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Jugenturnier im Tennis: Die NRW Junior Open in Mönchengladbach sind zurück​

Renommiertes Tennisturnier in Mönchengladbach : Die NRW Junior Open sind zurück

Das Tennis-Jugendturnier der TG Rot-Weiss Mönchengladbach findet am Wochenende nach zweijähriger Pause wieder statt. Einst spielten dort Steffi Graf und Boris Becker. Nun strebt die Veranstaltung wieder höhere Ziele an. Auch lokale Spieler sind dabei.

Zwei Jahre mussten die NRW Junior Open in Mönchengladbach aussetzen. Corona hatte die Durchführung in den Vorjahren quasi unmöglich gemacht, zumal die Infektionsschutzauflagen der International Tennis Federation (ITF) zu deutlichen Mehrkosten geführt hätten. Also pausierte das Jugendturnier am Bunten Garten bei der TG Rot-Weiss Mönchengladbach, gezwungenermaßen. Und ein bisschen bange war Turnierdirektorin Janka Piliar im Vorfeld schon, ob das Jugendturnier nach dieser Auszeit problemlos fortgeführt werden kann. „Ich wusste nicht, ob die Spieler und Sponsoren wiederkommen. Nun kann ich aber sagen: Die Unterstützung ist wieder da. Fast alle Sponsoren sind wieder dabei.“

Dennoch ist nicht alles wie immer bei der diesjährigen Austragung: Der Termin ist neu. Seinen Stammplatz hatte das Turnier zuletzt in der Woche nach Wimbledon. Doch in diesem Jahr fiel dieser Termin in die Ferienzeit. „Ich habe ein Team von 40 Leuten – und der Großteil war zu der Zeit im Urlaub. Ich habe niemanden gefunden, der geholfen hätte“, sagt Piliar. Also sagte sie zum Deutschen Tennis-Bund (DTB): „Tut mir leid, ich kann das an diesem Datum nicht machen. Ich habe keine Leute. Dann haben wir uns darauf geeinigt, einen neuen Termin zu finden.“

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Die NRW Junior Open rutschten vom Juli nun in den August, am Samstag startet die Qualifikation, die Hauptrunde beginnt am Montag – je 48 Jungen und Mädchen bis 18 Jahren spielen dann um den Titel, jeweils 34 von ihnen sind bereits im Hauptfeld gesetzt. Weitaus mehr Jugendspieler probieren am Wochenende noch, über die Qualifikation in das Turnier zu kommen. Aus rund 20 Nationen sind Spieler gemeldet, unter anderem aus Schweden, Finnland, Indien, Kanada, Libanon oder Venezuela. Das Finale im Doppel ist für Freitag terminiert, die Finalspiele in den Einzelwettbewerben am Samstag.

Entsprechend unbegründet war Piliars Sorge um die Rückkehr der Spieler zu ihrem Turnier. „Die Qualität ist nicht geringer als in den Vorjahren“, sagt sie mit Blick auf das Teilnehmerfeld. Die NRW Junior Open standen wie jedes Turnier im Spielkalender der ITF, die Spieler konnten sich dafür anmelden. Aktuell befinden sich noch über hundert Spieler auf der Warteliste, aber die Plätze im Turnier sind voll.

Um lokalen Talenten die Chance zu geben, sich mit der internationalen Konkurrenz zu messen, konnte Piliar vier Wildcards für die Qualifikation vergeben. Jannis Piliar, ihr Enkel, der bereits in der Herrenmannschaft der TG Rot-Weiss spielt, und sein Vereinskollege Valentin Freund erhielten ebenso eine Einladung wie Liselotte Schmidt und Lina-Joy Kamper vom Gladbacher HTC. Kamper kann krankheitsbedingt allerdings kurzfristig nicht teilnehmen. Je eine weitere Wildcard ging an den Mecklenburgischen, den Niederrheinischen und Westfälischen Tennisverband.

Aktuell sind die NRW Junior Open als Jugendturnier des 3. Grades im Tennisweltverband ITF geführt. Erst 2019 wurde das Turnier in diese Kategorie hochgestuft – auch, da sich Babara Rittner, Head of Women‘s Tennis beim DTB, im Verband für das Turnier stark gemacht hatte. Eine höhere Einstufung bringt selbstredend auch mehr organisatorische Verpflichtungen mit sich, sei es bei der Verpflegung der Spieler oder den Fahrdiensten zur Anlage.

Ein Mehraufwand, der für Ausrichterin Piliar allerdings kein Problem ist. Zumal an der Anlage der TG Rot-Weiss während der Corona-Pause einiges getan wurde: Mit Mitteln aus dem landesweiten Förderprogramm Moderne Sportstätten 2022 sind fünf Plätze komplett erneuert worden, die Außenterrasse wurde zudem saniert sowie die Heiz- und Sanitäranlagen modernisiert.

Piliar kann sich daher sogar wieder die höchste Turnierkategorie für die NRW Junior Open vorstellen, die die Veranstaltung ab den 1960er-Jahren innehatte. Aus dieser Zeit schmücken Namen wie Steffi Graf, Boris Becker oder Björn Borg die Siegerliste. 1996 stellte der Vorstand des Vereins das Turnier aufgrund der wachsenden Kosten ein. Erst 2009 fand es wieder statt, seit 2011 leitet Piliar das Turnier. „Ziel ist es, wieder so groß zu werden, wie das Turnier mal war. Das Potenzial ist hier vorhanden. Auch durch die Investitionen aus dem Förderprogramm. Wir bieten alles, was es zum 1. Grade braucht“, sagt Piliar mit Blick auf die kommenden Jahre.

Auf kurze Sicht steht aber erst einmal die diesjährige Ausgabe der NRW Junior Open nach zweijähriger Pause im Mittelpunkt.