Hockey : Klare Verhältnisse, oder?

Der GHTC geht als Favorit in das Hockey-Derby in der Zweiten Bundesliga. Allerdings hat der RSV schon das letzte Duell gewonnen. Gladbachs Verteidiger Jan Brügge warnt vor Rheydt, für das er bis zum Sommer 2010 selbst spielte.

Beim Rheydter Spielverein hat er Aditya Pasarakonda knapp verpasst. Als Jan Brügge im Sommer 2010 Rheydt verließ, wurde der Schweizer gerade neuer Trainer beim RSV. "Ich kenne ihn aber sehr gut, war Jugendtrainer bei Rot-Weiß Köln, als er dort als Jugendkoordinator arbeitete. Daher weiß ich, dass Adi die Gegner seiner Mannschaft immer sehr gut analysiert", sagt Brügge, der Ex-Rheydter, der mittlerweile für den Lokalrivalen Gladbacher HTC spielt — und am Samstag um 16 Uhr erstmals im Derby auf seinen alten Verein trifft.

Brügge fing beim GHTC an

"Natürlich ist es für mich ein besonderes Spiel. Ich habe noch viele Freunde in Rheydt", sagt der 28-Jährige. Er ist der letzte einer ganzen Reihe von Spielern, die in den letzten Jahren für beide Gladbacher Zweitligisten aktiv waren. Dabei ist Brügge sogar ein Rückkehrer. "Ich habe beim GHTC mit dem Hockey angefangen, bin aber nach einem knappen Jahr nach Rheydt gewechselt", sagt der Verteidiger. Für Jan Klatt war dies nur ein weiterer Grund, sich vor der Saison um Brügge zu bemühen.

"Ich bin sehr froh, dass er jetzt bei uns spielt. Ein super Typ, der bislang unsere Erwartungen voll erfüllt hat", sagt der GHTC-Trainer. Brügge gehört zu den Führungsspielern, die dem insgesamt jungen Team Halt geben sollen. "Die Mischung bei uns ist derzeit sehr gut. Wir haben viele Talente, die technisch auf dem höchsten Stand sind. Und die Routiniers sorgen für die nötige Ruhe und Abgeklärtheit", sagt Brügge.

Mit dieser Mischung spielt der GHTC bislang eine starke Vorrunde, die er mit drei Punkten im Derby abschließen möchte. "Wir wollen nichts mehr verschenken. Gegen Rheydt sind wir klarer Favorit. Aber wir dürfen den RSV keinesfalls unterschätzen", sagt Klatt. Schließlich war Gladbach auch im letzten Derby in Rheydt favorisiert, verlor es aber 1:3. "Dieses Spiel hat uns im Abstiegskampf der vergangenen Saison den nötigen Kick gegeben. Jetzt haben wir uns diesen Kick schon vor dem Derby geholt", sagt Pasarakonda.

Wie damals müsse sein Team sehr gut verteidigen und die Konter eiskalt nutzen, sagt der RSV-Trainer. Eine Startphase wie zuletzt gegen Schwarz-Weiß Köln, als es nach 15 Minuten 0:3 stand, dürfen sich die Rheydter gegen den Tabellenführer nicht leisten. "Der GHTC ist richtig in Fahrt gekommen und zeigt derzeit sein großes Potenzial", lobt Pasarakonda, der von seinem Team höchste Konzentration einfordert. Dass sich der RSV mit vier Punkten am vergangenen Wochenende in der Liga zurückgemeldet hat, sorgte in Rheydt für Erleichterung — und warnte zugleich nochmals die Gladbacher.

"Ein Derby ist sowieso immer etwas Besonderes. Zudem hat die letzte Woche oder auch das 2:3 gegen Großflottbek gezeigt, dass der RSV mit seinen Aufgaben wächst", sagt Jan Brügge. Gladbachs Verteidiger kann dies einschätzen, er war lange genug selbst ein Rheydter.

(togr)
Mehr von RP ONLINE