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Hockey, 2. Bundesliga: Der Aufstiegskampf ist spannend

Hockey : GHTC kommt mit einem riesengroßen blauen Auge davon

Die Gladbacher verlieren in Bonn, Spitzenreiter Köln spielt aber zweimal remis – so ist das Aufstiegsrennen zur Hockey-Bundesliga ungemein spannend, denn vier Teams können es aus eigener Kraft noch in die Erste Liga schaffen.

Der Gladbacher HTC ist in der 2. Hockey-Bundesliga mit einem riesengroßen blauen Auge davon gekommen. Nach dem 7:8 (2:6) beim Bonner THV schien der Aufstiegstraum am Samstagnachmittag ausgeträumt, doch weil Tabellenführer Schwarz-Weiß Köln am Samstag gegen Oberhausen (6:6) und Sonntagabend gegen Kahlenberg Mülheim (6:6) gleich doppelt patzte, sind die Gladbacher noch mittendrin. Wie auch Bonn und Mülheim. Statt zwei Teams kämpfen nun vier um den Sprung in Liga eins. Vor den letzten drei Spieltagen liegen nun die Kölner (15 Punkte) knapp vor dem GHTC, den Bonnern (beide 13) und Kahlenberg (11). Und weil es noch etliche Duelle untereinander gibt, können noch alle Vier aus eigener Kraft aufsteigen. Gladbachs Trainer Marcus Küppers musste Sonntagabend kräftig durchatmen: „Nach unserer Niederlage hätte natürlich niemand mit solch einem Ausgang des Wochenendes gerechnet. Wir haben nun alles in der eigenen Hand, müssen uns aber enorm steigern“, sagte er.

Fest steht: Präsentiert sich der GHTC in den entscheidenden Partien wie am Samstag in Bonn, wird es nichts mit der Rückkehr in Liga eins. Anspruch und Wirklichkeit klafften teilweise weit auseinander. Vor allem im Torabschluss klappte viel zu wenig. Zudem ging das Torhüterduell am Samstag klar an Bonn, was im Hallenhockey elementar ist.

In der extrem lauten Bonner Halle erwischten die Hausherren den besseren Start und führten schnell mit zwei Toren. Küppers nahm eine Auszeit und stellte auf volles Pressing um. Das wirkte sich durch zwei Tore von Paul Tenckhoff aus. Auch danach waren die Gladbacher viel und oft in der Offensive, scheiterten aber immer wieder am überragenden Ex-Nationaltorhüter Niklas Sakowsky. Die Tore fielen stattdessen auf der anderen Seite. „Wir haben uns viele Gelegenheiten erspielt, aber im Torabschluss viele Dinge falsch gemacht. Ich habe nicht gezählt, aber wir hatten in der ersten Hälfte bestimmt zehn gute Torchancen. Bonn hat dagegen, gefühlt, aus sechs Möglichkeiten sechs Tore gemacht und war brutal effektiv“, sagte Küppers.

Nach einer klaren Pausenansprache gehörte die Anfangsphase der zweiten 30 Minuten eindeutig dem GHTC. Dabei spielte sich Ben Böke mit drei Treffern in den Vordergrund und brachte die Gladbacher wieder in Schlagdistanz. Nach weiteren Toren von Kapitän Niklas Braun und Tenckhoff stand es kurz vor Schluss 7:7. Die Gladbacher wollten unbedingt den Sieg, und so entschied das Trainerteam, Torhüter Jens Blüthner 40 Sekunden vor Schluss zugunsten eines sechsten Spielers vom Feld zu nehmen. Doch das brachte den Bonnern eine Konterchance, die Spielertrainer Viktor vom Kolke eiskalt mit dem 8:7 bestrafte. Küppers, der noch am Donnerstag im Test gegen Düsseldorf das Überzahlspiel ohne Torwart geprobt hatte, war enttäuscht: „Im Hinblick auf unser Ziel würde ich den Torwart in der Situation immer wieder rausnehmen. Viel enttäuschender als das späte Tor ist aber, dass wir es einfach nicht geschafft haben vorher für eine Entscheidung zu sorgen und hier zu gewinnen.“