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Fußball: Kartenspiele sorgen für Verwirrung beim SV Lürrip

Fußball : Kartenspiele sorgen für Verwirrung beim SV Lürrip

Wann wer wie viele Gelbe Karten auf dem Konto hat, ist nicht immer eindeutig, stellt man beim Bezirksligisten fest.

Zu viel Gelb kann zuweilen der Auslöser dafür sein, dass einer vor lauter Ärger Rot sieht. Gerade auf engagierte Zeitgenossen wie den Lürriper Fußballobmann Andreas Zimmermann könnte das zutreffen. Der hatte am Sonntag allen Grund hatte, sich maßlos zu ärgern. Denn beim 0:5 im Meisterschaftsspiel in Rommerskirchen fehlten gleich vier seiner Spieler gesperrt, weil sie sich jeweils eine Woche zuvor die fünfte Gelbe Karte eingehandelt hatten.

Das waren jedenfalls die scheinbar gesicherten Fakten. "Ich habe meinen Trainern vor dem Saisonstart eine Computerliste zur Verfügung gestellt, damit sie genau verfolgen, welcher Spieler wie viele Gelbe Karten gesehen hat. Das ist dann Sache der Trainer, die das verfolgen müssen", sagt Zimmermann.

Allerdings war das im Fall der Lürriper Spieler gar nicht so einfach. Sebastian Brahtz, der Mitarbeiter bei einem regionalen Fußballportal ist, hatte sich nach der dortigen Statistik im Spiel gegen Rheindahlen die fünfte Gelbe Karte eingehandelt. Also pausierte er eine Woche später bei der Partie der Lürriper in Kapellen. Beim 2:1-Sieg gegen den PSV war er wieder dabei und kassierte wieder eine Gelbe Karte. Völlig überrascht stellte Lürrip dann in der offiziellen Statistik im DFB-Netz fest, dass Brahtz erst jetzt die fünfte Gelbe Karte erhalten haben sollte und somit für das Spiel in Rommerskirchen gesperrt war. Für Thomas Klingen, Vorsitzender des Kreis-Fußball-Ausschusses, ist die Sachlage eindeutig: "Maßgeblich ist die Statistik des DFB. Andere Statistiken spielen keine Rolle", sagt er. Die Klubs können bereits jetzt beim DFB die Karten-Statistik ihrer Spieler einsehen. In der kommenden Saison werden individuelle Spielerkonten angelegt, so dass Gelbe Karten zusammen gewertet werden, wenn ein Kicker in zwei verschiedenen Ligen eingesetzt wird.

Aber auch die DFB-Statistik scheint nicht immer zu stimmen. Lürrips Michael Harrison hatte sich Ende November in Grevenbroich eine Gelbe Karte eingehandelt. Es war seine fünfte und deshalb musste er eine Woche aussetzen. Das aber war eigentlich folgenlos, weil Lürrip innerhalb dieser Woche kein Spiel zu absolvieren hatte. Völlig erstaunt war nun Zimmermann, als er feststellte, dass Harrison weiter mit vier Gelben Karten in der DFB-Statistik geführt wird und nach der nächsten eine Woche aussetzen muss. Offensichtlich hatte der Schiedsrichter vergessen, Harrison als Gelbsünder einzutragen und stattdessen einen anderen Lürriper mit der Verwarnung bedacht. Aber auch in einem solchen Fall sind die Vereine für ihr Unglück selbst verantwortlich. "Sie müssen den Spielbericht sofort kontrollieren. Nur dann sind noch Korrekturen möglich", sagt Klingen.

Inzwischen sorgen die Gelben Karten für Kuriositäten. Mancher handelt sich die fünfte Karte bewusst zu einem Zeitpunkt ein, wenn das nächste Spiel erst nach mehr als einer Woche stattfindet. Oder man ist sich sicher, dass der nächste Gegner auch ohne die Mitwirkung eines Leistungsträgers bezwungen werden kann. Da reicht es meist, den Ball in Torwartmanier zu fangen. Aber darauf fällt nicht jeder Schiedsrichter herein. Am Sonntag ignorierte ein Unparteiischer einen solchen Versuch. Wenigstens dieser Mann hatte den nötigen Durchblick beim Farbenspiel. Der Spieler dürfte sich schwarz geärgert haben.

(RP)