Lokalsport: In Jüchen ziehen alle an einem Strang

Lokalsport : In Jüchen ziehen alle an einem Strang

Der Landesligist profitiert von einer verbesserten Mentalität und taktischen Finessen des Trainers.

Auf Manuel Sousa hatte Jüchens Trainer Michele Fasanelli seit Wochen gehofft. Der 26-Jährige ist schnell, ein Dauerläufer, und er weiß, wo das Tor des Gegners steht. Als Sportstudent muss er das natürlich auch wissen. Dazu studiert er noch Spanisch und will sobald wie möglich sein Studium abschließen, um dann als Lehrer tätig zu werden.

Vier Jahre ist er schon in Jüchen, kam vom BV Wevelinghoven aus der Kreisliga A und hat sich inzwischen zu einem treffsicheren Angreifer entwickelt, auf den Fasanelli nicht verzichten kann. Am vorigen Sonntag gegen Velbert sorgte er mit seinem Doppelpack für den kaum erwarteten 2:0-Sieg gegen die Spitzenmannschaft aus Velbert.

Dabei war es erst sein zweiter Einsatz nach einer langen Verletzungspause. Zuerst hatte er sich eine Prellung zugezogen, dann Probleme mit der Kniescheibe. "Das hat sich lange hingezogen, aber ich glaube, dass ich nun über einen längeren Zeitraum spielen kann", sagt Sousa. Er weist aber sehr schnell darauf hin, dass der überraschende Jüchener Erfolg - derzeit Platz sechs, 13 Punkte aus sieben Spielen - vor allem der Mannschaft zuzuschreiben ist: "Unsere Zugänge haben uns richtig gut verstärkt. Zudem ist die Trainingsbeteiligung wesentlich besser geworden. Alle ziehen da schon an einem Strang. Das wirkt sich dann auch auf dem Platz positiv aus."

Sicherlich ist die Mentalität der Mannschaft ein entscheidender Punkt, sicher aber auch die taktische Einstellung, die Fasanelli seinen Spielern mit auf das Feld gibt. Mit zwei Viererketten und einem frühen Attackieren des Gegners überraschte der Trainer am vorigen Sonntag Velbert. In Remscheid wird Jüchen sicherlich mit einer anderen Taktik agieren. Auf jeden Fall wird wieder sehr viel Laufbereitschaft vorhanden sein.

Dazu hat Fasanelli inzwischen die richtige Mischung im Kader gefunden und teilweise den Akteuren neue Aufgaben zugewiesen. Torjäger Thorben Schmitt wurde gegen Velbert zum Regisseur im Mittelfeld, der defensiv arbeitete und die entscheidenden Pässe zu den Toren gab. Metin Turgay, Konstantine Jamarishvili und Sousa sind wendige, schnelle Dauerläufer. Dazu hat die Mannschaft die Vorteile einer taktischen Disziplin erfahren, die sie dem Trainerwunsch entsprechend umsetzt. Zwei vermeidbare Niederlagen haben da auch für Überzeugungsarbeit gesorgt. "Es erstaunt mich selbst und erfreut mich, dass der gesamte Kader mitzieht. Das macht uns allen viel Spaß. Wir wollen auch in Remscheid bestehen, obwohl wir da besonders gefordert sind und nicht beim Anpfiff schon drei Punkte haben", sagt Fasanelli.

(RP)
Mehr von RP ONLINE