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Lokalsport: Jansen besucht Inklusions-Team und wird Pate bei Kleeblätter 21

Lokalsport : Jansen besucht Inklusions-Team und wird Pate bei Kleeblätter 21

Der frühere Borusse war beim ersten Inklusions-Fußballteam in Mönchengladbach bei Blau-Weiß Wickrathhahn zu Gast.

Marcell Jansen war nicht nur dabei, sondern auch mittendrin. Beim Abschlussspiel dieses Trainingsabends machte der frühere Nationalspieler, der Profi bei Borussia, dem FC Bayern und dem Hamburger SV war, sogar mit. Da spürte man, dass es noch in den Füßen juckt, wenn der Ball rollt, trotz des Karriereendes, das er im Juni 2015 beschlossen hat. "Für die Kinder war es natürlich ein ganz besonderes Erlebnis. Es war toll, wie Herr Jansen auf die Kinder zugegangen ist", sagt Uschi Tietenberg.

Sie kümmert sich mit ihrem Mann Rolf, der der Trainer ist, um das Inklusions-Fußballteam von Blau-Weiß Wickrathhahn, dem ersten seiner Art in Mönchengladbach. Einer der Söhne der Tietenbergs hat Trisomie 21 (Down Syndrom). Vor eineinhalb Jahren kam Rolf Tietenberg die Idee auf, die Mannschaft zu gründen. Elf Kinder sind inzwischen dabei, sechs davon mit einer Besonderheit. "Das Angebot wird sehr gut angenommen", sagt Jörg Wolters, der Blau-Weiß-Vorsitzende. Er und Jugendgeschäftsführerin Gabi Justen betonen, wie wichtig ihnen das Projekt sei.

Es wird auch von außen unterstützt. So gab es 2015 eine Spende der Borussia-Stiftung von 500 Euro an das Team. "Das hat uns sehr geholfen. Wir haben davon einen Satz Trikots gekauft", sagt Uschi Tietenberg. Nun gab es den Besuch von Marcell Jansen dank der Vermittlung der ersten Vorsitzenden des Vereins Kleeblätter 21, Hiltrud Günner. Der Verein Kleeblätter 21 entstand 2014 aus einer Elterngruppe. Ziele und Aufgaben sind unter anderem die Förderung und Weiterbildung für Kinder mit Trisomie 21 und deren Eltern und Angehörige, der Austausch und die Unterstützung der Eltern. Der Verein trägt sich selbstständig aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.

Die Tietenbergs sind auch Mitglieder in dem Verein. Da auch einige Kinder mit Trisomie 21 (Down Syndrom) mit Eifer dabei sind, weiß der Verein der Kleeblätter 21 das Angebot von Blau-Weiß Wickrathhahn sehr zu schätzen. Der Klub bietet die Möglichkeit, dass Kinder mit und ohne Handicap ohne Leistungsdruck die Freude am Kicken ausleben können. "Es gibt Turniere für inklusive Teams, aber so weit sind wir noch nicht. Es geht zunächst mal darum, die Freude am Ball zu vermitteln", sagt Uschi Tietenberg.

"Es ist eine tolle Sache, wenn ein ehemaliger Profi da ist. Das ist ein Ansporn für die Kinder", sagt Jörg Wolters. "Die Spieler, aber die anwesenden Erwachsenen waren sehr angetan von der Natürlichkeit und dem Selbstverständnis, mit dem Jansen auf die Gruppe zuging, wie er sie lobte und motivierte. Ausdauernd stand der ehemalige Bundesligaspieler zudem im Anschluss für Gespräche und Fotos zur Verfügung", berichtet Hiltrud Günner.

Bereits seit seiner Jugend habe er engen Kontakt zu Menschen mit Handicap und hier insbesondere zu Menschen mit Trisomie 21, sagte Jansen. Er erklärte sich bereit, künftig Pate bei Kleeblätter 21 zu sein. "Es ist keine Motivation für mich, sondern eine Selbstverständlichkeit. Es ist doch ein sehr schönes Gefühl, mit einem kleinen Einsatz Glücksmomente zu schaffen. Außerdem bringen die Kinder mir mit ihrer Ehrlichkeit und Freude ein Lachen in mein Herz", sagte er. Die Tatsache, dass sich Jansen für den Verein einsetzen möchte, "macht die Kleeblätter sehr glücklich", sagte Hiltrud Günner.

(kk)