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Hockey: FIH Pro League wieder zu Gast in Mönchengladbach

Hockey : Wichtige Station auf dem Weg nach Tokio

Die deutschen Hockey-Nationalmannschaften der Damen und Herren bestreiten im März Pro-League-Länderspiele in Mönchengladbach. Stadt und Verband wollen sie in den kommenden Wochen gemeinsam bewerben.

Für Timur Oruz darf sich eines im Vergleich zu den Olympia-Qualifikationsspielen im vergangenen November nun gerne ändern. „Es dürfte schon etwas wärmer sein, damals war es ganz schön frisch“, sagte der Hockey-Nationalspieler im Hinblick auf die Länderspiele der Pro League, die vom 19. bis 22. März die deutschen Hockey-Nationalmannschaften der Damen und Herren im Mönchengladbacher Sparkassen-Park absolvieren werden. Den Zuschauer­zuspruch vom Olympic Qualifier würden die deutschen Teams aber gerne wieder haben. Damals war das Hockeystadion gerade am Sonntag mit bis zu 4000 Besuchern gut gefüllt.

„Das große Stadion kann ein unglaublicher Vorteil für uns sein, wenn viele Zuschauer kommen. Sind es indes nur 2000, was für Hockey-Länderspiele an sich sehr ordentlich ist, sieht es aber auch schnell sehr leer aus“, sagte Oruz. Damit dies im März nicht geschieht, waren er und Nationalspielerin Maike Schaunig zusammen mit dem neuen Generalsekretär des Deutschen Hockey-Bundes (DHB), Heiko von Glahn, nach Mönchengladbach gekommen, um für die Pro League zu werben. Zunächst gab es ein Treffen mit Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, und im Anschluss informierte von Glahn gemeinsam mit DHB-Sportdirektor Heino Knuf den Sportausschuss der Stadt über die kommenden Länderspiele.

„Die Pro League ist im Hockey das, was im Fußball die Champions League ist – nur eben für Nationalmannschaften. Insofern kommt die beste Hockey-Liga der Welt nach Mönchengladbach“, sagte von Glahn im Ausschuss. Für den DHB ist es wichtig, das Produkt in Mönchengladbach kräftig zu bewerben, denn aktuell liegt der Kartenvorverkauf laut DHB im Schnitt 70 Prozent unter dem in Hamburg und Berlin, wo es in diesem Jahr ebenfalls Pro-League-Heimspiele geben wird. Dabei war der neue Vorzeige-Wettbewerb des Welthockeyverbands FIH schon in seiner Debütsaison 2019 zu Gast in Gladbach. Damals sei alles jedoch mit heißer Nadel gestrickt gewesen. Nun sind Stadt und Verband früher miteinander in Kontakt getreten.

In unterschiedlicher Form sollen die Spiele in der Stadt beworben werden, zudem sind Flyer an alle Schulen verteilt, diese liegen auch in Sporthallen aus. Zusätzlich soll es eine Aktion mit Nationalspielern in einer Grundschule geben. Auch OB Reiners ist ein großer Hockeyfan und immer gerne im Stadion, um sich die Länderspiele anzusehen. Entsprechend fachkundig unterhielt er sich mit Timur Oruz (Rot-Weiss Köln) und Maike Schaunig (Uhlenhorst Mülheim), die ebenso wie die gebürtigen Mönchengladbacher Mats Grambusch und Julia Sonntag (beide Rot-Weiss Köln) noch um ihren Platz im Kader für die Olympischen Spiele in Tokio kämpfen müssen. Gerade deswegen kommen den Pro-League-Spielen im März auch sportlich eine besondere Bedeutung zu. Denn auf dem Weg zur Tokio-Nominierung wird nach diesen Länderspielen der Kreis der Kandidaten bei Damen und Herren schon einmal verkleinert.

Doch auch ohne den Druck, Eigenwerbung betreiben zu müssen, haben die Vergleiche mit Australien und Belgien einen hohen sportlichen Wert. Bei den Männern sind die Belgier die Nummer eins der Weltrangliste – gefolgt von Australien. Bei den Damen ist Australien ebenfalls an Position zwei und Belgien eine aufstrebende Nation. „In der Pro League darf man sowieso kein Team unterschätzen. Die Vorfreude auf die Spiele ist schon riesengroß“, sagte Maike Schaunig. Und Oruz versprach, dass „die Fans in Mönchengladbach wieder tollen Sport und Nationalspieler zum Anfassen erleben werden“.