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Kitesurfen: Gina Maria Bihn aus Mönchengladbach​ begeistert bei der Deutschen Meisterschaft

Kitesurferin Gina Maria Bihn aus Mönchengladbach : Die Königin von Wind und Wellen

Nach dem ersten von drei Wettbewerben liegt die Kitesurferin Gina Maria Bihn aus Mönchengladbach auf Titelkurs und hat gute Chancen die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Vor Usedom fuhr sie die weibliche Konkurrenz in Grund und Boden.

Es gibt im Sport Wettbewerbe, da kommt es nicht nur auf das Können, sondern auch auf die Geduld an. Vor allem dann, wenn zur Ausübung die Sportler auf Umstände angewiesen sind, die sie nicht selbst beeinflussen können. Gina Maria Bihn kann davon ein Liedchen singen. Die Mönchengladbacherin ist professionelle Kitesurferin, und ihr Sport ist eben nur dann möglich, wenn die Windverhältnisse passen – so auch beim Auftakt der Multivan Mastersserie um die Deutsche Meisterschaft im Kitesurfen, die am Wochenende vor Ahlbeck auf Usedom ausgetragen wurde. Nach zwei Jahren Corona-Abstinenz war dort zumindest ein eingeschränktes Programm möglich: Trotz teilweise herausfordernder Wind- und Wetterbedingungen gab es sowohl in der Disziplin Slalom als auch im Big Air Wettbewerbe – und die Windbergerin sorgte mit ihren Resultaten für Furore.

Bereits zum Auftakt am Donnerstag hatte die 33-Jährige für einen Paukenschlag gesorgt: Noch nie zuvor war sie bei einem Slalom an den Start gegangen – und feierte dann gleich zwei Siege in den beiden Rennen, so dass sie dann das Klassement bei den Damen anführte. Am Samstag setzte sie ihre Siegesserie fort und gewann die beiden nächsten Slalomrennen vor Katarina Salandova aus Tschechien und Anett Student aus Oststeinbek. Damit geht sie als Spitzenreiterin in die zweite Veranstaltung der dreiteiligen Mastersserie, die vom 3. bis 7. August in Heiligenhafen fortgesetzt wird. Hinzu kommt: In der Gesamtwertung, also der Wertung, in der Männer und Frauen eine gemeinsame Rangliste bilden, belegte sie mit ihren Ergebnisse den fünften Rang - und da hätte sie durchaus auch weiter vorne liegen können. „Ich hab gar nicht gewusst, dass es eine Overall-Wertung gibt“, sagte sie am Montag und ergänzte lachend: „Bei den Rennen am Donnerstag habe ich den Männern auch noch extra Platz gemacht, weil ich da nur auf die Frauen geachtet habe. Sonst wäre es vielleicht auch da noch besser gegangen.“ So etwa wie beim dritten Durchgang, als sie als Gesamtdritte ins Ziel kam.

 Spektakuläre Flugmanöver zeichnen die Big-Air-Wettbewerbe aus.
Spektakuläre Flugmanöver zeichnen die Big-Air-Wettbewerbe aus. Foto: BIHN
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Der spektakuläre Höhepunkt der Veranstaltung sind die Wettbewerbe im Big Air. In der Königsdisziplin ihrer Sportart werden die Kitesurfer von ihren sieben bis 13 Quadratmeter großen Drachen, den Lenkschirmen also, in die Höhe gezogen, vollführen bis zu 50 Meter weite Sprünge und führen während des Sprunges waghalsige Pirouetten, Salti oder Loopings aus, um dann hinterher wieder sanft auf ihrem Board auf dem Wasser zu landen. Dazu muss es aber von den Rahmenbedingungen her stimmen, heißt: Der Wind muss mit mehr als 23 Knoten blasen, „mir sind um die 30 am liebsten“, erzählt Gina Maria Bihn. Kein Wunder also, dass die Veranstalter solche Wettbewerbe ganz besonders bewerben. Jetzt vor Usedom etwa wurde mit jedem neuen Wetterbericht zunächst eine „Big Air-Warnung“ ausgerufen, zwei Tage später dann „Big Air-Alarm“ – um dann am Freitag den geplanten Wettbewerb kurzfristig abzusagen, weil der Wind ablandig und zu schwach vor der Küste wehte. Gleiches geschah auch am Sonntag, als das Racing, bei dem die Fahrer mit Geschwindigkeiten von 60 Stundenkilometern über das Meer flitzen, mangels Wind abgesagt werden musste.

Auch am Samstag zeichnete sich zunächst eine Hängepartie ab. „Wir Teilnehmer haben dann ziemlichen Druck auf den Veranstalter gemacht, weil die eigentlich schon wieder absagen wollten“, erzählte die 33-Jährige. Der Druck hatte Erfolg, die Wettbewerbe im „Big Air“ wurde gestartet – und erneut setzte sich Gina Maria Bihn an die Spitze des Damen-Feldes. „Mega! Ich bin super glücklich über meinen Doppelsieg! Auf Big Air habe ich natürlich spekuliert. Aber dass ich dann bei meinem ersten Slalom auch noch ganz oben stehe, ist natürlich der Hammer. Es war toll, endlich mal wieder hier in Deutschland alle Fahrer zu treffen. Ich freue mich auf die nächsten Tourstopps der Multivan Kitesurf Masters“, sagt Gina Bihn nach ihrem Doppel-Triumph.

Für sie steht bereits die nächste Reise an. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Mönchengladbach geht es am kommenden Freitag weiter nach Venedig. Dort trifft sie sich mit ihrem künftige Ehemann und reist mit ihm nach Sardinien, und von dort aus geht es weiter nach Spanien und Portugal – um dann am ersten August-Wochenende wieder in Deutschland beim zweiten Teil der Mastersserie wieder an den Start zu gehen.