Überraschende Trennung Marc Gülzow tritt als Trainer in Wickrathhahn zurück

Fußball-Kreisliga A · Mit Blau-Weiß Wickrathhahn gelang Marc Gülzow in der Vorsaison der Aufstieg in die Kreisliga A und hielt dort mit der Mannschaft die Klasse. Trotzdem hat er den Verein nun verlassen. Ein Nachfolger ist bereits gefunden.

Marc Gülzow tritt bei Wickrathhahn zurück.

Marc Gülzow tritt bei Wickrathhahn zurück.

Foto: Theo Titz

Der Sportliche Leiter Thomas Schmitz macht um die Verdiente von Marc Gülzow keinen Hehl: „Es war eine tolle Zeit, die ich nicht missen möchte. Er hat viel für den Verein getan.“ Immerhin verlängerte Gülzow erst im Winter seinen Vertrag in Wickrathhahn um ein weiteres Jahr.

Damals stand die Mannschaft als Aufsteiger mit 23 Punkten aus 17 Partien auf einem beachtlichen siebten Tabellenplatz, in der Vorsaison feierte man zudem die Meisterschaft in der Kreisliga B. Doch in den folgenden Wochen und Monate schlich sich eine Ergebniskrise ein, insgesamt blieb die Mannschaft zwölf Spiele in Serie ohne Sieg – und befand sich plötzlich in Abstiegsgefahr.

Man habe daraufhin den Trainer, aber vor allem die Mannschaft „in die Pflicht genommen“, wie es Schmitz ausdrückt. Die Partie gegen Hehn Ende April wurde als Schlüsselspiel ausgemacht. „Uns war bewusst: Mit dieser Mannschaft dürfen wir eigentlich nicht absteigen“, sagt Schmitz. Die Partie gegen Hehn gewann Wickrathhahn mit 7:3.

Die sportliche Situation war damit gerettet. Am Ende gelang mit 37 Punkten auf Platz zehn komfortable der Klassenerhalt. Nach dem drittletzten Saisonspiel gegen Giesenkirchen, einem 10:3-Sieg, bat Gülzow trotzdem um Vertragsauflösung zum Saisonende. Bezüglich des Grunds sagte er zu unserer Redaktion: „Aus meiner Sicht war eine langfristige Zusammenarbeit nicht mehr möglich. Die Mannschaft kann aber nichts dafür.“

Der Verein war derweil nach Aussage von Schmitz von dem Schritt überrascht. „Wir hatten im Vorfeld keinen Gedanken daran, dass er den Rücktritt einreicht. Die Mannschaft stand komplett hinter ihm“, so der Sportliche Leiter.

Entsprechend unvorbereitet musste man einen neuen Trainer suchen. Mehrere Trainer sprach man aus dem Gladbacher Raum an, ohne fündig zu werden. Daher weitete man die Suche auf den Kreis Heinsberg aus. „Das ist ungewöhnlich, ermöglicht aber neue Impulse, jeder Spieler fängt bei null an“, sagt Schmitz. Schließlich landete der Verein bei Daniel Fliegen. „Ein erstes Gespräch per Telefon war sehr gut. Er hat dann unsere Partie gegen den Rheydter SV besucht, wir haben nicht gut gespielt, er hat aber trotzdem das Potenzial der Mannschaft gesehen“, sagt Schmitz.

Im Anschluss führte der Verein Spielerrat und Trainerkandidat zusammen – auch das sei laut Schmitz eher ungewöhnlich. „Uns war aber wichtig, dass es menschlich passt“, sagt er. Das Gefühl sei gut gewesen, auf beiden Seiten, also verpflichtete man Fliegen. Der 48-Jährige trainierte zuletzt den B-Ligisten VfL 05 Aachen und beendete dort die Saison auf Platz 14. 2018 stieg er mit Heinsberg-Lieck von der A-Liga in die Bezirksliga auf.