Reiten: Ladykiller hatte keine Chance gegen zwei Amazonen

Reiten: Ladykiller hatte keine Chance gegen zwei Amazonen

Beim mit 10.000 Euro dotieren "Großen Preis von Mönchengladbach" zum Abschluss des Schlosspark-Tuniers in Wickrath gewann gestern Abend im Regen eine Amazone.

"Es gewinnt eine Dame, die gewinnen nämlich immer", hatte Horst Tuma, Vorsitzender des ZRFV Wickrath und verantwortlich für den Springbereich, vorhergesagt. Es wurde Anna-Maria Benner aus Montabaur mit Questella. Sie kassierte als Siegerin eines spannenden Springens 2500 Euro mit fehlerfreiem Ritt in der Siegerrunde mit 37,72 Sekunden. Da konnte die "fliegende Holländerin" Aniek Poels nicht gegenhalten, Sie legte auf Qulander Z ohne Abwurf die Runde in 39,62 zurück.

Sein Pferd hieß zwar Ladykiller, aber Hardy Diemer (Bad Ems) konnte sich auf ihn nicht verlassen: Er ritt als Drittplatzierter 40,01 Sekunden - vor Ulrike Pöhls (RSG Holstenhalle Neumünster) mit Arragon W (4.,46,03). Der Vier-Fehler-Reiter mit der schnellsten Rundenzeit war der hierzulande gut bekannte Marc Bettinger (36,65, RV Wevelinghoven) auf Cherona Z: "Immerhin bin ich noch Fünfter geworden." Zehn Reiter hätten in einem nach der Klasse angemessenen Parcours (S-Springen mit drei Sternen) in die Siegerrunde gelangen dürfen. Es schafften aber 13 Reiter das Finale alle ohne Abwurf.

Tim Keersmaekers der Liebling

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Es waren Zahltage für den Belgier Tim Keersmaekers. Zuerst kassierte der Krefelder 600 Euro für den Sieg im Grand Prix de Dressage, tags darauf in der einzigartigen Flutlichtkür beim Schlosspark-Turnier die 1000-Euro-Prämie. Als Sieger der Qualifikation durfte er in der Flutlichtkür das Feld von hinten aufrollen. Auf ihn trifft der oftmals bei Reitturnieren zitierte Satz zu: "Der Letzte ist der Beste." Der als Bereiter auf dem Waater Pferdehof Schnitzler tätige Belgier wurde zum Publikumsliebling. Er siegte schließlich auf Noerejev mit 71,90 Prozentpunkten vor dem Krefelder Heiner Schiergen auf World-Congress (71,08). Platz drei in der Flutlichtkür belegte die Irin Judy Reynolds auf Remember (70,15).

"Für mich war Wickrath ein besonderes Turnier. Ich holte mir mit dem 15-jährigen Noerejev meine ersten beiden Siege im Grand Prix. Ohne meinen Trainer Heiko Münzmeier hätte ich diesen Erfolg aber nicht geschafft", sagte strahlend der 29-Jährige. Gestern war für ihn dann wieder Alltag: Er war mit seiner Schülerin Clara Bresges, der Nichte der Noerejev-Besitzerin Anne Claire Bresges aus Rheydt, auf einem Turnier in Neuhaus.

Die Wickrather Wertungsrichterin Renate Rahmen gab Keersmaekers die Höchstnote: "Er ritt sehr ausdrucksvoll und zeigte mit seinem Pferd die besten Passagen, Piaffen und Übergänge, die Hauptmerkmale eines Grand Prix." Höchstnoten gaben ihm auch Heinz Lemmermann und Jürgen Jahn. Reinhard Richenhagen zückte seine zweit-, Dieter Scheermann seine drittbeste Wertnote von acht Reitern im Finale. Hinter Katharina Winkelhues (ARC Bonn) mit Rino auf Platz vier (67,60) belegte Anke Unger vom RC Heidgesberg mit Raschid den fünften Platz (66,45).

(RP)
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