Hephata Mönchengladbach Frauenfußballerinnen holen Bronze bei der Werkstätten-DM

Fussball · Bei der Deutschen Meisterschaft der Werkstätten für behinderte Menschen kann Hephata Mönchengladbach seinen Titel nicht verteidigen. Trotzdem ist man aufgrund der Vorbereitung zufrieden mit der Leistung: Denn eine Teilnahme war lange Zeit unsicher.

 Das Team von Hephata Mönchengladbach holte bei der Deutschen Meisterschaft Platz drei.

Das Team von Hephata Mönchengladbach holte bei der Deutschen Meisterschaft Platz drei.

Foto: Hephata Mönchengladbach

Mit der Titelverteidigung hat es für die Frauen des Hephata Teams aus Mönchengladbach am Ende nicht gereicht: Nach dem Pokal im Vorjahr landete die Mannschaft bei der Deutschen Fußball-Meisterschaft der Werkstätten für behinderte Menschen an der Sportschule Duisburg-Wedau in diesem Jahr auf Rang drei. Trainer Tobias Jarvers ist trotzdem mit dem Resultat einverstanden – insbesondere aufgrund der Vorbereitung. „Wir haben einigermaßen gut abgeschnitten, wenn man bedenkt, dass es im Vorfeld unklar war, ob wir überhaupt genügend Spielerinnen zusammenbekommen“, so Jarvers.

Denn die Mannschaft befinde sich in einem Neuaufbau. Ihren Höhepunkt hatte das Mönchengladbacher Team im Sommer bei den Special Olympics World Games in Berlin, als man als Nationalmannschaft die Bronzemedaille geholt hatte. Allerdings brauchte das Team bereits damals ein paar zusätzliche Spielerinnen aus anderen Werkstätten, um den Kader zu komplementieren. Und diese Spielernot gab es nun auch vor der Deutschen Meisterschaft.

Das Glück für Jarvers: Die Einrichtung in Mönchengladbach bekam kurzfristig mit Tatjana Heyer und Selina Schäfer Zuwachs durch zwei fußballinteressierte Frauen, die sofort in die Mannschaft integriert wurden. Die eine trainierte einmal vor der Meisterschaft mit der Mannschaft, die andere erlebte in Duisburg einen Kaltstart. Aus dem Kader für die Special Olympics gehörten noch Natascha Wermelskirchen, Elisabeth Woyke, Nathalie Sundhaus, Sylvia Thissen und Kapitänin Nicola Brings zum Team. Hinzu kam ein Trainerwechsel: Sarah Splinter hatte die Hephata-Mannschaft über ein Jahrzehnt betreut, gab das Amt nach dem Special Olympics jedoch ab.

Mit Anne Reiff und Aileen Holtz fand man zwar inzwischen aus dem Betreuungsteam zwei neue Übungsleiterinnen, bei der Deutschen Meisterschaft übernahm vorerst Jarvers interimsmäßig noch die Haupttrainerrolle – unterstützt von seinen beiden Nachfolgerinnen. Jarvers kümmert sich seit vielen Jahren um die Organisation des Fußballteams.

Während bei den Männern 16 Teams an dem Turnier teilnahmen, waren es bei den Frauen lediglich fünf. Aus NRW qualifizierte sich das Hephata-Team kampflos für die Meisterschaft, da sich kein anderes Frauenteam aus dem Bundesland meldete. Das erste Spiel gegen die Landesauswahl Rheinland-Pfalz ging mit 0:4 verloren. „Unsere Spielerinnen sind sehr erfolgsverwöhnt, sie kennen es nicht, zu verlieren. Da ging ein Ruck durch die Mannschaft“, sagt Jarvers. Bereits zehn Minuten später stand das nächste Spiel gegen die Werkstatt Bremen an, das Hephata deutlich mit 7:1 gewann.

Bei der Partie gegen das Lebenshilfewerk Hagenow kam man trotz zahlreicher Chancen jedoch nicht über ein 1:1 hinaus. Das letzte Spiel war letztendlich entscheidend für einen Finaleinzug – und dieses verlor die Gladbacher Truppe mit 0:3 gegen die SG Schleswig-Holstein, den späteren Meister. „Wir haben verdient verloren, sie waren läuferisch fitter und ein starker Gegner“, so Jarvers. In der Endtabelle belegte sein Team schließlich Platz drei.

Die Saison ist für das Hephata-Team damit im Prinzip beendet. Neben NRW- oder Deutsche Meisterschaften ist die Mannschaft oft auf Wochenendturnieren unterwegs, „wo man eben Spielpraxis bekommt“, so Jarvers. Denn ein Ligensystem gibt es nicht. „Und sonst begnügen wir uns mit dem Training. Dafür haben wir einen eigenen Platz bei Hephata“, sagt Jarvers weiter – in der Hoffnung, dass die Mannschaft personell künftig wieder besser aufgestellt ist.

(dbr)