Hockey: Trainer Marcus Küppers hat Gladbacher HTC zum Aufstiegsfavoriten geformt

Hockey : Marcus Küppers hat den GHTC zum Aufstiegsfavoriten geformt

Der Spitzenreiter der Zweiten Hockey-Bundesliga verfügt über einen breiten Kader und eine starke Offensive. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Coach.

Der Gladbacher HTC hat die Hinrunde der Zweiten Hockey-Bundesliga auf dem ersten Platz beendet und befindet mit seinem Team deutlich im Aufwind. Und das kommt nicht von ungefähr. Eine Analyse.

Trainer Marcus Küppers ist fast auf den Tag genau zwei Jahre im Amt. Was hat sich geändert?

Zunächst gebührt den GHTC-Verantwortlichen – rückblickend – Respekt. Wie sie Küppers im Oktober 2017 aus dem Hut zauberten, hatte schon Klasse. Der damals 30-Jährige war in Hockeykreisen kein Unbekannter, allerdings zuvor nur als Jugendtrainer seines Heimatvereins ETB Essen in Erscheinung getreten. Daher wurde die Entscheidung pro Küppers, der damals noch seinen Geburtsnamen Reifenberg trug, vom nahen Umfeld kritisch beäugt. Vier Spielzeiten später gibt es wohl kaum noch Zweifler. Hallen-Aufstieg und Feld-Herbstmeisterschaft sprechen eine deutliche Sprache. Die Gladbacher spielen auf einem anderen Niveau als noch vor ein paar Jahren und sind auf einem guten Weg.

Seit dem Erstliga-Abstieg 2014 waren die Gladbacher nie besser. Woher kommt die Konstanz?

Der Gladbacher Kader hat nicht nur an Qualität zugelegt, sondern ist auch in der Breite besser geworden. Wenn man bedenkt, dass mit den Verletzten Ben Böke, Christian Voit, Tim Schiffmann, Jakob Sandach, Jan Vratz, Niklas Hertl und Tillmann Pohl (nur ein Spiel) sieben veranlagte Spieler gar nicht erst zum Einsatz kamen, sagt das viel aus und deutet an, dass es in der Rückrunde einen verschärften Konkurrenzkampf um die Plätze im Kader geben wird. Schlecht ist das mit Sicherheit nicht.

Der Düsseldorfer HC, BW Köln und der GHTC spielen in der Rückrunde den Zweitliga-Meister aus. Wer hat die besten Karten für den Aufstieg?

Die Gladbacher haben die meisten Tore geschossen und die wenigsten Gegentreffer kassiert. Die Favoritenrolle ist, wenn sich nichts Grundlegendes ändert, nicht von der Hand zu weisen. Dass das auch Coach Küppers so sieht („Wir haben alles selbst in der Hand“), spricht für das Selbstbewusstsein und die neu gewonnene Stärke. Viele Ausrutscher darf man sich aber nicht erlauben. Aber auch der DHC wirkte in der Hinrunde sehr konstant und will mit aller Macht zurück in Liga eins. Köln ist ebenso ein ernstzunehmender Konkurrent.

Ab dem 1. Dezember spielt der GHTC wieder in der Hallen-Bundesliga. Ist die Truppe bereit?

Der Klassenerhalt ist definitiv möglich, zumal die Feld-Konkurrenz DHC und BWK ebenfalls in der Liga spielt und auf Augenhöhe agiert. Die Topteams der Liga warten noch auf eine Entscheidung des künftigen Bundestrainers. Erlaubt der seinen Nationalspielern in der Olympia-Vorbereitung die Hallensaison zu spielen, sind die Rollen klar verteilt. Ist dem nicht so, ist die Liga offener denn je. Was jetzt schon feststeht: Der GHTC will aus seinen Heimspielen echte Spektakel machen. Drei der fünf arteien werden freitags um 20 Uhr ausgetragen.

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