Rückkehr ins Wohnzimmer des Hockeys Was die Pro League für Mönchengladbach bedeutet

Analyse | Hockey · Die FIH Pro League ist ein weltweit ausgetragener Hockey-Wettbewerb der neun besten Damen- und Herren-Nationalteams. 2022 steigen acht Spiele im Hockeypark. Welche Bedeutung diese Partien für den Hockeystandort haben.

 Schon 2019 fanden Pro-League-Spiele im Hockeypark statt. Hier kämpft die Nationalspielerin Lena Micheel (l.) gegen Großbritannien um den Ball.

Schon 2019 fanden Pro-League-Spiele im Hockeypark statt. Hier kämpft die Nationalspielerin Lena Micheel (l.) gegen Großbritannien um den Ball.

Foto: Bauch, Jana (jaba)

Schon 2019, als die FIH Pro League erstmalig stattfand, wurden die Heimspiele der deutschen Nationalmannschaften gegen Großbritannien und die Niederlande in Mönchengladbach ausgetragen. Nun kehrt der Hockey-Wettbewerb im kommenden Jahr zurück in den Hockeypark.

 Bis zu 12.000 Zuschauer passen in den Mönchengladbacher Hockeypark. 2022 gastieren hier die Nationalmannschaften für die Pro League, ein Jahr später findet die EM in Gladbach statt.

Bis zu 12.000 Zuschauer passen in den Mönchengladbacher Hockeypark. 2022 gastieren hier die Nationalmannschaften für die Pro League, ein Jahr später findet die EM in Gladbach statt.

Foto: Bauch, Jana (jaba)

Welchen sportlichen Reiz hat die Pro League? In insgesamt 144 Spielen treffen zwischen Januar und Juni die neun besten Hockey-Nationen aufeinander. Die vier besten Teams der Pro League nehmen am Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele teil. Die deutschen Teams messen sich im kommenden Jahr mit den Nationalmannschaften aus Argentinien, Belgien, England, Indien, Spanien und den Niederlanden, die Damen spielen außerdem gegen China und die USA. Da Neuseeland und Australien ihre Teilnahmen coronabedingt absagen mussten, sind bei den Damen Spanien und Indien neu dabei. Für die Herren-Liga werden aktuell noch zwei Ersatznationen gesucht. Dort werden Kanada und Irland gehandelt.

Mit dem Teilnehmerfeld auf Top-Niveau stellt die Pro League für die Damen eine perfekte Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Spanien und den Niederlanden im kommenden Jahr dar, wie Nationalspielerin Elisa Gräve erklärt. „Die Pro League ist mit den regelmäßigen Spielen auf Weltklasse-Niveau für uns von unschätzbarem Wert, um regelmäßig auf dem Level zu spielen, das wir dann bei der Weltmeisterschaft brauchen. Außerdem sind Spiele mit toller Stadionatmosphäre und aufwändiger Fernsehproduktion immer etwas Besonderes für uns Hockeysportler.“

Wie profitiert der Hockey-Standort Mönchengladbach von dem Wettbewerb? Nachdem pandemiebedingt zwei Jahre gar kein Hockey in dem großen Stadion gespielt werden konnte, finden nun acht Spiele der Pro League an zwei Wochenenden in Mönchengladbach statt (siehe Infokasten): „Für uns ist es ein großes Anliegen, dass die Hockeyfans dieses ‚Wohnzimmer des deutschen Hockeys‘ wieder regelmäßig besuchen“, sagt DHB-Sportdirektor Christoph Menke-Salz, ehemaliger Spieler des Gladbacher HTC. Die Partien sollen auch als Generalprobe für die Heim-Europameisterschaft 2023 genutzt werden. Vor einem Jahr setzte sich Mönchengladbach im Bewerbungsverfahren gegen Belgien durch und bekam den Zuschlag für die Ausrichtung der Damen- und Herren-EM. „Diese beiden großen Turniere wollen wir durch die Partien in der Pro League schon einmal anteasern“, so Menke-Salz weiter.

Wieso ist der Hockeypark so ein besonderer Ort? Mit bis zu 12.000 Plätzen ist der Hockeypark das größte Hockeystadion Europas. Welch besondere Stimmung in dem Stadion aufkommen kann, zeigte sich eindrucksvoll bei der Heim-WM 2006, als die deutschen Herren Weltmeister wurden. 100.000 Menschen kamen an den elf Turniertagen zusammen. „Ich war damals auch im Stadion und hab eifrig angefeuert und Trommeln geschlagen“, erinnert sich Nationalspielerin Gräve, die sich auf die Stimmung im kommenden Jahr enorm freut. Seitdem fanden im „Wohnzimmer des deutschen Hockeys“ außerdem die Champions Trophy 2011 und die EM 2011 statt.

Wie kommt man an Karten für die Spiele der Nationalteams? Der Kartenvorverkauf für die acht Partien startet Ende November auf der Internetseite www.hockeyticket.de.