellen-Erft, wo der 1. FC nach einer torlosen ersten Halbzeit noch 0:4 verlor, oder VfB 03 Hilden II, wo aus einem 0:1 im zweiten Abschnitt ein 0:5 wurde. In entscheidenden Momenten fehlte zudem die Cleverness: Gegen Amern war es ein Foulelfmeter in der Nachspielzeit, der die Mannschaft den sicher geglaubten Sieg kostete. Im Heimspiel gegen den SC Düsseldorf-West war es bei der 0:1-Niederlage ebenfalls ein Strafstoß, der die Partie entschied.

Personal und Neuzugänge

Der Verein hat vier U19-Akteure fest in den Kader der ersten Mannschaft beordert: Ayman Kaibouss, Kubilay Erol, Taylan Özdemir und Torhüter Engjell Xhemaili. Als externer Neuzugang steht bislang Filip Horvat fest, der vom 1. FC Viersen kommt. Dort kam der 20-Jährige allerdings vorrangig im A-Liga-Team zum Einsatz. Den Verein verlassen haben vier Akteure: Tomi Alexandrov (SC Victoria Mennrath), Philmon Gabriel Tecleab (Rheydter SV), Aleksandar Milenovic und Filip Milenovic (beide Ziel unbekannt).

So läuft die Vorbereitung

Am 14. Januar startete die Mannschaft ins Training. Beim ambitionierten Bezirksligisten TSV Eller 04 gab es bereits einen 2:0-Testspielsieg. Am vergangenen Wochenende gab es ein 3:3 gegen den Bezirksligisten Hülser SV. Weiter geht es beim ASV Süchteln II (11. Februar), bei DJK/VfL Willich (12. Februar) und bei Neuss-Gnadental (18. Februar). Ligastart ist am 26. Februar gegen den Rather SV.

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