Fußball: Jugend ist eine einmalige Chance

Fußball : Jugend ist eine einmalige Chance

Interview Fußball-Landesligist 1. FC Mönchengladbach investiert vor allem in die Zukunft

Das Jahr hat für den 1. FC Mönchengladbach nicht gut begonnen. Stand er am Ende der Hinrunde aussichtsreich auf Platz zwei der Landesliga, so sieht die Lage inzwischen deutlich schlechter aus. Kein Sieg, ein 1:4 beim Abstiegskandidaten Uedesheim, schließlich sogar eine 1:7-Klatsche letzten Sonntag beim VfB Hilden: Der 1. FC ist zwar noch Dritter, hat aber elf Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter VfR Krefeld-Fischeln. Ein weiterer Aufstieg ist so aus dem Blick geraten. Über mögliche Ursachen für diese Schieflage sprach Kurt Theuerzeit mit FC-Sportwart Lothar Rhönisch.

Sie haben zuletzt die dahin dümpelnde B-Jugend in der Niederrheinliga wieder ein wenig flott gemacht. Welche Tipps können Sie jetzt Trainer Frank Mitschkowski geben?

Rhönisch Ich bin froh, dass es bei unserer B-Jugend nun wieder aufwärts geht, wobei das rettende Ufer noch in weiter Ferne ist. Es wurden zu viele Punkte liegen gelassen. Frank Mitschkowski brauche ich nur zu sagen, dass er mit seinen Spielern konzentriert weiterarbeiten soll. Er muss alle in die Pflicht nehmen, damit das Leistungsniveau des vergangenen Jahres wieder erreicht wird.

Welche Ursachen vermuten Sie für die augenblickliche Flaute?

Rhönisch Da sind zunächst einige verletzte Spieler. Es kommen 14 Jungs aus unserer A-Jugend, die bisher eine glänzende Saison spielen und noch eine kleine Chance auf den Aufstieg in die Junioren-Bundesliga haben. Da kommt schon ein wenig Unruhe bei den Senioren auf.

Die Routiniers werden doch keine Angst vor den Grünschnäbeln haben?

Rhönisch Die jungen Leute haben eine Perspektive und Qualität. Unsere Philosophie war immer auf die Jugend ausgerichtet. Mit diesen Jugendlichen haben wir eine einmalige Chance. Wir müssen ihnen jetzt das Vertrauen schenken. Unsere Situation ist sehr gut. Wenn wir jetzt nicht reagieren, wann dann?

Also haben die älteren Spieler jetzt keine Chance mehr? Sind sie vielleicht deshalb augenblicklich weniger motiviert?

Rhönisch Sicher nicht, denn wir fühlen uns gerade den Routiniers gegenüber verpflichtet, die uns jetzt bald zwei Jahre erheblich geholfen haben. Wir können auch sicher im nächsten Jahr nicht auf sie verzichten. Das wollen wir auch nicht. Aber sie müssen sich schon dem Konkurrenzkampf stellen. Übrigens: die jungen Spieler auch. Sicherlich werden auch nicht alle direkt in der Landesligamannschaft landen.

Sie werden sich aber auch wohl von einigen trennen?

Rhönisch Das wird wohl so sein. Wir haben aber mit den meisten schon Gespräche geführt. Sie haben deutlich gemacht, dass sie sich in unserem Verein wohl fühlen. Sie schätzen aber auch die Anstrengungen, die der FC für sie im Umfeld betreibt. Die Finanzen, die wir ein wenig umstrukturieren wollen, spielen für sie nur begrenzt eine Rolle. Aber wir werden mit Spielern, die wechseln wollen, noch Gespräche führen. Wir fördern sogar Spieler, wenn sie die Chance erhalten, in einer höheren Klasse zu spielen. Das ist auch Werbung für uns.

Sie erwähnten die Finanzen. Hat der FC in diesem Bereich Probleme?

Rhönisch Auf keinen Fall. Wenn ich von einer Umstrukturierung gesprochen habe, dann meine ich, dass wir auch noch andere Prioritäten setzen wollen. Laut Stadt und Politik soll unser Platz 2 zu einem Kunstrasen umgebaut werden. Wir überlegen eine Erweiterung in Richtung Platz 3 aus eigenen Mitteln und wollen vor allem auch den Frauenfußball in unserem Verein adäquat behandeln. Schließlich spielt bei uns die Jugend eine große Rolle.

Das ist sicher alles schöne Zukunftsmusik. Wie schnell wird sich aber die Lage bei der Ersten Mannschaft ändern?

Rhönisch Ich hoffe, bin sogar sicher, dass das an diesem Sonntag der Fall sein wird. Der TuS Grevenbroich ist als Tabellenzweiter genau der richtige Gegner, um morgen im Heimspiel zu beweisen, dass die Mannschaft den Hebel jetzt wieder umlegen kann.

(RP)
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