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Hockey: Hockey-Nationalmannschaften lösen in Mönchengladbach ihr Olympia-Ticket

Hockey : Hockeyteams nutzen ihren Heimvorteil

Die Deutschen Nationalmannschaften der Damen und Herren lösen im Gladbacher Hockeypark ihr Olympia-Ticket.

Die Deutschen Hockey-Nationalmannschaften haben sich in souveräner Manier für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 qualifiziert. Der Mönchengladbacher Sparkassenpark zeigte sich dabei am Wochenende einmal mehr als gutes Pflaster für den deutschen Hockeysport. Die Damen gewannen am Samstag 2:0 (0:0) gegen Italien und ließen am Tag darauf ein deutliches 7:0 (3:0) gegen den gleichen Gegner folgen. Die Herren legten schon am Samstag mit einem 5:0 (3:0) gegen Österreich den Grundstein für die Qualifikation und gewannen – mit angezogener Handbremse – auch den zweiten Vergleich 5:3 (2:1).

Julia Sonntag, die Nummer eins im deutschen Tor, war am Sonntag unter großem Applaus 20 Minuten vor Schluss ausgewechselt worden, doch von Müdigkeit war nach Spielschluss nicht viel zu spüren. Die gebürtige Mönchengladbacherin legte mit ihrer Torwartausrüstung nach Spielschluss einen beachtlichen 50-Meter-Sprint hin und herzte nach Spielschluss jede Einzelne ihrer Mitspielerinnen innig. In 256 Tagen, wenn die 32. Olympischen Sommerspiele in Tokio eröffnet werden, könnte der große Traum von „Ciupi“ wahr werden. So weit war die 28-Jährige gestern aber noch nicht: „Erstmal ist wichtig, dass wir nun das Ticket gelöst haben. Ab jetzt müssen wir unsere volle Konzentration auf eine gute Vorbereitung legen. Am Samstag hat es eine Weile gedauert, bis der Knoten geplatzt ist, aber dafür war es heute umso schöner. Die Begeisterung auf den Tribünen war der Hammer. Das erleben wir nicht alle Tage.“

In Japan wird Julia Sonntag nicht das einzige Mitglied der Hockey-Delegation aus der Stadt sein. Die Brüder Mats und Tom Grambusch, die schon 2016 in Rio de Janeiro die olympische Ehre hatten und wie Sonntag aus der Jugend des Gladbacher HTC stammen, sind feste Größen im Nationaldress. An Vorbildern mangelte es den Dreien am Wochenende jedenfalls nicht. Die komplette deutsche Hockey-Prominenz der vergangenen fünf Jahrzehnte, darunter 96 Olympiamedaillengewinner von 1972 bis 2016, hatte sich im Stadion eingefunden und fieberte mit. Dass die Vergleiche mit Italien und Österreich am Ende mit 19 deutschen Toren eigentlich komplett ohne Spannung auskamen, konnten Spieler, Ehemalige und Zuschauer im Hinblick auf das Highlight im nächsten Jahr aber gut verkraften.

Am Samstag fanden 3750 Zuschauern den Weg in den Hockeypark, am Folgetag waren es 4000. Insgeheim wird sich der Deutsche Hockey Bund eine etwas größere Resonanz erhofft haben, was der guten Stimmung auf den Rängen aber keinen Abbruch tat. Da störte auch der kalte Wind am Samstag und der ungemütliche Regen am zweiten Tag nicht. Denn das, was Deutschland an den zwei Tagen auf dem blauen Kunstrasen ablieferte, hatte schon viel Klasse. Ein Sturmlauf von Christopher Rühr über das ganze Spielfeld mit starkem Abschluss oder ein No-Look-Pass von Kapitän Mats Grambusch in die Tiefe der österreichischen Abwehr ließen Erinnerungen an die Weltmeisterschaft 2006 an gleicher Stelle hochkommen. Vor 13 Jahren begann in Gladbach mit dem WM-Titel der Herren eine Ära mit zwei Olympiasiegen in Folge. Das könnte ein gutes Omen sein.