Hockey: GHTC-Trainer Marcus Küppers im Interview

Interview mit GHTC-Trainer Marcus Küppers : „Es muss unser Anspruch sein, ganz vorne zu landen“

Der Trainer des Gladbacher HTC spricht über den Saisonstart der Zweiten Hallenhockey-Bundesliga, das Saisonziel und die Weltmeisterschaft in Indien.

Seit 14 Monaten steht Marcus Küppers beim Gladbacher HTC an der Seitenline. Mit seinem Team startet der 31-Jährige morgen in seine zweite Spielzeit unter dem Hallendach. RP-Mitarbeiter Tobias Knüfermann sprach mit dem Trainer über die anstehende Saison in der Zweiten Hockey-Bundesliga.

Herr Küppers, aktuell läuft in Indien die Hockey-Weltmeisterschaft. Schon mal reingeschaut?

Küppers Ich habe mir schon ein paar Spiele angeschaut. Das ist unglaublich, was dort bei den Spielen los ist. Hockey hat dort einen ganz anderen Stellenwert. Viele Partien waren mit 15.000 Zuschauern komplett ausverkauft. Das ist in Deutschland nicht vorstellbar.

Mit dem Südafrikaner Abdud-Dayaan Cassiem ist ein Spieler des Gladbacher HTC mit dabei. Zum Start gab es eine dicke 0:5-Packung gegen Gastgeber Indien. Wie fanden Sie seinen ersten Auftritt?

Küppers Es hat mich gefreut, dass er in der Startelf ran durfte. Dayaan wirkte für mich trotz der großen Zuschauerzahl nicht besonders aufgeregt. Er hatte einige gute Szenen und war ein echter Aktivposten. Leider hatte er in einer Situation Pech, ansonsten wäre ihm vielleicht sogar ein Tor gelungen.

In der Hallensaison können Sie auf den Torjäger nicht zurückgreifen. Was hat sich sonst noch im Vergleich zur Feldsaison getan?

Küppers Moritz Scholten ist nach seiner Pause wieder an Bord. Florian Jansen, Tom Spenrath, Christian Voit und Lars Link werden dagegen nicht zur Verfügung stehen und erst wieder zur Feldsaison im März zum Team stoßen.

Trotz der Abgänge wird der GHTC neben SW Köln als heißer Kandidat für den Aufstieg in die 1. Bundesliga gehandelt. Nehmen Sie die Rolle an?

Küppers Ich sehe uns stärker aufgestellt als in der letzten Saison. Da sind wir Zweiter geworden. Entsprechend muss es unser Anspruch sein, ganz vorne zu landen. Bevor wir aber vom Aufstieg reden, müssen wir gut in die Saison kommen. Wenn wir die ersten sechs oder sieben Spiele erfolgreich bestritten haben, können wir mit dem Rechnen anfangen. Die Idealvorstellung wäre ein Endspiel am vorletzten Spieltag gegen SW Köln. Aber bis dahin müssen wir von Spiel zu Spiel schauen und bestmöglich punkten.

Sie haben die Domstädter also auch auf der Rechnung? Und was ist mit den anderen vier Mannschaften?

Küppers Schwarz-Weiß hat viel Erfahrung und einen starken Kader. Kahlenberg muss als Absteiger mit einigen Abgängen klarkommen, ist also schwer einzuschätzen. Das Gleiche gilt für Oberhausen. Aufsteiger Bonn hat eine homogene Truppe, die sich gut zurechtfinden wird. Für Bergisch Gladbach wird es aus meiner Sicht eine schwere Saison.

Dann kommt Ihnen der morgige Auftakt gegen Bergisch Gladbach entgegen, oder?

Küppers Es gibt Schlimmeres, als mit zwei Heimspielen zu beginnen. Aber erst nach dem Auswärts-Doppelwochenende, Mitte Dezember in Oberhausen und Köln, wissen wir, wo wir wirklich stehen. Leider fallen zum Start David Franco und Tillmann Pohl verletzt aus. Das müssen und werden wir kompensieren. Insgesamt stimmt mich die Vorbereitung positiv. Wir haben vor allem in den letzten zwei Wochen einen Schritt nach vorne gemacht. Auch die Generalprobe gegen den Erstligisten Düsseldorfer HC war am Donnerstagabend (8:10/Anm. der Red.) sehr gelungen.

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