Hockey: Ex-GHTC-Spieler ist Deutschlands Kapitän in Indien

Hockey-WM : Grambusch kämpft um den WM-Titel

Der gebürtige Gladbacher ist Kapitän der deutschen Hockey-Nationalmannschaft, die bei der Weltmeisterschaft in Indien startet. Der Ex-Spieler des GHTC trifft in der Gruppe D auf Pakistan, die Niederlande und Malaysia. Ein aktueller GHTC-Akteur ist bereits ins Turnier eingestiegen: Abdud Dayaan Cassiem hat mit Südafrika sein erstes Spiel gegen den Ausrichter 0:5 verloren.

Deutschlands aktuell bekanntester Hockeyspieler, Moritz Fürste, wurde vor der Weltmeisterschaft in Indien zu seiner Einschätzung des Deutschen Teams befragt. Im Mittelfeld gab es vom zurückgetretenen Welthockeyspieler ein großes Lob für Mats Grambusch. Fürste zählt den gebürtigen Gladbacher und Kapitän des Deutschen Teams zu den besten drei Mittelfeldspielern der Welt. Ein Kompliment, das schmeichelt, aber eben auch Erwartungen schürt.

Das gilt aber nicht nur für den 26-jährigen Grambusch, sondern für das gesamte Nationalteam. Immer wenn Hockey-Deutschland an einem großen Turnier teilnimmt, ist die Erwartungshaltung riesengroß. Ansonsten fristet die erfolgreichste deutsche Ballsportart weiterhin ein Schatten-Dasein. In Indien ist das anders. Hockey ist neben Cricket Volkssport. Während der WM, die im ostindischen Bhubaneswa stattfindet, ist das Land im Ausnahmezustand. Seit Mittwoch und noch bis zum 16. Dezember kämpfen die 16 besten Nationalmannschaften im Feldhockey um den Titel. Das 16.000 Zuschauer fassende Kalinga-Stadion wird dabei in jedem Spiel ausverkauft sein. Und auch bei Mats Grambusch ist das WM-Fieber angekommen: „Indien ist ein Traum für jeden Hockeyspieler. Während wir in der deutschen Liga vor einer überschaubaren Kulisse spielen, werden in Indien fanatische Zuschauer auf uns im Stadion warten, die den Sport unfassbar intensiv zelebrieren“, sagt Grambusch.

Der 123-fache Nationalspieler ist nicht der einzige Gladbacher im Team. Auch sein Bruder Tom ist seit Jahren fester Bestandteil der Nationalmannschaft und hat mit seinen 22 Jahren schon 47 Länderspiele absolviert. Noch viel beeindruckender ist aber seine Treffer-Statistik von 21 Toren. Auch in Bhubaneswa wollen die Grambusch-Boys ihre Torgefährlichkeit unter Beweis stellen. Dass das nicht einfach wird, zeigt ein Blick auf die namhaften Gegner in der Vorrundengruppe D. Am Samstag spielt Deutschland gegen Rekord-Weltmeister Pakistan, am Mittwoch gegen den Erzrivalen aus den Niederlanden, ehe am Sonntag, 9. Dezember der Vergleich mit Malaysia auf dem Programm steht. Die deutsche Auswahl hat sich nach dem enttäuschenden Abschneiden 2014 in den Niederlanden (6. Platz) ein klares und ambitioniertes Ziel gesetzt, wie Kapitän Mats Grambusch klarmacht: „Wir wollen Weltmeister werden.“

Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich die meisten Mannschaften frühzeitig auf den Weg nach Indien gemacht, um sich mit dem Klima anzufreunden. Vor Ort finden die Teams einen Mix aus warmen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit und Smog vor. Für einen Leistungssportler sicherlich nicht die beste Kombination, wie Grambusch erzählt. „Die größte Umstellung ist nicht der Wirbel um den Sport, sondern vielmehr das Klima, die gewöhnungsbedürftigen Essgewohnheiten und die Problematik mit dem Immunsystem“, beschreibt der ehemalige Akteur des Gladbacher HTC.

Für Mats Grambusch, der wie sein Bruder inzwischen für Rot-Weiß Köln in der Bundesliga spielt, ist es nicht die erste Reise ins hockeyverrückte Indien. Vor einem Jahr belegte die deutsche Auswahl beim World-League-Finale Platz vier, 2013 führte Grambusch die U21 als Kapitän zur WM-Titelverteidigung. Beim Eröffnungsspiel am Donnerstag zwischen Gastgeber Indien und Südafrika waren die Grambuschs noch nicht im Stadion. Dennoch waren die Farben des Gladbacher HTC vertreten. Abdud Dayaan Cassiem, der in der Feldsaison an den Holter Sportstätten spielte, legte sich mächtig ins Zeug, musste sich nach hartem Kampf aber dem Gastgeber 0:5 geschlagen geben.