Turnerschaft zeigt zwei Gesichter Nach starker erster Hälfte baut Lürrip noch stärker ab

Handball-Verbandsliga · Die Turnerschaft Lürrip unterliegt mit 23:29 gegen den Spitzenreiter Turnerschaft St. Tönis. Dabei war die erste Halbzeit des Verbandsligisten durchaus vielversprechend – im zweiten Durchgang zeigte das Team von Tobias Elis aber keine gute Leistung mehr.

Tobias Elis hat von seinem Team zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen.

Tobias Elis hat von seinem Team zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Beim Spitzenreiter Turnerschaft St. Tönis gab es für die Namenscousine Turnerschaft Lürrip bei der 23:29-(15:14)-Niederlage letztlich wenig zu bestellen. Das Fazit zumindest war eindeutig, eine richtig starke Halbzeit reicht in dieser Liga einfach nicht aus.

Dennoch war die Vorstellung der Gäste richtig gut. „Das war schon eine tolle erste Halbzeit“, bestätigte der Lürriper Trainer Tobias Elis nach dem Schlusspfiff. „Wir haben es geschafft, all die Dinge umzusetzen, die wir uns auch vorgenommen haben.“ Auf den gegnerischen Angriff waren die Gäste optimal vorbereitet. Die Absprache zwischen Abwehr und Torhüter funktionierte hervorragend. Auch die Angriffsleistung war absolut sehenswert. Die einstudierten Systeme funktionierten, es wurde geduldig gespielt, Freiräume erarbeitet und die sich bietenden Chancen dann auch größtenteils genutzt.

„15 Tore werfen wir auch nicht in jeder Halbzeit“, freute sich Elis. „Teilweise hatten wir schon drei Tore Vorsprung und wären wir in den letzten fünf Minuten nicht ein wenig eingebrochen, hätten wir diesen auch bis zum Pausenpfiff verteidigen können.“

Von dem guten Auftritt der Lürriper war nach dem Seitenwechsel dann allerdings nichts mehr zu sehen. Besonders erschreckend die Angriffsleistung, eine Offensive war quasi nicht mehr existent. Duelle im Eins-gegen-Eins waren fast immer eine sichere Beute der Hausherren, die diese Unzulänglichkeiten konsequent ausnutzten und per Tempogegenstoß oder zweiter Welle zum Erfolg kamen. Und dann waren noch die Würfe, die auf das gegnerische Tor kamen, die den Namen Wurf eigentlich gar nicht verdient hatten.

Teilweise sah es nach einem Pass zum Torhüter der Gastgeber aus, es fehlte der Mumm in beinahe jeder Aktion. So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass die TSL einem Rückstand von acht Toren hinterherlaufen musste. „Es ärgert mich wirklich sehr, dass wir das Spiel in der zweiten Halbzeit so leichtfertig aus den Händen gegeben haben“, so Elis. „Wir haben überhaupt keinen Druck auf die gegnerische Abwehr aufgebaut. Es machte den Anschein, als ob nach dem Seitenwechsel kein einziger Spieler mehr auf der Höhe gewesen ist. Diese Niederlage haben wir uns selber zuzuschreiben.“

Letztlich war es eine Lehrstunde. St. Tönis demonstrierte, wie es gehen kann. Mit schnellem druckvollen Spiel riss der Ligaprimus immer wieder große Lücken in den Lürriper Deckungsverband. Entweder nutzten diese die Rückraumspieler gnadenlos aus oder sie legten zu ihrem Kreisläufer ab, der in den kommenden Spielen wohl nicht mehr häufig so viele Freiheiten haben wird. „St. Tönis hat es dann auch wirklich richtig gut gemacht. So eine Vorstellung darfst du dir in dieser Liga gegen eine absolute Spitzenmannschaft nicht leisten.“

Die Torschützen der Turnerschaft Lürrip: Semrau (5), Flügel (4), von der Weyden, Bones (je 3), Heitzer, Giesen (je 2), Kölling und Vaas.