Kühlen Kopf bewahrt

Während die Juniorinnen des RV Adler Neuwerk die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft beim Junior-Mannschafts-Cup verpasst haben, lösten die Jungen ihr Ticket für die DM in Denkendorf/ Würtemberg.

Kunstradfahren Die Nerven haben einfach nicht mitgespielt. Die Arme wackelten, die Bewegungen waren nicht parallel zum anderen Paar, und der Kreis wurde nicht ganz ausgefahren. "Alles Kleinigkeiten, die am Ende ins Gewicht gefallen sind", erklärt die Kunstradfahrerin der 4er Juniorinnen Christina Walbergs (17) enttäuscht und ergänzt: "Wir mussten von Anfang an einen Platz aufholen, und mit diesem großen Druck waren wir einfach zu nervös." Somit haben die Mädchen des RV Adler Neuwerk die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften am Wochenende in der Krahnendonk-Halle im Mannschaftskunstradfahren verpasst.

Beim 4er kann es wacklig sein

Ihre männlichen Kollegen aus dem Verein konnten beim Junior-Mannschafts-Cup jedoch punkten. Noch sitzen sie alle beim Mittagessen beisammen und bereiten sich seelisch aufs Finale vor . "Wir haben eigentlich nichts mehr zu verlieren und können jetzt ganz locker fahren. Wir wollen nur noch unsere Erste Mannschaft schlagen", erklärt Daniel Schiffers aus der Zweiten Mannschaft des RV Adler Neuwerk grinsend.

Die Zweite liegt fünf Punkte hinter den Kollegen aus der ersten Mannschaft zurück. "Wir hatten etwas Angst vor dem 4er, weil die Gefahr zu wackeln dabei größer ist als beim 6er, wo man etwas mehr Halt hat", analysieren Daniel Schiffers, Andreas Holl, Rennée Schmieden und Bernd Aldenhoff von der Zweiten Mannschaft und ergänzen: "Aber wir sind gleichmäßiger als sonst gefahren und waren gut in der Zeit."

Und nun heißt es einfach noch bis zum Finale entspannen, abschalten und ruhig bleiben. Vorher haben sich die Jungs vorgenommen, nicht mehr über den anstehenden Reigen auf der Fahrfläche zu sprechen oder Fehler zu analysieren. "Das machen wir vielleicht noch mal kurz vor dem Start. Aber jetzt heißt es, Kopf frei kriegen", kündigt Andreas Holl an. Und das schaffen die Jungs am besten auf dem Fußballfeld. Dann werden jedoch die Mannschaften gemischt, und der Konkurrenzgedanke zwischen den beiden Mannschaften tritt in den Hintergrund. "Wir trainieren auch sonst immer zusammen. Das ist heute eine gesunde und motivierende Konkurrenz", erklären die Kunstradfahrer des RV Neuwerk. Auch für Trainer Michael Orth heißt es nun die Seelen seiner Jungs zu beruhigen, denn die Erste Mannschaft ist im vergangenen Jahr Deutscher Meister geworden. Der Druck ist groß. "Ich sage immer, dass Kunstradfahren eine Kopfsache ist", so Orth. Am Ende haben die Jungs dann einen kühlen Kopf bewahren können und landeten auf dem zweiten Platz .

(RP)